Dallas bei Nacht
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 Sapphire Alley

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BeitragThema: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 11 Feb 2015 - 7:00

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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySa 24 Okt 2015 - 22:47

Cf: Zeitsprung ~ Flughafen - Gateways & Paketbänder

"Maaann ist das anstrengend!", nölte Ayu und verzog das Gesicht. Eigentlich hatte der Tag super begonnen trotz der Kopfschmerzen und dem Vibratorenfund in ihrem Schulrucksack, wer machjte denn so was! Jedenfalls hatte die Wohnheimsleitung sich gemeldet dass ein Zimmer kurzfristig frei geworden war, sodass sie jetzt schon ein Zuhause hatte, frisch gestrichen und bereits eingerichtet mit den Grundsachen. Mit viel trinken und viel Gesundem mampfen waren die Kopfschmerzen etwas verflogen, aber Bock darauf jetzt noch durch die Stadt zu tingeln um einzukaufen hatte sie nicht wirklich. Dadurch dass sie morgen erst mittags die ersten Stunden hatte und die Nacht über noch Läden großer Ketten offen hatten, war sie losgezogen jetzt schon die Sachen einkaufen die sie brauchte und die nicht mit dem Umzugslaster in ein paar Tagen kämen.
Kochutensilien zum Beispiel, Essen und Bettzeug sowie ein Schub Handtücher, ein bisschen was zur Überbrückung, und nun war nicht nur ihr Rucksack voll, sondern auch zwei volle Tüten mit mehr oder minder benötigtem Zeug. Und es wurde schwerer und schwerer und sie hatte keine Lust mehr. Also setzte sie sich umringt von den Sachen im Schneidersitz auf eine Parkbank in den Schneidersitz, verschränkte die Arme und fing gedanklich an zu fluchen, weil der Weg nach Hause noch verdammt weit war. Und weil Yuki Schuld war, das wäre alles nicht passiert wenn er nicht abgehauen wäre und überhaupt wäre es SEINE Aufgabe das Zeug zu schleppen! Wenn der Typ ihr unter die Augen kam ...
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 28 Okt 2015 - 22:44

cf ~ Zeitsprung ~ Geschäftsviertel ~ Northpark Center ~ Bibliothek "Lies Dich schlau"

Es war ein wunderbar belangloser Abend – vielmehr bereits eine bedeutungslose Nacht – und er war durchaus entspannt, während er die Sapphire Alley entlanglief. Er war unterwegs, ein paar Besorgungen erledigen, einkaufen und dergleichen. Yara hatte vergangene Nacht gearbeitet und er gönnte ihr für den heutigen Tag deshalb Ruhe, weswegen er sich kurzerhand dazu entschieden hatte, frisches Brot, etwas Obst und vor allem viel Fleisch einzukaufen. Neue Koffeinbonbons hatte er ebenfalls erworben. Die letzte Packung hatte Yara an ihren alten Herrn abgetreten. Logan hätte er heute gleichfalls eine freie Nacht gegönnt, doch der gute Mann war unerbittlich was das Geschäft anging. Yara hatte keinen Fehler gemacht, den Laden gemeinsam mit ihm zu führen, denn durch Logans Einsatz blieb der Pyrokinetikerin mehr Zeit, die sie mit ihm verbringen konnte… Der Gedanke führte unweigerlich zu einem Lächeln. Zu solch nachtschlafender Zeit war es nicht verwunderlich, dass auch weitere Passanten Gedankengänge verfolgten, die nicht jugendfrei waren, allerdings war die kurz aufblitzende Erinnerung an einen Vibrator in Zusammenhang mit Kochutensilien ein bisschen sonderbar, jedoch war er auf dem Gebiet der kreativen Erwachsenenspielzeuge nicht sehr bewandert. Womöglich hatte er einen Trend verpasst, was selbstverständlich fürchterlich wäre!

Mit einem leichten Lächeln auf den Lippen betrachtete er die junge Dame, deren Gedanken ihn amüsiert hatten und stellte fest, dass sie durchaus Potential für weitere Unterhaltung bot. Sie schien eingeschnappt zu sein und erinnerte ihn mit diesem Habitus an ein junges Mädchen. Im Schneidersitz hatte sie sich auf einer Bank niedergelassen, zu ihrer Linken und Rechten Plastiktüten, gefüllt unter anderem mit Küchenutensilien, Bettwäsche und Lebensmitteln. Zudem hatte sie einen nicht minder vollgestopften Rucksack dabei und während sie gedanklich relativ lautstark fluchte, zeigte sie ihren Missmut, ihre Einkäufe weiterzuschleppen, äußerst offenkundig, indem sie die Arme vor der Brust verschränkt hatte. Noch bist du ärgerlich, in ein paar Minuten jedoch wirst du dich erneut auf den Weg machen und feststellen, dass du gar nicht besonders schwer zu tragen hast. Darüber wirst du bestimmt überrascht sein, dein Rückweg wird dir deshalb allerdings keine Probleme bereiten und du wirst dein Ziel gut gelaunt erreichen, gab er der jungen Frau ein. In gewisser Weise war er ein Gentleman, obgleich er sich nicht anbieten würde, ihr beim Tragen behilflich zu sein.

Ausführlicher wollte er sich dann allerdings nicht mehr mit dem Mädchen auseinandersetzen und war im Begriff, an ihr vorbeizulaufen, als ihn ein Name in ihren Gedanken zurückhielt. Yuki? In diesen Breiten war das ein nicht sonderlich weit verbreiteter Rufname und weckte daher sein Interesse, schließlich war er mit einem jungen Mann solchen Namens bekannt. Wenn er die vage verknüpften Erinnerungen, die die junge Frau mit dem Vornamen verband, korrekt deutete, dann handelte es sich tatsächlich um dieselbe Person, die er kannte. Darob neugierig geworden, setzte er sich neben eine Plastiktüte zur Rechten des Mädchens. Dem Drang nachzusehen, ob sich darin ein Vibrator befinden würde, konnte er leicht widerstehen und sein Blick war auf die junge Dame gerichtet. „Die erste eigene Wohnung?“, fragte er, auf die Einkäufe deutend. Dass sie sich in einem Haushalt neu einrichtete, war unschwer zu erkennen und bot einen unkritischen Einstieg in eine kleine Runde Small Talk. Vielleicht würde er im Laufe eines Gesprächs herausfinden können, in welchem Verhältnis das Mädchen zu Yuki Ishiro stand.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySa 21 Nov 2015 - 14:17

Es gab wirklich schönere Arten einen Abend zu verbringen, fand zumindest Ayu und weder ein Kochlöffel noch Vibratoren hatten in einer solchen Abendplanung etwas zu suchen. So sah also der letzte Abend in Freiheit aus, kein Wunder dass sie eingeschnappt war! Dabei konnte man ihr nicht mal einen Vorwurf machen, d ihr Ärger sich auch unbelebte Gegenstände bezog die das nicht störte - allerdings würden sie sich auch gewiss nicht entschuldigen oder selbst um eine Lösung kümmern. Egal wie lange sie schmollend hier hockte und missmutig die Tüten und ihren Rucksack anstarrte, aber je länger sie hier hockte, desto weniger Schlaf gab es vor Morgen. Eine verfahrene Situation, und sie wusste auch nicht dass der Restweg dank Autosuggestion nicht ganz so anstrengend würde. Zumindest waren die Kopfschmerzen weg, die würden das jetzt noch maßgeblich verschlimmern ...
Der Beschwerdeschwerpunkt verlagerte sich mehr und mehr in Richtung unzuverlässiger Bruder, da die Kücheneinrichtung sich blöderweise nicht beeindrucken ließ, und diese innerliche Tirade über Abhauen und fehlende Unterstützung währte auch bis sich wie aus dem Nichts jemand neben sie setzte. So ein Käse, freuen würde es Ayu ja auch nicht wneiger schleppen zu müssen, weil man während ihrer Abwesenheit Tüten klaute, von daher war es ganz gut dass der Fremde sie wachrüttelte und nebenbei nicht mal ignorierte.
"Eh?", machte sie und hob ein bisschen irritiert den Kopf, schaffte aber selbst dann noch kein wirkliches Lächeln, "Eh nein ... wobei, eigentlich schon, doch - ja. WG zählt nicht als eigen wenn Familie dabei ist, oder? Also ist es die erste eigene ... WG hatte den Vorteil den ganzen Ramsch nicht alleine schleppen zu müssen."
Sich darüber zu beklagen machte zwar die Situation nicht besser, aber Ayu fühlte sich nach dem Jammern ein bisschen besser, es half immer zu sagen was einem nicht passte. Sie löste die Verschränkung der Arme und reichte ihm brav westlich die Hand.
"Ich bin Ayu."
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySo 22 Nov 2015 - 0:20

CF Zeitsprung/ Nightlife/ Dark Temptation/  Barraum

Es war wohl ihrem recht lange angedauerten Bar Besuch zu verdanken gewesen, dass es bereits wieder dunkel war als sie erwachten. Kenan war, kaum dass sie zuhause angekommen waren, ins Bett gefallen und hatten bereits wenig später tief und fest geschlafen. Dafür waren sie, als sie irgendwann Geduscht hatten und den Schlaf gänzlich abgeschüttelt hatten hell wach. Wach genug um die Besorgungen zu erledigen, die sich in den letzten Tagen angesammelt hatten.
Bereits kurz nach dem Frühstück/Abendessen, verließ ein erstaunlich gut gelaunter Wolf seine Wohnung um sich zu Fuß auf den Weg zu machen. Es war über Tag empfindlich kalt geworden und so zogen sie die Kapuze ihrer Jacke tief ins Gesicht und vergruben die Hände in den Jackentaschen. Während sie mit weiten Schritten ihren Weg fort setzten spielten ihre Finger mit dem Haustürschlüssel, den sie in die rechte Tasche gesteckt hatten. Gewohnheitsmäßig hatten sie auch ihr Handy in die Hosentasche gesteckt. Doch meistens trugen sie das kleine Gerät zu Zierde mit sich herum. Denn außer JJ rief sie eigentlich niemand an. Was jedoch auch dem Umstand zu verdanken war, dass außer ihrem Sohn niemand die Nummer hatte. Daher waren sie um so überraschter als ein deutliches vibrieren, das Eingehen eines Anrufes signalisierte. Sofort waren ihre Sinne auf Alarmbereitschaft….ob JJ was passiert ist?....was soll ihm denn passiert sein?....weiß ich nicht irgend was sonst würde er uns wohl kaum anrufen….vielleicht sollten wir mal ran gehen, dann sind wir schlauer als wenn wir hier Rätselraten veranstalten….stimmt. Aber schau doch mal das ist ne völlig Fremde Nummer….du hast recht. Ob das so ein Werbe Anruf ist?.....möglich wär´s. …..ignorieren oder ran gehen?.....ran gehen. Auflegen können wir ja danach immer noch….stimmt auffallend
Mit einer Fließenden Bewegung über den Display nahmen sie den Anruf an und waren mehr als überrascht als sie hörten wer da an der anderen Seite der Leitung war. Mit ihrem Anruf hatten sie nun wirklich nicht gerechnet.

