Dallas bei Nacht
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 There the road begins...

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BeitragThema: There the road begins...   There the road begins... EmptySa 14 Nov 2015 - 18:09

Buch o. -serie / Film o. -reihe / Serie:

Diese Fan Fiction ist von mir frei erfunden und lehnt sich somit an nichts an.

Entliehene Charaktere:

/

Kurze Vorstellung des geliehenen Charakters:

/

Im Original von:

Im Original ist das alles, was ich hier zusammen schreibe von mir. Allerdings enthalten die einzelnen Kapitel Songelemente der Band Manowar. Die Textpassagen habe ich von hier und auch alles was ich selber nicht richtig übersetzt bekommen habe, hab ich von dieser Seite. Da ich nicht vorhersehen kann, was ich aus welchem Song in den Kapiteln verwende, schreibe ich sie immer über die jeweiligen Kapitel.
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BeitragThema: Part 1   There the road begins... EmptySa 14 Nov 2015 - 18:29

Verwendete Songelemente aus den Songs:

1. Warriors oft he World
2. Sword in the Wind
3. Father (German Version)
4. March for Revenge
5. Courage
6. Blood Brother

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Part 1


… Sollte ich in einer Schlacht sterben…
… Meine Brüder, die ihr an meiner Seite kämpft…
… Nehmt mein Pferd und meine Waffen…
…. Erzählt meiner Familie wie ich starb…
… Bis dahin werde ich stark sein…  
… Werde für alles kämpfen was richtig ist…
… All jene die mir im Weg stehen werden durch mein Schwert sterben…



[Liv]

Es war eine erbitterte Schlacht in der ich mich, mit meinen Brüdern, befand. Viele von uns waren schon gefallen und so waren nur noch ich und meine Brüder übrig. Warum die Rebellen so erbittert kämpften verstanden wir nicht, denn laut dem König hatten sie alles was sie brauchten. Keine Zeit hatte ich darüber nachzudenken, denn einer der Rebellen schlug wie von Sinnen immer wieder auf mein Schild ein. Plötzlich und ohne dass ich es hätte ahnen können, machte der Rebell auf einmal eine Drehung und senkte sein Schwert. Dadurch verpasste er mir eine tiefe Wunde an meinem Oberschenkel. Auf den Beinen konnte ich mich nicht mehr halten und schlug hart auf dem Boden auf. Meine Augen schlossen sich für einen Augenblick und ich fühlte mich vollkommen benommen.

„ Liv… Geliebte wach auf. Wir müssen hier weg.“ Die Stimme meines Liebsten Fynn hörte ich, als ich langsam die Augen öffnete. Unsere Blicke trafen sich sofort und ich erkannte bei ihm ein erleichtertes Lächeln. Er kniete neben mir, während unsere Brüder weiterhin tapfer für den Sieg kämpften. Laut erhalten die Schlachtrufe von beiden Seiten, die Umgebung, während ich versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Ein starker Schmerz in meinem Oberschenkel erschwerte es sehr und so ging ich erneut zu Boden. Fynn sah keine andere Möglichkeit, rief Leo zu sich. Dieser hatte aber gerad noch einen Rebellen vor sich und so brauchte  er länger bis er zu uns kam.

Kaum dass er dann neben mir stand reichten beide mir eine Hand. Ich ergriff sie und schaute noch einmal zu Fynn, ehe sie mich hoch zogen. Mit einmal und ohne ein vorheriges Anzeichen ließ die Kraft auf der Seite meines Liebsten nach, was mich irritierte.  und es verwirrte mich. Fast gleichzeitig wie ich aufstand, sah ich wie der Körper des Mannes, den ich über alles liebte, dem Boden immer näher kam. Einer der Rebellen hatte die Situation voll ausgenutzt und Fynn mit seinem Schwert geradezu durchbohrt. Ab diesem Moment fühlte es sich für mich so an, als liefe alles nur in Zeitlupe ab. Sein Körper schlug hart auf dem Boden auf, nahezu gleichzeitig riss ich mich von Leo los. Durch die Wunde an meinem Oberschenkel fiel ich schneller auf die Knie, was mir ganz recht war, auch wenn der Schmerz dadurch nahezu unerträglich war. Dies war mir vollkommen egal, denn für mich zählte nur noch eins… mein geliebter Fynn.

Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine Brust, sofort war sie voller Blut. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Klar wusste ich und auch meine Brüder, wie man Wunden verband, aber mir war klar, auch wenn nicht wahrhaben wollte, dass es bei Fynn nichts mehr bringen würde.  Seine Augen waren geschlossen als ich ihn ansah. Die Angst nie wieder in seine Augen sehen zu können war so übermächtig. Ich schaute zu meiner Hand, als ich seine schwach darauf spürte. Nur kurz, dann blickte ich wieder in sein Gesicht, wo sich seine Augen langsam öffneten… ein letztes Mal.