Anruf von Hope Parker

„Kenan Hilf mir es ist schlimmer geworden, es soll aufhören. Ich bin auf dem Friedhof“

Verdutzt blinzelnd setzten  sie zu einer Antwort an, doch noch ehe sie auch nur ein Wort hatten sagen können, war die Verbindung schon wieder abgebrochen. Fassungslos starrten sie das kleine Gerät in ihrer Hand an…..was war das denn gewesen?....keine Ahnung. War SIE das?.....der Stimme nach…. Aber irgendwie klang sie als wäre sie in Panik….und jetzt?....Friedhof hat sie gesagt….was macht sie denn da?.....woher soll ich das wissen?.....also gehen wir nach sehen?.....können wir tun….

TBC Friedhof/ Friedhofsrundweg
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMo 7 Dez 2015 - 23:11

Es war verständlich, dass das junge Mädchen ihn ein bisschen verwirrt anblickte, nachdem er sie aus ihren Gedanken gerissen hatte. Es war deshalb wenig verwunderlich, dass sie auf ein Lächeln verzichtete und ebenso hätte er, wäre er an ihrer Stelle gewesen, vermutlich auch reagiert. Es war ungewohnt, mitten auf der Straße von einem Fremden angesprochen zu werden und womöglich wirkte er dubios auf seine Gegenüber, doch wenn dem so war, konnte er das nicht in ihren Gedanken ausfindig machen und es freute ihn tatsächlich, dass er nicht den Eindruck eines alten seltsamen Mannes mit unkoscheren Absichten machte. In dem Fall gab es vielleicht noch Hoffnung, dass auch JJ, Yaras Sohn, ihn eines Tages mögen würde. Immerhin versetzte er gerade ein Mädchen nicht in Angst und Schrecken – die Missstimmungen zwischen JJ und ihm waren jedoch nicht furchtsamer Natur, denn er gab dem Jungen keinen Anlass, ihn zu fürchten. Bei seinem eigenen Vater war das leider anders gewesen… Allerdings mochte JJ ihn nicht sonderlich und er wusste, weswegen. Es lag daran, dass er alleine mit Yara in den Urlaub gefahren war, wie er herausgefunden hatte, nachdem er die Gedanken des Jungen gelesen hatte. Es würde schwieriger sein, ihre Beziehung zu verbessern als ein paar Taschen zu tragen, wobei das Mädchen zu seiner Linken sich noch nicht einmal dessen gewahr war, wie leicht ihr weiterer Weg werden würde.

„Doch, ich würde sagen, das zählt schon, wenn es nicht gerade ein älteres Familienmitglied war“, entgegnet er, denn schließlich musste man selbst in einer Wohngemeinschaft auf eigenen Beinen stehen. Es sein denn, man hatte Mitbewohner, die einem sämtliche Arbeiten abnahmen und vielleicht war es das, worauf die junge Frau spekulierte, zumindest meinte sie, dass es von Vorteil gewesen war, dass man nicht sämtliche Einkäufe allein tragen hatte müssen. Ein kurzes Lächeln huschte allerdings über seine Lippen, als er den diffusen Gedanken aufschnappte, dass es ihr nach dem Jammern besser ging. Nun ja, so erging es vielen Menschen mitunter und ihm selbst manchmal ebenfalls und Gemeinsamkeiten vermochten es, einander näher zu bringen, weswegen er eventuell ein wenig Sympathie für das Mädchen zu empfinden begann, zumal sie da schließlich noch einen weiteren Berührungspunkt zu haben schienen: die Bekanntschaft mit Yuki Ishiro. An ihn hatte sie relativ ungehalten gedacht und zudem hatten ihre stummen Flüche ihm offenbart, dass der junge Mann ihr Bruder war und, wenn er ihren Gedankengängen richtig folgte, war er aus ihrem Leben regelrecht verschwunden.

Ob er beiden einen Gefallen tat, wenn er Ayu, deren Hand er bei der Vorstellung ergriffen hatte, dazu brachte, sich zum Cupcakeladen auf der Sapphire Alley zu begeben? Es war ihm bekannt, dass Yuki dort beschäftigt war – angesprochen hatte das der Junge nie, doch er hatte es in seinen Gedanken gesehen –, seiner Schwester allerdings offensichtlich nicht. „Taranis“, stellte er sich seinerseits erst einmal vor, dann fuhr er fort. „Und viel Glück in der ersten richtigen eigenen Wohnung.“ Er lächelte umgänglich und die nächsten Worte gab er ihr gleichfalls in Gedanken ein, während er sie aussprach. „Wenn du morgen Appetit auf Cupcakes verspürst, solltest du dich zum Cupcake-Paradies begeben.“ Mit etwas Glück würde sie ihren Bruder in dem Geschäft treffen und dann würden sie einander wiedersehen. „Süßes hebt zudem die Stimmung“, kam er nicht umhin, ein bisschen neckend hinzuzufügen, denn mit einer solch schlechten Laune, wie sie sie eben noch zur Schau getragen hatte, wäre eine Begegnung mit ihrem Bruder gewiss nicht sonderlich erbaulich. Anschließend erhob er sich und verabschiedete sich von dem Mädchen.

tbc ~ Zeitsprung ~ Wohngebiet ~ Bezirk Dallas ~ Yara Howlett ~ Wohnzimmer
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySa 20 Feb 2016 - 22:29

|| Wiedereinstieg

Die Absätze ihrer hohen Schuhe gaben eine regelmäßige und rasch auf einander kommende Tonabfolge. Mit langen, schnellen Schritten bahnte sich Jennifer einen Weg über die breite Fußgängerstraße. Sie hatte keine Zeit zu vertrödeln, immer in Eile, immer Beschäftigt, immer ein Ziel vor den Augen. Da blieb keine Zeit übrig um gemütlich des Weges entlang zu schlendern und selbst wenn sie diese gehabt hätte, für einen Moment mal in eines der Geschäfte zu schauen. So hätte sich nichts an ihrem selbstsicheren Gang verändert, dem einige Passanten die ihr entgegen kamen auswichen. Der Größere beherrschte die Straße, ein ganz einfaches Gesetz. Vielleicht war es sogar unhöflich zu der Tageszeit eine Sonnenbrille zu tragen und ein Telefon am Ohr zu halten, während erwartet wurde das viele andere Menschen vor einem Platz machen mussten. Aber solche Menschen gab es nun mal die etwas weiter oben als andere in der Nahrungskette standen.

Gerade, als Jenny durch ihr Gespräch etwas abgelenkt war passierte es das sie jemanden mit der Schulter streifte. Etwas kräftiger sogar, aber es war keine Absicht gewesen. Es genügte, das sie ihr Telefonat ungewollt unterbrach, den Arm mit dem Mobiltelefon weit von ihrem Ohr abhielt und gar nicht mehr hören konnte was gesagt wurde. Ihre Aufmerksamkeit richtete sich, wie wohl bei jedem in einem solchen Moment, auf die Person, in diesem Fall auf einen Mann im Anzug. Jedoch bevor sie den Mund aufmachen konnte um etwas zu sagen, übernahm das eine kleine, ältere Frau die das ganze beobachtet hatte und daraufhin entrüstet stehen geblieben war. Die und wusch Jennifer verbal kräftig den Kopf mit ihren folgenden, anklagenden Worten. „Können sie denn nicht aufpassen? Wissen sie den gar nicht wer das ist? Das ist Mr. Nathan Petrelli! Dieser Mann hat so viel Gutes für die Stadt getan, wie können sie ihn einfach so anrempeln!?“ Anhand ihrer Stimmlage konnte man sehr gut heraus hören, dass es der alten Dame wirklich an Herz ging wie scheinbar respektlos mit ihrem Lieblingspolitiker umgesprungen wurde. Den sie so enthusiastisch in den Medien und der Zeitung verfolgte, seinen Wahlspruch unterstützte, Mitglied in seiner Partei war und jeden Penny für seine Sache spendete den sie sich leisten konnte.

Doch bereits beim fallen des Namens des Mannes hörte Jennifer der Frau schon nicht mehr zu. Diese ganze Sache war schlagartig viel interessanter geworden. Undeutlich hörte sie die fragenden Rufe ihres ehemaligen Gesprächspartners am anderen Ende der Leitung und drückte den Anruf ohne hinzusehen ganz einfach weg. Das Gerät ließ sie in ihrer Handtasche verschwinden, dieser Mann verdiente es das man sich einige Minuten uneingeschränkte Aufmerksamkeit nahm – oder hatte er bereits seinen Charme von damals verloren? Ein gefährlich wirkendes Lächeln zeigte sich auf ihren Lippen als sie den Mann durch die dunklen Gläser ihrer Sonnenbrille betrachtete, „Mr. Petrelli also?“, wiederholte sie die Identität des Mannes und mit einer Hand führte sie die Sonnenbrille von ihren Augen und steckte sie sich in die dunkle Haarpracht. Auge um Auge, Zahn um Zahn, war das mit ihm noch möglich zu spielen? Ihre Augen funkelten als die den Mann – mit etwas Hilfe der alten Frau zugegeben – als eine frühere Bekanntschaft erkannte. Zu Schade das die Begegnungen mit ihm damals im Sande verlaufen waren. „Ich hoffe ihnen geht es nach so einer langen Zeit gut und auch die Geschäfte laufen so wie sie sollen?“, sprach sie ihn so vertraut an wie es bei einem ehemaligen Date eben möglich war. Um ihren offenen Hals glitzerte jedoch nicht das Collier von ihrem letzten einvernehmlichen Treffen, dafür jedoch andere funkelnde Steine die selbst in dem künstlichen Licht der Straßenlaternen sich gegen den Eindruck wehrten aus Glas zu sein. Ihr provokanter Blick streifte einmal seine gesamte Aufmachung entlang, „Der Anzug steht ihnen immer noch hervorragend, Mr Petrelli“
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySo 21 Feb 2016 - 0:06

Cf Zeitsprung - Reunion Tower - Five Sixty - VIP Lounge #1

Überall Verliebte oder ihm fiel es einfach besonders auf, weil er wusste, dass heute der 14. Februar war. Das war definitiv nichts für ihn und es kostete einfach zu viel Zeit. Seine Aktentasche in der linken Hand durchquerte er mit großen Schritten die Sapphire Alley. Er hatte es eilig. Diesmal mit einer Abkürzung in Richtung nächster Taxistand. Es war wirklich ein Kreuz mit den Fußgängerzonen. Vielleicht sollte man sie abschaffen... Gerade als er überlegte was es dafür brauchen wollte, musste er sein Gleichgewicht halten. Ein unvorhergesehener Stoß auf den eine deutliche Ansage folgte und... Nathan richtete sich auf zog sein Jacket mit einer kurzen Geste gerade. Vor ihm stand? Eine sehr bekannte Remplerin. Die ältere Dame jedenfalls schien in der Partei zu sein. Sie weiß bestimmt auch welche Farbe meine Shorts haben. dachte er etwas zynisch als er sich ihr zuwandte Wähler, linientreue Wähler waren wichtig! "Danke Ma'am. Es ist nicht nötig, dass Sie sich so verwenden für mich. Es ist nichts passiert." beschwichtigte er die Dame und reichte ihr sein Hand. "Vielleicht kommen sie mich einmal im Büro besuchen? Ich habe es nicht weit entfernt von hier." er reichte ihr seine Karte. "Sie können natürlich auch im Department of Public besuchen kommen." bot er mit einem charmanten Lächeln an bevor er seine Aufmerksamkeit auf die Ursache für all dies richtete.
"Ich nehme an, dass Sie selbes von sich behaupten können?" fragte er direkt zurück anstatt wirklich darauf zu antworten, wie was für ihn lief. Hätte sie wirklich etwas dazu sagen oder hören wollen, hätte sie es wohl definitiv anders angefangen. Genauso die Wiederholung seines Namens, damit hatte er sich nicht angesprochen gefühlt, weshalb er sich direkt und zuerst seiner Wählerin zugewendet hatte.
Mit dem nichtssagenden Kompliment auf seinen wie immer schlichten aber feinen Anzug fiel sein Blick auf Ihr Collier. "Wie immer kein Glas, nehme ich an und aus dem eigenen Repertoire?"
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySo 21 Feb 2016 - 4:50

Er ignorierte sie. Ihr würde es im besten Fall als beleidigend erscheinen das man sie einfach ignorierte, aber schließlich hörte die Welt auch nicht auf sich zu drehen wenn sie nicht mehr auf ihr wandeln würde. Auch lenkte sich Jennifer ein wenig damit ab, unanständiger Weise in fremde Köpfe zu lauschen. Die Gedanken von der alten Dame namens Hilda, überschlugen sich fast bei dem Glück bei dem sie glaubte es gerade zu haben. Da waren die Gedankenströme von Nathan Petrelli wesentlich ruhiger und kontrollierter – richtig angenehm und wohl auch interessant zu verfolgen wenn sie dafür Zeit hätte. Aber war es nicht fast exakt dasselbe das sie vor Jahren über ihn Gedacht hatte? Nur entdeckte sie so etwas wie eine anfängliche schlechte Laune? Passte es nicht in seinen Terminkalender das man ihn hier aufhielt? Leicht öffneten sich ihre Lippen und ihr Atem sammelte sich bereits um ihn zu antworten. Gänzlich begierig sich eine Weile mit ihm zu unterhalten, wenn er es den zuließ und nicht gleich schwer gehetzt weiter zog.

„Natürlich.“, antwortete Jennifer wie es um ihre Geschäfte und Gesundheit bestellt war. Auch ließ sie bewusst die aufgesetzte Höflichkeit durchscheinen. Er hatte ihren wenig einfallsreichen Versuch ihn in ein Gespräch zu verwickeln scheinbar schnell durchschaut und ausgekontert. Seine Direktheit traf jedoch nicht auf fruchtbaren Boden um eine Kränkung bei der Geschäftsfrau auszulösen. Manchmal fand sie eine solche auch sehr angebracht und im Moment war sie viel zu gut gelaunt um sich von einem Miesepeter anstecken zu lassen. Als sein Augenmerk auf ihre Halskette viel, griff ihre Hand sogleich zu diesem hoch und vorsichtige Fingerspitzen berührten das kostbare Stück. „Ich gebe zu, ein sehre sehr kostspielige Sammelleidenschaft.“, gestand sie undeutlich das seine Vermutung das es keine Glassteine waren stimmte. Welcher Idiot Sprach es auch laut heraus was genau es war, das man da um den Hals trug? Da brauchte man nicht wirklich auf einen Überfall zu warten.

„Hätten sie vielleicht etwas dagegen wenn ich sie ein Stück begleite? Sie wirken auf mich so angespannt, Nathan. Ich möchte sie nicht unnötig weiter aufhalten.“, fragte Jenny und hisste damit deutlich eine weiße Flagge in ihrer Unterhaltung. Auf einen neuen Tagesrekord im Sammeln von Missgunst hatte es die Dunkelhaarige nämlich nicht angelegt.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySo 21 Feb 2016 - 12:35

Nathan dachte nicht mal nach als er nickte "Nein. Habe ich nicht." sagte er sachlich und warf noch ein Blick in ihr Gesicht ehe er sich seitlich drehte und anschickte den Gang fortzusetzen. Deutlich gemäßigter als noch zuvor. "Ms. Delaney, wie könnten Sie mich aufhalten?" fragte er mit dem Anflug eines Grinsens. Seine zuckenden Mundwinkel verrieten ihn.
"Also. Wie geht es Dir?" fragte er sehr persönlich, vor allen Dingen aber weil es ihn wirklich interessiert und nicht etwa weil er es wie eine Floskel benutzte und warf ihr einen kurzen Blick von der Seite zu ehe er wieder geradeaus sah. "Betreibst Du noch den Verleih für exquisiten Geschmack bzw. reiche Damen in Nöten?" das war wenigstens der Grund für ihr erstes Treffen gewesen. Sicher war er sich allerdings nicht mehr, es lag schon so viel Zeit dazwischen, dass ihm selbst dieser Erinnerung eher wie ein Gespinst denn Tatsache vorkam.
Unvermittelt blieb Nathan stehen und sah sie dadurch einen Moment lang von hinten ehe er wieder zu ihr aufschloss "Immerhin kann ich Dir sagen, dass Du Dich technisch überhaupt nicht verhändert hast." nach wie vor erinnerte ihr ganzes Erscheinungsbild und Körpersprache an die einer Herrscherin und nicht etwa an eine Frau, die einen Juwelierladen hat/hatte. Letzteres vermutete er sogar nur und wusste es nicht genau, denn damit hatte er sich noch gar nicht weiter auseinandergesetzt. Vielleicht vermittelte sie die wertvollen Stücke des Verleihs auch nur. Hat sie überhaupt irgendwann mal irgendwas dazu gesagt? Es brachte nichts darüber zu grübeln.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMo 22 Feb 2016 - 3:32

Er ging auf ihren Schlichtungsversuch ein und wandte sich zum Gehen um und mit einem siegessicheren Lächeln setzte sie den Politiker nach. Während sie sich seiner Geschwindigkeit anpasste, konnte sie im Hintergrund noch die alte Dame reden hören, die sich bei ihrem Idol überschwänglich dafür bedankte was für eine große Ehre er ihr erwiesen hatte. Sie rief sogar noch hinterher, dass sie der Einladung ihn in seinem Büro zu besuchen unter ganz gleich für Umständen nachkommen würde. Da hatte jemand ganz offensichtlich einen großen Fan und Bewunderer.

Auf seine Nachfrage hin wie es ihr ging, antwortete Jenny ganz offen und ehrlich und ohne diese offenkundige Höflichkeit. Das langsame annähern und das angebotenen Du nahm sie gern auf und gab es zurück. „Gut. Es könnte nicht besser sein.“ Umschrieben sollte es heißen, dass sie alles nötige fest im Griff hatte und nichts aus der Spur lief. Es gab derzeit keine größeren Probleme die ihr den Tag verderben konnten. „Nicht Verleih, verkauf.“, korrigierte sie seine Annahme. Sie verlieh doch nichts. Beinah wäre sie geneigt gewesen ihn gespielt entsetzt anzusehen. Gut, es gab Juweliere die ihre Stücke verliehen, aber da rauf war ihr Geschäft nicht spezialisiert. Da war sie viel zu besitzgierig um eines ihrer Stücke ohne sie, oder Kaufvertrag durch die Tür gehen zu lassen. „Und ja, ich führe immer noch mein Geschäft mit der Beschaffung und Verkauf von wertvollen Steinen und Schmuckstücken.“
Als dann seine Anwesenheit neben ihr verschwand, bemerkte sie es erst etwas später, gerade da wo er wieder zu ihr aufholte. Sein kurzes zurückfallen, hatte fast dazu geführt das sie stehen geblieben wäre, statt sich nur suchend umzublicken. Fragend sah sie ihn an, was das für einen Grund hatte das er einfach stehen geblieben war, doch die Antwort stand in dem Schalk seiner Augen beschrieben. Und auch in seiner  kecken Anmerkung, nachdem er ganz eindeutig ihre Rückseite studiert hatte. Hätte sie jetzt entrüstet reagieren sollen? Doch auf ihrem Gesicht breitete sich ein Lächeln aus bei dem die Zähne hervorblitzten, als sie verstand worum es ging. „Ich hätte deinen Charme schon früher vermissen sollen, dann wäre nicht so viel Zeit vergangen. Welch… sträfliche Verschwendung.“, meinte sie während sie weiterlief.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 24 Feb 2016 - 21:18