„ Du musst gehen... meine Liebste.“ Fynn klang nicht wie er selbst, denn  Stimme war nicht mehr so stark und sie war gebrochen. Ob ich wollte oder nicht… mein Kopf schüttelte sich immer wieder.
„ Nein… ich lass dich hier nicht allein… nie Mals“, sagte ich mit tränenerstickter Stimme. Aber die Tränen, die mir jetzt schon unaufhörlich, wie kleine Perlen, die Wangen hinunter rannen, bemerkte ich nicht.
„ Doch Liv… du musst gehen.“ Noch wehrte ich mich gegen seine Worte und den Gedanken ihn hier einfach liegen zu lassen. Seine Hand hielt meine noch einmal ganz fest.
„ Wir werden uns wiedersehen… unsere Liebe wird unsterblich sein.“ Kaum sprach er die Worte, die mir Herz so weh taten aus, schlossen sich seine Augen… für immer. Seine Hand ließ mich nun los und ich sah ihn an, mit einem entstehenden Gefühlschaos.

Laut schrie ich meine Trauer und Verzweiflung in den Himmel. Der Schmerz in meinem Herzen war stellte den in meinem Bein weit in den Schatten. Der Sinn meines Lebens schien verloren und ich spielte jetzt schon mit dem Gedanken, mein Leben zu beenden.
Leo legte seine Arme um meinen Bauch und wollte mich von meinem ein und alles entreißen. Mit all meiner Kraft wehrte ich mich dagegen, dass er mich wieder los lassen musste. Von Fynn weg wollte ich nicht und vor allem konnte ich mir ein Leben ohne ihn immer weniger vorstellen.
„ Liv komm. Fynn würde nicht wollen, dass du hier stirbst.“ Leos Worte waren ruhig gesprochen, aber es war mir egal was er sagte. Michael kam ihm zur Hilfe und gemeinsam zogen sie mich hoch, bis ich wieder auf den Beinen stand.
„ Ich gehe nicht ohne ihn. Er ist ein Krieger und soll eine Bestattung bekommen, die seiner würdig ist“, schrie ich so laut, als sie mich immer weiter von meinem Liebsten weg zogen. Richard, einer der stärksten von uns, kam dazu und schulterte Fynn. Mit gezogenen Schwertern kämpften sie sich den Weg frei, wobei Michael und Leo mich stets mit je einer Hand fest hielten, damit ich keinen Mist bauen könnte. Der Weg durch diesen Krieg war nicht einfach, ein Krieg der so unnötig war, aber das würde ich erst viel später erkennen.


… Legt meinen Körper auf ein Schiff...  Verbrennt es auf dem Meer…
… Lasst meinen Geist auferstehen…  Walküren tragen mich…
… Bringen mich nach Walhall…  Wo meine Brüder auf mich warten…
… Das Feuer brennt zum Himmel hoch… Mein Geist wird niemals sterben…


Es war spät am Abend und die Sonne schon lange untergegangen. Erinnerungen, wie ich am Abend zuvor mit Fynn auf der Burgmauer stand und wir dem Sonnenuntergang zusahen. Heute jedoch sollte alles anders sein und nie wieder würde es so sein, wie ich es kannte, denn er war nicht mehr da. Seit wir zurück waren, schloss ich mich in meinem Gemach ein. Nur den Heiler hatte ich zu mir gelassen, damit er sich mein Bein anschauen konnte und dafür sorgen, dass ich nachher auch stehen konnte. Ich war die einzige von den Soldaten, die einen Raum in der Burg hatte. Es lag nicht daran, dass ich eine Frau war, sondern vielmehr daran, das Fynn der Cousin des Königs war. Damals gewährte der König ihm den Wunsch nur wiederwillig, denn er war der Meinung, dass ich unter der Würde seines Verwandten war und die Soldaten unter sich bleiben sollten.
Allerdings missbilligte er auch, dass ich zu den Soldaten gehörte. Wie sagte er immer: „ Eine Frau gehört an den Herd um Haus und Hof aufrecht zu erhalten.“ Meine Kampfkünste wiederum gaben mir aber recht dort zu sein, wo ich war… bei meinen Brüdern, die in jeder Schlacht an meiner Seite kämpften.