Nathan zuckte gespielt bedauernd, zusätzlich von einer passenden Gesichtsmimik unterstützt, seine Schultern. "Nachher ist man immer schlauer... nicht wahr?" es fiel ihm schwer kein Grinsen mitklingen zu lassen, aber letztendlich gelang es ihm.
"Was hältst Du von einem Kaffee dort vorne im Starbucks?" fragte er ganz direkt. So ein Wiedersehen musste doch gefeiert werden, noch dazu schien sie ihren Eispanzer nicht dabei zu haben oder es war ihr nicht danach zumute ihn auf die ein oder andere Art zu malträtieren. Was es auch war, er war gewillt das mal auszunutzen. Es konnte recht entspannend sein, wenn man einfach mal kein offenes oder weniger offenes Gefecht miteinander ausführte. Andererseits wusste er aus Erfahrung, dass jedes Mal, wenn er dachte, dass jetzt eigentlich nichts mehr kommen konnte, ihn eine neuerliche Spitze von der Frau mit dem teuren Hobby traf.
Nathan blieb ein weiteres Mal unvermittelt stehen. "Ms. Delaney, was würden Sie wohl sagen, wenn ich Sie auf ein Eis einladen täte." das es in Verbindung zu seinen vorherigen Gedanken stand, war außer Frage und ihm folglich so herausgerutscht, weil er ursprünglich noch etwas zum Kaffee hatte sagen wollen, aber das konnte sie ja nicht wissen. Es wäre einfach peinlich. Eis und Eis so zusammenzusetzen und Nathan war kein Poet, der dem Verspeisen von Eis symbolische Kraft in Bezug auf "kalt sein" und das damit "aufgeben" wie Frieden schließen können, verleihen konnte.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDo 25 Feb 2016 - 2:02

„Für wahr.“, erwiderte sie langsam. Unglücklicherweise war man immer hinter her schlauer als vorher – außer man konnte sich vorher mit moralisch bedenklichen Mitteln einen unfairen Vorteil verschaffen. Dass von Nathan dann noch eine Einladung zum Kaffee kam überraschte sie gewissermaßen, aber nicht übermäßig. Mit einer Arm Bewegung drehte sie sich ihr linkes Handgelenk ins Sichtfeld, wo das Ziffernblatt ihrer Uhr hin gerutscht war. Ein einziger, schneller Blick auf die Uhrzeit reichte um diese Frage zu beantworten. „Weil du es bist.", meinte sie mit einem ruhigen Lächeln.

Was Jennifer jedoch wirklich unerwartet traf – und das obwohl sie unverschämter Weise genau aufpasste was in seinem Kopf vorging,  war der Vorschlag auf ein Eis. Dieser Zusammenschluss von Gedanken und einer gesprochenen Aktion war so schnell passiert dass sie ihn einen kurzen Moment verdutzt anschaute. Ihrer spitzen Zunge tat dies aber keinen Abbruch. Leicht belustigt antwortete sie, „Das ich dich nicht für einen Eiscreme Typen gehalten hätte.“ Hatte sie wirklich nicht, außer er meinte mit Eis jenes was öfter in einem erwachsenen Drink befand. Doch wieso sollte man nicht zu der süßen Seite in sich stehen die Speiseeis mochte. „Kaffee oder Eis?“, fragte sie nach weil sein plötzliches um Entscheiden sie jetzt im ungewissen ließen, für was jetzt die Einladung gelten sollte. Jennifer zeigte sich jedoch bereit sich zu beiden entführen zu lassen.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySa 27 Feb 2016 - 10:42

Weil ich es bin. Das waren Sätze die sein Ego streichelten. Fast so als würde man eine Karotte vor ein Kaninchen hängen.
Für einen winzigen Moment weiteten sich seine Augen. Kaffee und Eis. Warum nicht beides? "Wenn das so ist...." er war froh, dass er sich nicht irgendwie erklären musste, wie er von dem einen auf das andere kam. ".... schlage ich direkt Eisdiele 'Tiziano' vor." und deutete mit der Hand, in welcher er auch seinen Aktenkoffer hielt, in die entsprechende Richtung.
Seinen Arm wieder sinken lassend, setzte er den Weg kurzerhand in die entsprechende Richtung fort. Habe ich dort nicht schon mal mit ihr gesessen? Nathan versuchte sich zu erinnern, aber es wollte ihm nicht so recht gelingen, es war einfach zu lange her. In seinem Kopf arbeitete es fieberhaft. Doch natürlich! Wir hatten uns zufällig getroffen und sind danach noch essen gegangen. Nathan musste bei der Erinnerung daran grinsen. Zwischenmenschlich hatte sich seit dem zwischen Ihnen wirklich nichts verändert. Leicht seinen Kopf schüttelnd blieb er wenige Minuten später an der entsprechenden Eisdiele stehen. "Ich würde sagen... drinnen? Draußen ist mir das noch zu kalt ohne Bewegung."


TBC Eisdiele 'Tiziano' (+ Jennifer Delaney)
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyFr 4 März 2016 - 19:54

cf ~ Waldgebiet ~ Gebrochener Baum + Sasha Pajari

Bevor sie aufbrachen, holte Sasha ein Handy heraus, dann schrieb sie eine SMS, nicht ohne ihr vorher allerdings nickend zu bestätigen, dass sie die Begleitung gut finden würde, was sie lächeln ließ. Das war schön und da wartete sie doch gerne die paar Minuten, die die junge Frau benötigte, um die Nachricht zu schreiben. Dass es etwas dauerte, lag daran, dass sie scheinbar an jemanden in den Staaten schrieb, denn sie schlug immer wieder in ihrem Wörterbuch nach. Das hieß wiederum ebenfalls, dass sie hier zumindest einen Kontakt hatte und das war gut. Sie wusste aus eigener Erfahrung, dass es nicht so leicht war, an einem neuen Ort Fuß zu fassen, geschweige denn in einem fremden Land. Vereinsamung oder soziale Isolation waren für Einwanderer bestimmt keine Fremdwörter.

Nachdem Sasha fertig war und sich auf ihr Rad schwang, tat sie ihr das gleich, zupfte sich nur noch einmal schnell den Pony aus dem Blickfeld, damit sie freie Sicht hatte und fuhr dann zusammen mit der anderen los in Richtung Innenstadt. Während der Fahrt sprachen sie nicht, schafften es aber mit Hand und Fuß – gar nicht so leicht, wenn man radelte – sich zu bedeuten, dass sie noch gemeinsam zur Sapphire Alley fahren würden. Dort angekommen stiegen sie ab und schlendernden, die Fahrräder neben sich herschiebend, ein bisschen durch die durch die Werbeschilder bunt erleuchtete Einkaufsmeile, auf der noch einige Menschen unterwegs waren. Ein paar Geister leider auch, doch die ignorierte sie. Oder versuchte es zumindest. Oje, der eine hatte keinen rechten Arm mehr… Sie starrte ihn kurz an, was ihm zum Glück nicht auffiel. Falls Sasha es mitbekommen hatte, musste es so aussehen, als würde sie ins Nichts sehen.

„Wie lange bist du schon hier?“, fragte sie die junge Frau neben sich und wandte sich zu ihr um. Jetzt konnte sie vielleicht noch ein wenig mit dieser reden, dementsprechend waren die Gespenster für den Moment wirklich mal egal. „Ich komme aus Deutschland. Nähe München“, erzählte sie und lächelte verständnisvoll. „Zuerst habe ich nur wenig verstanden. Wie du. Aber das wird besser“, meinte sie und hoffte, Sasha mit der Erfahrung, die sie die Sprache betreffend gemacht hatte, etwas Zuversicht zu verschaffen. „Wollen wir Kaffee trinken und noch reden?“, erkundigte sie sich dann bei der anderen. Das wäre außerdem bequemer. Sie könnten sich setzen und die Fahrräder abstellen.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptySo 6 März 2016 - 17:01

Die Wegstrecke war zumindest anfangs noch schön, bald jedoch fuhren sie nur noch mehr oder weniger an der großen Straße entlang. Allerdings störte sich die junge Russin nicht daran, dafür war sie zu froh, Gesellschaft zu haben, wieder in die richtige Richtung zu fahren - und bald auch wieder die Lichter der Stadt sehen zu können. Als Merle ihr mehr oder minder auseinander setzte, ob sie in der Innenstadt eine Pause machen wollten, stimmte sie zu. Sasha war doch schon ziemlich erschöpft, ihr Hintern und ihre Beine taten weh und sie fühlte sich doch ein bisschen platt. Nicht, weil sie wirklich so schnell gefahren waren oder der Weg so anstrengend war, aber immerhin hatte sie an diesem Tag nun etwa drei Stunden auf ihrem Drahtesel verbracht, und das spürte sie dann doch. Bei dem Gedanken, am nächsten Tag wieder tanzen zu müssen, fühlten sich ihre Beine dabei gleich noch ungleich schwerer an, aber das würde schon gehen.

Dennoch war Sasha froh, als sie in der Einkaufsmeile endlich von den Rädern abstiegen und sie ein Stück schieben konnten. Als Merle sie wieder ansprach, lächelte sie sanft und liess sie zuerst aussprechen, wobei sie noch immer etwas Schwierigkeiten hatte, dem ganzen so schnell zu folgen. Letztendlich gelang es ihr aber dennoch, alles zu verstehen, ohne nach zu fragen oder nach zu schlagen - hoffte sie zumindest. "Nicht lang in Dallas. Zwei.. Monate? Nach Weihnachten. Vor neuem Jahr." erklärte sie in ihrem brüchigen Englisch mit dem schweren, russischen Akzent, aber doch zumindest ohne in das Wörterbuch zu blicken.
"Und verstehe schon viel!" erklärte sie stolz und strahlend. "Gerne Café!" fügte sie noch immer strahlend hinzu, während sie weiter das Fahrrad schob. "Ich lerne viel Englisch jeden Tag. In mein Zimmer überall Zettel mit Wörtern, aber es schwer." Sie seufzte, während sie dann doch wieder lächelnd die Schultern zuckte und fröhlich weiter plauderte. "Ich vergessen Worte. Oder vertauschen. Oder mein Sprache ist so schlecht, dass Niemand versteht." Sie lachte fröhlich und unbeschwert, da sie die Sprachbarrieren überwiegend mit Humor nahm - sie wusste sich ja immerhin zu helfen und meistens war es dann doch eher witzig als frustrierend, wenn man sich dann doch nicht sofort richtig verstand.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDo 10 März 2016 - 19:03

Da sie nur selten mit ihrem Moped fuhr und stattdessen oft mit dem Rad unterwegs war, hatte sie kaum Muskelkater, wobei es heute doch ein wenig ziepte, denn es war eine relativ weite Strecke gewesen. Sollte sie noch einmal in den Wald wollen, würde sie wahrscheinlich doch eher auf einen Motor und nicht auf ihre Beine als Antriebskraft setzen. Im Augenblick genoss sie es daher ebenfalls, locker herumzuschlendern und die müden Beine ein bisschen ausschütteln zu können, während sie Sasha fragte, wie lange sie schon in den Staaten war. Stauend blickte sie diese an, als sie berichtete, erst kurz vor dem neuen Jahr angekommen zu sein. Für die paar Wochen verständigte sich die junge Frau wirklich schon gut.