Ein Klopfen riss mich aus meinen Gedanken. Vom Fenster wandte ich mich nicht ab, als Leo mein Gemach betrat und zu mir kam. Als er mich ansah wirkte dieser sonst so starke Mann auf mich so schwach.
„ Es tut mir so unendlich leid.“ Die Worte, die so leise gesprochen wurden wie ein Hauch, wühlten mich von neuem vollkommen auf. Er zog mich in seine Arme, wollte mich trösten und ich ließ es zu. Meinen Kopf legte ich auf seine Brust und hielt einen Augenblick inne. Langanhaltendes Schweigen erfüllte den Raum und meine Tränen wollten nicht versiegen… würden sie es jemals tun?
Immer wieder schluchzte ich auf und ich als sonst so gefasste Person, hatte sie Fassung vollkommen verloren. Als Fynn starb, starb auch ein Teil von mir und dieser würde wohl so lange tot sein, bis ich ihn in Walhall wieder in die Arme schließen konnte.
„ Wir müssen los“, sprach er leise zu mir, worauf ich nur nickte. Sehr unwohl fühlte ich mich bei diesem Gedanken, meinen Liebsten und ein Teil meines Herzens zu beerdigen. Um einen kleinen Moment bat ich ihn, damit ich versuchen konnte mich zu sammeln und mein Gewand noch zu richten.
„ Sicher. Ich warte draußen auf dich.“ Kaum hatte er das gesagt verließ er auch schon den Raum. Ein letztes Mal schaute ich in den Spiegel, um zu sehen ob das Kleid auch richtig saß.

Das schwarze, weit auslaufende Samtkleid reichte bis zum Boden, war oben eng geschnitten und wie ein Mieder zu schnüren. Die Ärmel liefen spitz zu, wobei die Spitzen schon fast bis ^zum Boden reichten. Auf dem Samt waren feine, silberne Applikationen zu sehen.

Langsamen Schrittes verließ ich mein Gemach und schritt zu Leo. Meine Hand legte ich auf die seine und so geleitete er mich aus der Burg hinunter zum Strand. Je näher wir diesem kamen, umso langsamer wurde ich, bis ich mit einmal stehen blieb. Das Schiff konnte ich da schon sehen und das brach mir das Herz endgültig.
„Wir müssen weiter“, flüsterte er und von mir kam ein Kopfschütteln. Allerdings bewegten sich meine Beine, gegen meinen Willen. So kamen wir dann auch unten an, wo alle schon auf uns warteten. Beim König blieben wir einen Moment stehen. Leo verbeugte sich und auch ich machte einen angedeuteten Knicks, um ihm Respekt zu zollen. Hätte ich zu dem Zeitpunkt schon gewusst was eigentlich los war, hätte ich alles gemacht, aber nicht das. Knapp nickte er und machte mir dann den Weg zum Schiff frei. Zögerlich ging ich auf dieses zu und meine Beine schienen mit jedem Schritt immer weicher zu werden. Als ich dann davor stand, den Mann sah, den ich so unendlich liebte, hatte ich das Gefühl zusammenzubrechen. Leo, genauso wie Michael und Richard, stand die ganze Zeit bei mir. Seit dem Moment, wo wir das erste Mal aufeinander trafen waren wir ein eingeschworenes Team und hatten, zusammen mit den anderen Soldaten, viel Schlachten für den König gewonnen. Nun war einer von uns gegangen und das tat so unbeschreiblich weh. Die drei, die mir so viel Kraft gaben, sagten ihrem Freund und Bruder Lebewohl. Danach traten sie geschlossen ein paar Schritte zurück, um mir die Zeit zu geben mich von meinem geliebten Fynn zu verabschieden.


… Zu jeder Zeit…  Bist du ein Teil von mir…
… In Ewigkeit…  In jedem Wort von mir…
… Und was auch ist…  Du bist immer da…


Das Schiff wurde auf die Reise geschickt, sollte meinen Liebsten nach Walhall bringen. Dort wo wir uns irgendwann wieder sähen und unsere Liebe ewig währte. Links und rechts von mir standen Richard und Michael. Sie hatten Pfeil und Bogen in der Hand, würden diejenigen sein, die das Schiff entzündeten, um seinen Geist auf die Reise zu schicken. Ich wusste, dass Leo auch in der Nähe war, um sicher zu gehen, dass ich nichts unüberlegtes tat oder um mich aufzufangen, solle ich mich nicht mehr auf eigenen Beinen halten können.
Die Pfeile wurden entzündet, als das Schiff  übers Meer trieb. Schwächer denn je fühlte ich mich. Mein ganzer Körper zitterte, als ich sah wie die Pfeile flogen. Zielsicher trafen sie das Schiff, wo man sogleich die Flammen aufsteigen sah. Dichter, dunkler Rauch schlängelte sich in den Himmel hinauf und ließ den Geist von Fynn aufsteigen , wo die Walküren ihn holen würden, um ihn nach Walhall zu geleiten.