„Ja!“, bestätigte sie daher anerkennend, dass Sasha tatsächlich schon viel verstand, zumal sie eben völlig ohne das Wörterbuch ausgekommen war. „Das kenne ich“, lachte sie auf und nickte, nachdem die andere fortgefahren war. „Erst hatte ich auch viele Zettel, damit ich mir merken konnte, was wie heißt.“ Sie lächelte und schlug zusammen mit Sasha den Weg zum Starbucks ein. Es freute sie, dass die junge Russin es nicht so tragisch zu nehmen schien, dass sie noch Schwierigkeiten beim Sprechen hatte, denn aus eigener Erfahrung wusste sie, dass das besser wurde und wenn Sasha es weiterhin optimistisch anging, würde sie es umso schneller schaffen, sich besser ausdrücken zu können. Als sie am Starbucks angekommen waren, schloss sie ihr Rad am Fahrradständer an und begab sich mit der anderen hinein. Wenn sich die Möglichkeit ergeben würde, würde sie Sasha während des Kaffeetrinkens fragen, weswegen sie eigentlich in Dallas war, denn das interessierte sie.

tbc ~ Geschäftsviertel ~ Einkaufsmeile "Sapphire Alley" ~ Starbucks Coffee + Sasha Pajari
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDi 22 März 2016 - 20:24

CF: Geschäftsviertel | Hotel | Hotelbar im Keller

An der Hotelbar war es auffallend ruhig gewesen. Ein wenig zu ruhig für Jades Geschmack. Nach ein paar Corona, die sich aus dem Blickwinkel der jungen Wandlerin durchaus noch im Rahmen des "üblichen Feierabendbierchen" bewegten, setzte auch schon ein vertrautes und verhasstes Gefühl ein, das ihrer Laune schlagartig einen Dämpfer verpasste: Sie hatte Hunger. Das leise Rumoren in ihrem Magen sprach für sich und so hatte sie beschlossen, auf die Suche nach etwas Essbarem zu gehen. Dass sie sich auch einfach eine Pizza ins Hotel hätte bestellen können - daran hatte sie nicht gedacht. Wäre ja auch zu einfach gewesen. Bei ihren ausschweifenden Spaziergängen rund um das Hotel war ihr die belebte Einkaufsstraße nicht entgangen, in der vor allem tagsüber die Leute gedankenverloren durch die Gegend flanierten und durch Schaufenster gafften, ohne sonderlich auf ihr persönliches Hab und Gut zu achten. Für die geschickten, flinken Finger der jungen Frau ein Kinderspiel.

Und da Jade sich daran erinnerte, ein paar Restaurants und Fast Food-Ketten auf der Sapphire Alley gesehen zu haben, beschloss sie, dass sie einfach der Nase nach entscheiden würde, wo sie sich ein verspätetes, zweites Abendessen gönnen würde. Und vielleicht noch einen Doughnut und eine heiße Schokolade von Starbucks zum Nachtisch? Das hörte sich nach einem Plan an und so beglich sie die Rechnung für die vernichteten Biere an der Hotelbar und rauschte förmlich aus dem Hotel, in Richtung der nahe gelegenen Einkaufsmeile. Für einen Moment schien es, als wäre ihr ein vertrauter Geruch in die Nase gestiegen, von dem sie aber nicht genau sagen konnte, wo sie ihn schon einmal wahrgenommen hatte und sie hielt für einen kurzen Moment auf der Straße irritiert inne. Doch so schnell dieser Anflug gekommen war, war er auch wieder verschwunden. Kopfschüttelnd und schulterzuckend machte sie sich auf den Weg.

Trotz der fortgeschrittenen Stunde waren immer noch verhältnismäßig viele Menschen auf den Straßen unterwegs. Sie konnte kaum einen Laden ausmachen, der bereits geschlossen hatte, bis auf die besonders tollen und exklusiven Boutiquen, die sie ohnehin kein Stück interessierten. Letzten Endes wurden die völlig überteuerten Klamotten auch nur von Kinderhänden in Taiwan oder China zusammengenäht. Außerdem wurden solche Läden in aller Regel viel zu gut bewacht und eine junge Frau mit zerzaustem Haar und nahezu gänzlich schwarzer Kleidung bestehend aus einem schwarz-weiß gestreiften Top, Lederjacke, Bondage-Hose und schwarz-weißen Chucks mit Totenkopfmuster passte wohl nicht wirklich in die Szenerie einer angesagten Modeboutique.
Ein erneutes Grummeln aus der Magengegend erinnerte sie daran, weshalb sie eigentlich hier war. "Qual der Wahl, eh?", murmelte sie vor sich hin und überlegte, welches der zahlreichen Angebote in Sachen Nahrungsversorgung sie wahrnehmen sollte.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDi 22 März 2016 - 20:57

CF: Rezeption - Hotel - Geschäftsviertel

Der kurze Spaziergang fungierte gleichzeitig als eine Art Orientierungslauf. Natürlich hatte er sich auch schon vorab informiert, wohin er da geriet. Er hatte Google Maps ziemlich gründlich durchforstet, und bereits zuhause in Acapulco mögliche Routen seiner Schwester abgecheckt. Dabei war er genauso methodisch vorgegangen wie jedesmal, wenn er jemanden jagte. Er versuchte, sich in den Kopf desjenigen zu versetzen und zu denken wie der Delinquent - jämmerlich, erbärmlich, ängstlich. Bisher hatte er mehr oder weniger erfolgreich verdrängt, dass es seine Schwester war, die er liquidieren sollte. Vielleicht kam das kalte Entsetzen, das er gespürt hatte, als er ihr Foto auf dem "Jagdschein", wie sie es nannten, gesehen hatte, dann zurück, wenn er sie sah. Und lähmte ihn, wenn er den Abzug drücken sollte. Diego hoffte, dass das nicht passierte.
Im Moment war sie in seinem Kopf irgend eine Puta, die es zu finden und zu töten galt. Ein Auftrag wie jeder andere.
Mit dem kleinen, aber bedeutenden Unterschied, dass seine gesamte Familie starb, wenn er Jade nicht zurück nach Acapulco brachte. Er musste verdammt nochmal seine Gefühle für die Kleine ausschalten, wenn er ihre Familie retten wollte. Und genauso erbarmungslos sein wie das Kartell, mit dem sie sich angelegt hatte.

Auch jetzt hatte er den Weg zuerst auf seinem Smartphone überprüft, um zu sehen ob es irgendwelche Abkürzungen gab.
Diego war in so ziemlich jeder Hinsicht das komplette Gegenteil seiner Schwester - die vermutlich noch nicht einmal wusste, in welchem Stadtteil sie sich gerade aufhielt, wenn man sie fragte. Ihr fehlender Orientierungssinn hatte immer wieder mal für Spott in der Familie gesorgt, obwohl sie sich, wenn es darauf ankam, überraschend gut und schnell zurechtfand. Vielleicht war das hier so ein Fall.
Diego sah sich um, merkte sich markante Punkte mit der ihm eigenen Effizienz, um den Heimweg ohne sein Hand zu finden. Kleine Challenges, die er sich selbst stellte. Es war wichtig, das Gelände zu kennen. Aufmerksam huschte sein Blick über die Passanten. Der Geruch von Essen drang in seine Nase, und er zog sie angewidert kraus. Sein Magen rebellierte immer noch gegen die Unmengen an Bier und Tequila, die er in den letzten zwei Tagen in sich hineingeschüttet hatte. Zwei Tage, die er damit verschissen hatte, sich halbtot zu saufen. Aber er hatte keine Wahl - Jade musste sterben, wenn er das Überleben seiner restlichen Familie sichern wollte. Sie hatten ihm eine Woche Zeit gegeben, um sie zu töten.
Lebend zurückbringen würde er sie auf keinen Fall. Es war ein Akt der Gnade, den er ihr erweisen wollte. Er wusste schließlich selbst am besten, was denen passierte, die dumm genug waren sich der Folter eines mexikanischen Drogenkartells auszusetzen.
Der Große Boss hatte nicht gelogen, es war ihr gegenüber um einiges humaner, ihr direkt eine Kugel in den Kopf zu jagen.

Ein vertrauter Geruch schlich ihm in die Nase. Aufmerksam hob er den Kopf. War des möglich? Er wusste, dass sie ihn genauso würde riechen können wie er sie, und hatte vorsichtshalber sein Aftershave gewechselt - eine aggressive Note, die seinen natürlichen Geruch so weit unkenntlich machte, dass er sich in ihrer Nähe aufhalten konnte, ohne sofort erkannt zu werden. Vermutlich hatte sie daran auch nicht gedacht. Wozu auch, ausser ihnen gab es ja keine Gestaltwandler im Kartell, und dass sie ausgerechnet ihn auf Jade ansetzen könnten wäre ihr bestimmt nicht in den Sinn gekommen.
Gleich darauf entdeckte er sie. An der eleganten, katzenhaften Gangart erkannte er sie zuerst, die in so krassem Gegensatz zu ihrer sonstigen Tollpatschigkeit stand. Er sah sie nur von hinten, das zerzauste Haar und die schwarzen Klamotten, die obligate Lederjacke. Und diese kindischen Chucks. Merde, dass die Kleine einfach nicht erwachsen werden wollte!
Eine Mischung aus tierhafter Freude, seine Beute gefunden zu haben und einer seltsamen Verzweiflung durchströmte ihn, als er sich unauffällig in einen Durchgang zurückzog, um sie zu beobachten.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDi 22 März 2016 - 21:35

Quietschvergnügt wie sonst immer pfiff die junge Frau eine Melodie vor sich her, ein altes, mexikanisches Kinderlied, das ihr schon seit Tagen nicht aus dem Kopf gehen wollte. Ein Stück Erinnerung an gute alte Zeiten. Und auffallend passend. Der Frühling stand immerhin vor der Tür und es schien nicht so, als würde der Winter noch einmal urplötzlich über Dallas hereinbrechen. De colores se visten los campos en la prima vera, summte sie gedanklich vor sich hin, von bunten Frühlingswiesen, auch wenn es wohl noch ein wenig dauern würde, bis die Bäume der Alleen und die Blumen in den Parks blühen würden. Aber immerhin passte es zumindest mal sinnbildlich - und zu ihrer Stimmung allemal.