Ich blieb noch lange am Strand stehen, sah das Schiff wie es brannte, wie es langsam aber sicher unterging. Wie erstarrt stand ich da und realisierte erst jetzt so richtig, dass er nun wirklich von mir gegangen war. Kein einziger Morgen mehr neben ihm erwachen, nie wieder Seite an Seite in die Schlacht mit ihm ziehen. Die anderen waren schon gegangen, wollten mir die Zeit lassen, die ich benötigte.  War es wirklich Zeit die ich brauchte, oder vielmehr die Rache, nach der ich mich sehnte. In mir kam der Wunsch hoch den Mann, der mir das angetan hatte, tot zu sehen.


… Du, der meinen Bruder tötete und alle die auf deiner Seite sind…
… Dies sei eure letzte Stunde…  Lasst uns euren Stahl testen…
… Nun dreh' dich um und stell dich mir auf der zeitlosen Ebene…
… Töte mich wenn du kannst… Tod ist Leben…


Schier endlos wirkende Monate vergingen, die mir keine Erlösung von meinem Schmerz brachten. Der König gab mir viel Zeit um zu trauern, aber nun musste ich ihm wieder als Soldatin dienen. Erneut plante er gegen die Rebellen vorzugehen und sie ein für alle mal nieder zu strecken. Mir kam das allmählich seltsam vor. Denn ein Volk, das laut Aussage des Königs alles hatte was es brauchte, würde doch nicht so sehr gegen den Herrscher vorgehen. Leo, als einer der Obersten von uns, war bei den Besprechungen dabei, aber sagen durfte er uns nicht was da los war.

Leo war gut einen Kopf größer als ich, mit einer kräftigen Statur, aber nicht zu muskulös und achtete stets darauf, dass es so blieb. Genauso wie sein Zwillingsbruder Michael hatte er blonde, schulterlange Haare und blaue Augen in denen man sich schnell verlieren konnte.

An diesem Morgen saß ich mit Richard, ein Hüne von einem Mann, auf dem Hof. Er war stärker als wir alle und schaffte es eigentlich immer mich zum Lachen zu bringen, nur dieses Mal waren seine Versuche nicht von Erfolg gekrönt. Seine braunen Augen schauten ein wenig traurig auf mich herab und er fühlte sich wohl ein wenig hilflos. Zu gerne würde er mir meinen Schmerz nehmen, was aber nun mal nicht ging. Daher blieb ihm nichts anderes als für mich da zu sein, so gut er konnte. Hätte ich da schon gewusst, was für elende Verräter die drei sind, würde das hier alles andere als friedlich aussehen.

Leo kam mit Michael zu uns, wo sie sich als erstes über mein Befinden erkundigten. Da ich mich in der letzten Zeit sehr zurückgezogen hatte, bekam mich keiner von den dreien sonderlich oft zu sehen. Klar ist, dass sie dann erstmals wissen wollten wie es mir geht. Die Antwort darauf behagte ihnen aber nicht sonderlich, was Leo dazu brachte zur Tagesordnung überzugehen. Er berichtete uns über das Vorhaben des Königs und ich war viel zu blind, in meiner Trauer, um zu erkennen wie falsch das war. Er wollte von uns, dass wir die Dörfer, in denen sich Rebellen befanden, niederbrannten. Jeden kampffähigen Mann sollten wir töten.

Es waren nur wir vier, die los ritten, was schon seltsam war. Wie immer führte Leo uns an, bis wir am ersten Dorf ankamen. Dort erwartete uns massive Gegenwehr. Irgendwie mussten die Rebellen rausgefunden haben, dass wir kommen würden und so hatten sich alle Männer versammelt, mit dem Vorhaben uns aufzuhalten. Es waren zwanzig von denen gegen und vier, was uns aber keinesfalls aufhalten würde… dachte ich jedenfalls.
Ohne Rücksicht auf Verluste kämpfte ich mich durch die Reihen der Rebellen. Blind vor Wut und Hass streckte ich jeden nieder, der sich mir in den Weg stellte. Mit einmal blieb ich wie erstarrt stehen, blickte in das Gesicht des Mannes, der Fynn getötet hatte. So wie er mir alles nahm was mir wichtig war, würde ich ihm nun sein wichtigstes nehmen… sein Leben.
Getrieben von Rache schlug ich auf ihn ein mit meinem Schwert. Immer wieder und wieder, mit aller Kraft, doch ich traf immer nur sein Schild. Er wusste sehr genau, wie er sich schützen musste und ich war so sehr in Rage, dass ich nicht bemerkte, was um mich rum passierte. Ohne dass ich auch nur im Ansatz hätte reagieren können, wurde ich von hinten gepackt. Irgendwer zog mich so stark nach hinten, dass ich vollkommen den Halt verlor und zu Boden ging. Erst da erkannte ich, dass es Richard war, der mich zurück zog.