Verschiedene Gerüche vermischten sich mit der verpesteten Stadtluft. Gerüche nach verschiedenen Parfums, menschlichem Schweiß und der verführerische Duft von Essen, der aus den Küchen der Restaurants nach draußen, in die Welt getragen wurde. Unentschlossen blieb sie inmitten der Einkaufspassage stehen, schaute sich um, knabberte nachdenklich an ihrer Lippe, so wie sie es immer tat, wenn sie angestrengt über etwas nachdachte - was zugegebenermaßen nicht allzu häufig vorkam, wenn es nicht unbedingt ums Essen ging. Schlussendlich entschied Jade sich für einen Hot Dog - vorerst. Lange satt würde sie von dem labberigen Weißbrot, der Wurst und dem Klecks Ketchup kaum werden, aber es war immerhin ein Anfang und ließ sich bequem im Gehen essen, während sie sich spontan doch für einen kleinen Schaufensterbummel entschied - und sich die feinen Härchen auf ihren Armen und in ihrem Nacken für einen Moment aufstellten, als ein plötzlicher Schauer ihr über den Rücken rann. Die grünen Augen zu schmalen Schlitzen verengt, warf sie in einer augenscheinlich völlig unbekümmerten Bewegung, bei der sie sich einmal um die eigene Achse drehte, fast so, als sei ihr ein Penny runtergefallen und sie suche ihn, einen prüfenden Blick auf ihre nähere Umgebung. "Oh Chica, langsam wirst du wohl loco...", murmelte sie zu sich selbst und schüttelte den Kopf. Zwischen den Ladenreihen taten sich immer wieder kleine Seitengassen auf, in denen die Ladenbesitzer entweder irgendwelches Gerümpel lagerten oder einfach nur ihren Müll los wurden. Und doch wirkten diese dunklen kleinen Gassen heute Abend besonders bedrohlich. Muss wohl am Schlafmangel liegen, erklärte sie sich das ungute Gefühl von drohendem Unheil, das sich in ihrem Innern ausbreitete und sie in Alarmbereitschaft setzte. Für den Bruchteil einer Sekunde blitzten Bilder aus ihrer Vergangenheit, aus einem anderen Leben, einer völlig anderen Welt voller Gewalt und Brutalität vor ihrem geistigen Auge auf. Sicher gab es in Acapulco ähnliche kleine, dunkle Seitengassen. Auch wenn die meistens für eine besondere Form der "Abfallentsorgung" genutzt wurden.

Doch sie ignorierte die Warnzeichen ihrer eigenen Instinkte. Verdammt, das hier war Dallas. Amerika! Sicher waren die Amigos des Kartells bereits auf der Suche nach ihr, doch bezweifelte sie in aller Arroganz, dass man sie so schnell in einer Millionenstadt wie dieser hier finden würde, schließlich hatte sie sich beim Verwischen ihrer Spuren wirklich Mühe gegeben. Nein. Hier war sie sicher. Vorerst.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDi 22 März 2016 - 22:32

Er war nahe genug, dass er hören konnte, was sie vor sich hin pfiff. Diego biss die Zähne aufeinander, so dass die Kieferpartie deutlich hervortrat. Zwischen seinen Augenbrauen erschien eine steile Falte. Er kannte das Lied nicht nur, er hatte es ihr beigebracht, als sie etwa sechs Jahre alt gewesen war. Nicht, dass er sich als Vierzehnjähriger besonders viel um seine Schwester gekümmert hatte. Dazu war er zu dieser zeit schon viel zu sehr mit den vielen kleinen Botengängen für das Kartell beschäftigt gewesen. Und selbst wenn er zuhause war holte er so viel Schlaf wie möglich nach, oder bereitete sich auf seinen nächsten Einsatz vor. Aber diese Erinnerung stand ihm plötzlich klar und deutlich vor Augen - die kleine Jade, die mit dem Rücken zu ihm auf dem Boden hockte, ihr zerfleddertes Stofftier im Arm, wie sie dem undefinierbarem was-auch-immer-es-war dieses Lied vorsang. Diegos Magen fühlte sich gleich noch viel flauer an. Es würde verdammt schwer werden, ihr dabei ins Gesicht sehen zu müssen, stellte er fest. Warum hatte die dumme Pute sich auch auf die Narcos einlassen müssen, verflucht!
Er hatte ihr immer wieder gesagt, dass ihr Platz zuhause war. Dass es ihre Aufgabe als Frau war, den Herd und die Kinder zu hüten, dass sie sich um das Zuhause zu kümmern hatte. Sie war hübsch und schlau, und hätte einen guten Mann finden können, dem sie das Heim verschönern könnte - wenn sie nur auf ihn gehört hatte.

Stattdessen hatte sie sich in Gefahr gebracht, indem sie denselben Weg wie er eingeschlagen hatte. Was für eine Verschwendung! Natürlich war es nur eine Frage der zeit gewesen, bis sie diesen Fehler machte. Das war ihm von Anfang an klar gewesen. Aber sie hatte das offensichtlich nicht geglaubt. Süße, dumme kleine Jade, die gedacht hatte, dass mit ihrem Verschwinden alles erledigt war.
Diego schluckte die aufkommende Wut herunter. Er hatte gesehen, was mit Frauen wie ihr passierte, wenn das Kartell sie erwischte. Und vor allem, was mit ihren Familien passierte, wenn sie nicht erwischt wurden. Und zum Teufel, Jade wusste das doch auch! War ihr das denn so egal oder hatte sie es einfach verdrängt?
Er unterdrückte das wütende Schnauben.
Als sie stehenblieb drückte er sich fast automatisch tiefer in den Schatten, obwohl er genau wusste, dass sie ihn nicht gesehen haben konnte. Aus seinem Blickwinkel konnte er sie ziemlich gut sehen, sie ihn aber nicht. Er musterte ihr Gesicht, als sie sich in seine Richtung wandte und biss die Zähne noch fester aufeinander. Sie hatten sich in den letzten paar Jahren nicht oft gesehen, aber Jade war eben doch immer noch seine Schwester. Irgendwo unterhalb seiner Kehle bildete sich ein eiskalter Knoten, als er sie bebachtete und ihm klarwurde, dass es für sie beide kein Zurück mehr gab.

Die Art, wie sie die Unterlippe zwischen die Zähne zog war so vertraut, dass seine eignen Lippen zuckten. Das tat sie immer, wenn sie überlegte. Er sah zu, wie sie sich einen Hot Dog kaufte. Die Dinger würden ihren Hintern fett machen, und kein anständiger Kerl würde sie mehr heiraten wollen, schoss ihm durch den Kopf. Als hätte er nicht vor, sie innerhalb der nächsten drei Tage zu töten. Der Geruch des Hot Dogs mischte sich mit ihrem und wabberte zu Diego. Sein Magen verkrampfte sich, und einen Moment lang war er sich sicher, sich übergeben zu müssen. Er beobachtete, wie sie sich drehte. Hatte sie ihr Wechselgeld fallen lassen? Aber sie bückte sich nicht nach einer Münze. Selbst ihre Manöver waren durchschaubar. Kein Wunder, dass er sie so schnell gefunden hatte. Obwohl, das musste er zugeben, heute hatte ihm das Glück einfach alles in die Hände gespielt.
Etwas in ihm wünschte sich, sie würde die Gefahr erkennen. Und einfach loslaufen, kopflos wegrennen, in den nächsten Flieger steigen und verschwinden. Dieses Mal wirklich verschwinden, unauffindbar, selbst für ihn. Diego starrte ihr finster hinterher.
Jetzt, wo er sie gefunden hatte, gab es keine andere Möglichkeit mehr. Er oder sie. Und das hier war nunmal keine rührselige Geschichte, in der er sich für seine Schwester opfern würde. Wenn er in Acapulco eines gelernt hatte dann das, dass jeder sich selbst der Nächste war. Familie war wichtig. Aber nicht so wichtig, dass man sein eigenes Leben dafür verschleuderte.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyDi 22 März 2016 - 23:39

Der Hotdog war schneller verdrückt, als sie "Adios" sagen konnte, doch wirklich gesättigt fühlte sie sich nicht. Allerdings hatte sie eigentlich schon zuvor am Abend, bevor sie sich an der Hotelbar mit dem nach Heimat schmeckenden Bier zugeschüttet hatte, reichhaltig gegessen. Also entschloss sie sich, den zuvor gefassten Plan in die Tat umzusetzen und sich für den weiteren Schaufensterbummel und den anschließenden Heimweg mit Doughnuts und einer monströsen Ladung heißer Schokolade von Starbucks einzudecken. Die Melodie wollte ihr noch immer nicht aus dem Kopf - wie zum Teufel war sie überhaupt darauf gekommen? Sie hatte das Lied bestimmt schon seit Jahren nicht mehr gehört und dann war es einfach da, in ihrem Kopf, gewesen.

Achtlos warf sie das dünne Stück Papier, in das der Hotdog gewickelt gewesen war, in einen der Mülleimer, die den Straßenrand säumten und fischte ein kleines, schwarzes Zigarettenetui mit Totenkopf-Emblem aus der Tasche ihrer Lederjacke, holte einen Glimmstängel aus diesem und zündete sich diesen an. Ebenso geschickt, wie sie das kleine Etui aus der engen Jackentasche gefischt hatte, verschwand es auch wieder darin. Sie inhalierte tief, genießend, ehe sie den blauen Dunst ausatmete und zusah, wie sich die Rauchschwaden förmlich in Luft aufzulösen schienen. Noch immer rumorte es in ihrem Innern - allerdings hatte dieses Rumoren nichts mit Hunger zu tun. Sie konnte sich schlicht nicht erklären, woher dieses ungute Gefühl plötzlich gekommen war. Die Straße war noch immer ziemlich belebt, sie konnte keine besonderen Gerüche oder Geräusche ausmachen, bis ein Windhauch ihr erneut diesen eigenartigen Geruch in die Nase wehte. Ein Geruch, der so vertraut schien und doch so völlig befremdlich war und ihr das Gefühl gab, dass da etwas war, was nicht da sein sollte... oder war da eben nicht das, was da sein sollte? Irritiert verlangsamte Jade ihre Schritte, warf aus den Augenwinkeln vorsichtige Blicke in die dunklen Seitengassen, an denen sie vorbeiging. Doch außer dem ein oder anderen Streuner, der in den offenen Mülltonnen nach Essensresten wühlte, war da nichts - niemand.

Sie wähnte sich zu sehr in Sicherheit, als dass sie auf die warnenden Signale ihrer Instinkte hören wollte und redete sich die plötzlich aufgekommene Nervosität schön. War es denn nicht normal, dass Menschen ein wenig nervös wurden, wenn sie große, bedeutende Schritte in ihrem Leben taten? Daran bemessen hätte sie wohl ein einziges Nervenbündel sein müssen. Immerhin hatte sie ihr gesamtes bisheriges Leben von heute auf morgen hinter sich gelassen. Nicht einmal ihren Namen hatte sie mit in ihr neues Leben genommen - zumindest nicht den gesamten. Sie war mutterseelenallein in diese große, fremde Stadt gekommen. Und hey - immerhin hatte sie endlich einen Job! Und in Cas hatte sie schließlich auch einen ersten Freund in diesem neuen Leben gefunden.
Dumm war nur, dass sie gewöhnlich nie nervös wurde. Und doch tat sie alles mit einem leichten Kopfschütteln ab. Den Stummel der aufgerauchten Kippe schnippte sie achtlos auf die Straße und setzte sich wieder in Bewegung. Morgen früh würde die Welt schon wieder anders aussehen.

Im Vorbeigehen fiel ihr ein Handyladen ins Auge, was sie daran erinnerte, dass sie sich noch immer nicht um eine Möglichkeit, erreichbar zu sein, gekümmert hatte. Einen Moment lang dachte sie darüber nach, ob sie das überhaupt wollte, spielte mit dem Ring in ihrer Unterlippe, während sie auf dieser herumknabberte. Und sie entschied sich dafür, dass wohl nichts gegen ein einfaches Handy mit Prepaid-Karte sprach. Bei Bedarf konnte sie es immer noch schreddern, im nächsten Mülleimer oder den hiesigen Gewässern versenken. Also betrat sie den Laden und kam schon kurze Zeit später mit einem brauchbaren Telefon, für das ihr der Ladenbesitzer einen guten Preis gemacht hatte, wieder aus dem Laden. Zurück im Hotel würde sie erst mal Cas' Nummer einspeichern, denn andernfalls dauerte es mit Sicherheit nicht lange, bis sie den Zettel, auf dem er ihr seine Nummer bereits zum dritten Mal aufgeschrieben hatte, wieder verbummelte. Als sie aus dem Laden zurück auf die ruhiger werdende Einkaufsstraße trat, hatte sich das ungute Gefühl in ihrem Innern gelegt und sie verschwendete keinen Gedanken mehr daran. Es machte ohnehin keinen Sinn, sich über Vergangenes Gedanken zu machen. Im Schlendergang bahnte sie sich ihren Weg über die Sapphire Alley in Richtung ihres erklärten Ziels - der Starbucks-Filiale am Ende der Straße.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 23 März 2016 - 13:02

Der Rauch ihrer Zigarette ließ seine Finger jucken. Seine Eigenen stecken in der Innentasche seiner Jacke. Er strich kurz über die unauffällige Ausbuchtung in der Brusttasche und atmete tief durch. Gerade hätte er eine nötig.
Eigentlich hatten ihm Zigaretten nie geschmeckt, aber es war wichtig, dazu zu gehören. Schon mit dreizehn hatte er seinem Dad die Kippen geklaut, um vor den anderen cooler dazustehen. Und inzwischen hatte er sich so daran gewöhnt, dass er in Stresssituationen oder auch einfach wenn ihm langweilig war ganz automatisch danach griff. Er mochte, wie seine Gedanken scheinbar sofort zur Ruhe kamen, wenn er den ersten Zug nahm. Und den angenehmen Nebeneffekt, dass es seinen feinen Geruchssinn für kurze Zeit betäubte - manchmel war der nämlich nicht gerade ein Segen, vor allem nicht an den finsteren Ecken in Acapulco. Es lag nicht am Geschmack oder dem Nikotin, jedenfalls redete er sich das ein. Es lag an der vertrauten Routine. Das charakteristische Schaben des Feuerzeugs, das meist erst beim zweiten Versuch die Flamme anschlug. Das leise Knistern, wenn das dünne Papier und der Tabak Feuer fingen und schließlich der erste Zug, der die Glut unaufhaltsam auf seine Finger zu sog. Er hatte sogar eine Zeitlang versucht, sich die Dinger selber zu drehen. Aber Diego hatte schnell feststellen müssen, dass er dafür weder die Geduld, noch das nötige Geschick aufbrachte. Deswegen starrte er einen Herzschlag lang nicht seine Schwester, sondern ihre Zigarette an. Gierig sog er die rauchgeschwängerte Luft in seine Lungen. Sie rauchte sogar dieselbe Marke wie er.

Diego folgte ihr unauffällig. Er war selbstbewusst genug um zu wissen, dass sie ihn nicht entdecken würde, wenn er das nicht wollte. Aber mit einem sonderbaren Anflug von Stolz bemerkte er, dass sie sehr wohl ihre Umgebung im Auge behielt. Wenigstens lief sie nicht vollkommen blindlings durchs leben.
Die Gewissheit, dass ihr das alles schon längst nichts mehr brachte, ließ seinen Magen wieder rebellieren. Der verdammte Tequila! Diego hatte versucht, sich den Auftrag so gleichgültig wie möglich zu saufen, aber schnell festgestellt, dass das nicht funktionieren würde. Und wenn er sich den Schnaps intravenös verabreichen ließ, er würde nicht vergessen können dass Jade seine Schwester war. Er hatte sogar erwogen, sie zu finden und dann mit ihr gemeinsam unterzutauchen. Alle möglichen Ideen hatte er gewälzt und verworfen. Ein Leben auf der Flucht klang anfangs romantisch, aber er war schlau genug um zu wissen, dass man nie in die Zukunft sehen konnte, wenn man immer über die Schulter nach hinten sah. Da waren ausser seiner Familie noch ein paar andere Leute, die ins Gras beissen mussten, wenn sie nicht wieder auftauchten. Allen voran wahrscheinlich die Mädchen, mit denen er zuletzt gevögelt hatte. Und zumindest eine davon hatte Diego wirklich gern, auch wenn er das nie laut zugeben würde.

Er beobachtete Jade, wie sie einen Handyladen betrat. Sie war klug genug gewesen, ihr eigenes Telefon verschwinden zu lassen, als sie untergetaucht war. Vermutlich war sie auch klug genug, mit dem neuen Handy niemanden anzurufen, der zu ihrer Vergangenheit gehörte. Also musste es  jemanden geben, der ihr half und den sie kannte - wozu brauchte sie wohl sonst ein Handy, wenn es doch Facebook und ähnlichen Kram gab, um sich zu verständigen?
Diego warf einen kurzen Blick durchs Schaufenster und sah, dass sie sich mit dem Verkäufer unterhielt. Er hatte bestimmt ein paar Minuten. Also zog er seine Zigaretten hervor und ließ sich in einem Hauseingang gegen die Wand sinken. Wenn die Bude einen Hinterausgang hatte war er angeschissen.
Er steckte eine Zigarette an und inhalierte tief. Sofort war er ruhiger. Sie hatte ihn nicht gesehen. Warum also sollte sie durch den Hinterausgang abhauen? Gemächlich rauchte er fertig, beobachtete die Passanten, von denen immer noch überraschend viele unterwegs waren, und warf dann und wann einen Blick auf das Schaufenster, um vielleicht noch einen Blick zu erhaschen. Als er gerade seine Zigarette austrat kam sie wieder heraus, eine Tüte in der Hand. Also hatte sie sich gleich ein Handy gekauft. Jade war nicht blöd, es war bestimmt ein Prepaid-Teil. An sich war es auch egal, sie würde es nicht mehr viel benutzen.
Diego heftete sich wieder an ihre Fersen, immer genug Abstand zwischen ihnen. So würde sie ihn auch nicht entdecken, wenn sie sich zufällig doch umdrehte. Und falls sie zu genau hinsah, konnte er hier auf der belebten Straße schnell in einem der Läden verschwinden.
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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 23 März 2016 - 21:21

Gemächlich schlenderte Jade die Straße entlang, blieb hin und wieder an einem Schaufenster stehen und betrachtete die angepriesenen Waren, ohne wirklich allzu viel Interesse daran zu hegen, wirklich etwas zu kaufen. Aber es war entspannend, einfach nur gemütlich durch die Straßen zu schlendern und sich um nichts Gedanken machen müssen - außer vielleicht darum, dass sie sich nicht wieder die Nacht um die Ohren schlug, immerhin war Cas nicht da und würde sie morgen früh wecken. Und dass der Weckdienst des Hotels es schaffen würde, sie wirklich wach zu bekommen, das bezweifelte sie stark. Denn wenn sie einmal schlief, schlief sie. Der dritte Weltkrieg konnte ausbrechen, die Pforten der Hölle sich direkt neben ihrem Bett öffnen - sie würde es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht mitbekommen. Die einzige Reaktion ihrerseits, die denkbar war, wäre ein unverständliches Murmeln und ein Drehen von einer auf die andere Seite. Glücklicherweise war ihr Hotelzimmer mit einem großen Kingsize-Bett ausgestattet, ansonsten wäre sie wohl mehr als nur einmal aus dem Bett gefallen, so sehr wuselte sie nachts im Schlaf umher.

Das Unbehagen von vorhin war schon längst wieder in Vergessenheit geraten. Nicht einen Gedanken verschwendete sie mehr an das warnende Ziehen und Poltern in ihrem Innern. Stattdessen spazierte sie mit einer Leichtigkeit durch die Straßen und durchs Leben, die man zumeist von Kindern gewohnt war, deren junge, unschuldige Schultern noch nicht mit der Last des Lebens beladen worden waren. Immer wieder lenkte etwas anderes ihre Aufmerksamkeit auf sich. Mal eine Jacke in einem Schaufenster, mal ein Paar Schuhe, mal einfach nur ein besonders ausgefallenes oder lustiges Werbeschild. So näherte sie sich ihrem Ziel nur langsam, aber auf gewisse Weise stetig. Vor der Starbucks-Filiale machte sie kurz Halt und betrachtete ihr eigenes Spiegelbild im Schaufenster. Im Laden war nicht allzu viel los und selbst wenn jemand von drinnen bemerkte, was sie da tat und sie dabei beobachtete, wie sie ihr wirres Haar wieder halbwegs in Ordnung zu bringen versuchte, indem sie mit beiden Händen ein paar Mal hindurchfuhr und sich Jacke und Top zurechtzupfte, interessierte es die junge Wandlerin herzlich wenig. Sollten die Leute doch denken, was sie wollten. War ja deren Problem und nicht ihres.

Die Tür des Ladens öffnete sich und eine kleine Gruppe Jugendlicher kam laut lachend und wild gestikulierend aus dem Laden gestürmt und für den Bruchteil einer Sekunde kam es Jade vor, als hätte sie im Spiegelbild der Glastür eine Gestalt gesehen - wie ein Schatten, den man nur aus dem Augenwinkel sieht und der verschwunden ist, sobald man genauer hinschaut. Erneut wurden ihre Augen schmal und erneut rieselte ein unwohler Schauer über ihren Körper und sorgte dafür, dass sich ihr die Nackenhaare und die feinen Härchen auf ihren Armen aufstellten. "Dios mio, ich sollte schlafen gehen", murmelte sie kopfschüttelnd zu sich selbst und verschwand in dem nach Kaffee duftenden Laden.

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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMi 23 März 2016 - 23:42

Es war ziemlich langweilig, ihr nur hinterher zu schleichen. Vor allem, weil sie bloß tat, was Frauen eben so taten, um sich die Zeit zu vertreiben - Window-shopping. Diego unterdrückte ein Gähnen. Weiber waren doch alle gleich. Was hatte es nur damit auf sich, Klamotten zu beglotzen? Er würde es nie verstehen. Man sah, was einem gefiel, kaufte es und zog es an. So einfach war das. Dazu musste man sich noch nicht einmal die Nase an irgend einer Scheibe plattdrücken. Es genügte, zum Herrenausstatter seines Vertrauens zu gehen und sich etwas aussuchen zu lassen.
Diego begutachtete sein eigenes Spiegelbild im Schaufenster und nickte anerkennend. Die halblangen Haare hatte er zurückgegelt, allerdings nicht so streng, dass sich nicht immer noch die weichen Naturlocken abzeichneten. Unter der Lederjacke im Biker-Stil trug er einen grauen Pulli zur schwarzen Jeans, die über den Bikerstiefeln einmal aufgeschlagen war. Er hasste Chucks. Damit wirkte man immer wie ein Student, der krampfhaft cool sein wollte. Die schweren Lederboots waren da schon um einiges besser - und vor allem bequemer, wenn man damit zutreten wollte.  

Dass Jade so überhaupt nichts Interessantes machte, langweilte ihn zu Tode. Es war ihm klar gewesen, dass sie nicht besonders auf sich aufmerksam machen würde. Aber dass sich seine kleine Verfolgung so langweilig gestaltete, damit hatte er nicht gerechnet. Er hing seinen eigenen Gedanken nach, während er ihr hinterherschlenderte und dann und wann andere Passanten beobachtete, ohne den dunklen Haarschopf seiner Schwester aus den Augen zu verlieren. Mitleidig blieb sein Blick immer wieder an Männern hängen, die mit einer Frau am Arm gezwungen waren, sich hier durch die Passage schleifen zu lassen. Andererseits - wenn die bueys so dämlich waren, sich von ihren Weibern unterm Pantoffel halten zu lassen, dann hatten sie es garantiert nicht besser verdient. Die pinkelten wahrscheinlich auch im Sitzen. Diego runzelte, angewidert von so viel unmännlichem Verhalten, die Stirn. Sie hatten ihre Anhängsel verdient, denen sie ergeben in die Boutiquen folgten. Diese amerikanischen Blondchen, die sich die Lippen und die Brüste aufspritzen ließen und glaubten, damit weiblicher zu wirken - ha! Dabei konnten die meisten noch nicht einmal kochen!

Apros pos kochen, sein Magen schien sich langsam zu beruhigen. Vielleicht sollte er doch noch versuchen, etwas zu essen. Die letzten zwei Tage hatte er sich hauptsächlich von Alkohol ernährt, und den widerlichen Fraß im Flugzeug hatte er aus Prinzip nicht angerührt. Ein weiterer Blick auf seine Schwester brachte das unangenehm flaue Gefühl in seinem Magen zurück. Sie hatte sich einem Schaufenster zugewandt, und er konnte die Spiegelung ihres Gesichts im Glas erkennen. Auf ihrem hübschen Gesicht zeichnete sich ein halbbewusstes kleines Lächeln ab. Vermutlich galt es den Schuhen in dem Schaufenster, aber Diego hatte das Gefühl sich gleich übergeben zu müssen. Sie wirkte so glücklich, gelöst, als würde sie nicht einen Gedanken daran verschwenden, was passiert war.
Er hielt den Atem an, bis er sicher war, dass er nicht gleich in die nächste Mülltonne kotzen würde. Die Sache nahm ihn doch mehr mit, als er geglaubt hatte.
Nur wenige Minuten später schien sie ihr Ziel erreicht zu haben. Starbucks. Den gab es zuhause in Acapulco auch, auch wenn das Geschäft dort vermutlich um einiges heruntergekommener war. Er sah zu, wie sie sich im Glastürspiegel adjustierte, völlig unbekümmert, wie immer. Er fragte sich, ob er ihr folgen sollte oder nicht. Das Gebäude wirkte groß, und durch die Glastür konnte er sehen, dass sich darin einige verwinkelte Nischen befanden, in denen man sich setzen konnte. Traf sie sich hier mit jemandem? Noch während er überlegte schwang die Tür auf, und Diego ging auf, dass sich damit der Winkel der Spiegelung veränderte. Hastig machte er ein paar Schritte zurück, hinter eine Reklametafel. Hatte sie ihn gesehen? Sein Herz schlug schneller, als er durch einen schmalen Schlitz nach vorne sah. Wahrscheinlich nicht. Die öde Observierung hatte ihn nur unvorsichtig gemacht.

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BeitragThema: Re: Sapphire Alley   Sapphire Alley - Seite 2 EmptyMo 28 März 2016 - 16:14

CF: Geschäftsviertel - Einkaufsmeile "Sapphire Alley" - Starbucks Cooffee (+Jade Domingo)
Gestalt: Hund-Kojote - Mischling

In Ordnung?! Diegos Nackenfell sträubte sich noch ein wenig mehr, und er konnte nichts dagegen tun. Hunde konnten eben nicht lügen, und dazu gehörte leider auch, dass er die typische Körpersprache des Tieres nicht wirklich kontrollieren konnte. Aber er konnte es wenigstens versuchen - auch wenn die Sache mit dem ungewollten Schwanzwedeln schon lästig genug war. Vorsichtshalber machte er einen Schritt zurück, um seinem aggressiven Aussehen ein wenig den Ausdruck zu nehmen. Er wollte Jade keine Angst machen. Das hatte nichts damit zu tun, dass er seine Schwester nicht erschrecken wollte, sondern war eiskaltes Kalkül. Er wollte dass sie sich ganz normal benahm und ihm im Idealfall zu ihrem Zuhause führte. - Obwohl er sich ziemlich sicher war, dass sie in dem Hotel wohnte, in dem er auch eingecheckt hatte. Er hätte gleich die Hunde-Form annehmen sollen, um ihren Geruch deutlich ausmachen zu können. Dann hätte er gleich Gewissheit gehabt. Jetzt ärgerte er sich darüber, nicht gleich auf den Gedanken gekommen war.
Er sah ihr nach, als sie sich umdrehte. So direkt würde er ihr nicht folgen. Aber er wusste, dass er ihrer Spur auch in ein paar Minuten noch folgen konnte - so viele Menschen waren nicht mehr unterwegs, dass sie den typischen Geruch so schnell zerreissen und zertreten konnten.

Sie lief denselben Weg zurück, den sie gekommen waren. Innerlich heulte Diego auf. Schon wieder unzählige Schaufenster, an denen sie kleben würde wie eine Fliege auf einem Honigstreifen. Diese Weiber waren doch wirklich unfassbar! Gefrustet ließ er sich unter einer der scheinbar wahllos platzierten Sitzgelegenheiten auf den Boden fallen. Sie würde für den Weg also wieder das zwanzigfache an Zeit brauchen, die ein Mann brauchen würde. Diego legte den Kopf auf die Vorderpfoten und winselte frustriert. Seine wachen Augen folgten Jade, wie sie vor fast jedem Schaufenster anhielt und die ausgelegten Waren kritisch betrachtete. Er könnte genauso gut ein Nickerchen halten, bis sie fertig war. Oder ... ooder dieses Würstchen aus dem nächsten Abfalleimer ziehen und fressen! Der Geruch stieg ihm so unvermittelt in die Nase, dass er ganz automatisch aufstand. Der Stand, an dem Jade ihren Hotdog gekauft hatte. Irgendjemand hatte seinen Hotdog nicht aufgegessen, und die Überreste in den Mülleimer geworfen. Bevor Diego wusste, wie ihm geschah, hatte er bereits ein in Papier eingewickeltes Knäul aus dem Abfall gezerrt und vor der Nase. Mit den Pfoten hielt er es fest, um an den Inhalt zu gelangen. Vorsichtig schälte er Papier und Weißbrot mit den Zähnen ab, bevor ihm klarwurde, was er da tat.

Sofort hob er den Kopf und schüttelte ihn, wie um lästige Flöhe loszuwerden. Das war Abfall! Obwohl er zugeben musste, dass er als Otter auch schon lebende Kleintiere gefressen hatte, genau wie er als Puma schon andere Tiere gerissen hatte - und auch Menschen angefallen hatte. Es war eben natürlich und normal. Aber es führte ihm auch vor Augen, dass er die Körper nicht so gut unter Kontrolle hatte, wie er sich das wünschte. Langsam wich er vor dem Papier zurück, als wäre etwas Giftiges darin eingeschlagen und wandte sich dann um, um es aus dem Blickfeld zu haben. Er würde sich später im Hotel noch etwas zu essen bestellen, nahm er sich vor. Und sich nie wieder mit leerem Magen verwandeln!
Suchen huschte sein Blick über die Eingangsstraße. Er konnte Jade nicht entdecken. Sofort überfiel ihn der Schrecken. Hatte sie ihn erkannt? War sie abghauen? Merde!
Er verließ sich auf seine Nase und folgte ihrer Spur, wobei er langsam und methodisch vorging. Immer wieder hob er den Kopf, bis er schließlich vor einer Glastür stehenblieb. Irgend eine Boutique, in der sie vermutlich verschwunden war, denn hier endete die Fährte. Diego kratzte sich nachdenklich mit dem Hinterlauf am Ohr. Sie war bestimmt da drin. Also suchte er sich einen Platz etwas weiter weg und ließ sich dort auf seinen Hintern nieder, um wie ein gut erzogener Hund auf sie zu warten.
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