„Es reicht Liv.“ Seine Worte kamen ernst rüber, verstehen konnte ich es allerdings nicht. Langsam erhob ich mich wieder, stellte mich ihm gegenüber. Der Hass, den ich spürte, spiegelte sich noch immer in meinen Augen wieder.
„Was? Das ist doch nicht dein Ernst! Der hat Fynn getötet“, schrie ich ihn an, worauf er nur lachte. Auch Leo und Michael kamen auch dazu, lachten böse auf.
„ Liv du Dummchen… wir wissen das er es  war“, sprach Leo nüchtern und fuhr auch sogleich fort.
„ Wir haben, auf Geheiß des Königs, den Mann beauftragt Fynn zu töten.“  
Mit einmal wurde mir sehr unwohl. Die Erinnerung eines Gesprächs mit dem König, kam in meinem Kopf hoch.

Es war etwa einen Monat, nach Fynn‘s Bestattung, als der König mich in meinem Gesuch aufgesucht hatte. Wie es der Respekt ihm gegenüber gebührte machte ich einen Knicks, als er den Raum betrat.
„ Du brauchst das nicht machen Liv“, sagte er wohlwollend und half mir hoch. Sein Verhalten, auch wenn es bis jetzt nur ein wenig war, verwirrte mich doch sehr. Sonst war er gegen alles was mich betraf und nun?
„ Was führt sie zu mir?“, fragte ich den Herrscher mehr aus Neugierde. Vielleicht, wenn ich gewusst hätte was da auf mich zu kommt, hätte ich nicht fragen sollen, sondern ihn einfach bitten, wieder zu gehen.
„ Weißt du Liv. Jetzt wo Fynn nicht mehr unter uns weilt mache ich mir ein wenig Sorgen um deine Zukunft.“ So wie er sich bei den Worten gab, wie er mich ansah, wenn ich es nicht besser gewusst hätte, hätte man meinen können mein Liebster würde vor mir stehen… was aber nicht sein konnte.
„ Aber Sire… ich versteh nicht was sie damit meinen“, sagte ich zögerlich stammelnd.
„ Ich möchte dass du meine Frau wirst.“ Im ersten Moment dachte ich, ich habe mich verhört. Die Tatsache aber, dass er immer näher zu mir kam, zeigte mir deutlich wie ernst er es wohl meinte. Als er dann noch seine Arme um mich legte, wurde mir das alles zu viel. Fynn war grade mal vor einem Monat von mir gegangen und da kommt er zu mir, um mich zu bitten seine Frau zu werden?
„ Das kann ich nicht“, erwiderte ich mit fester Stimme. Aus seiner Umarmung löste ich mich, trat auch sogleich ein paar Schritte zurück, damit er ja nicht noch mal die Möglichkeit hatte dies zu tun.
„ Liv denk doch mal an die Zukunft. Fynn würde wollen , dass es dir gut ergeht“, sprach er leise?. Erneut bewegte er auf mich zu, versuchte den Arm um mich zu legen. Diese Mal  ging er noch einen Schritt weiter, versuchte mich zu küssen. Im ersten Moment war ich so überrascht davon, dass ich nicht reagieren konnte. Dann jedoch drückte ich ihn mit aller Kraft weg, denn aus meiner Sicht war das falsch, was er da tat.
„ Sire nein!“ kam es ernst von mir. Ich verstand absolut nicht, warum er das machte, denn eigentlich hatte er doch so viele Möglichkeiten eine Frau zu finden. Also warum sollte ich es sein?
„ Mein Herz hatte immer Fynn gehört und so wird es auch immer sein.“ Meine Hoffnung, dass der König es verstand,  zerschlug sich, als ich in sein erzürntes Gesicht sah. Der König machte sich auf meinen Raum zu verlassen, wobei er sich an der Tür noch einmal zu mir umdrehte.
„ Du wirst meine Frau oder kein Mann wird dich jemals zur Frau nehmen können.“ war das letzte was er zu mir sagte, ehe er endgültig ging.

… Manche denken… Die Hoffnung ist verloren…
… Sehen mich alleine stehen…
… Ich kann nicht machen… Was andere vielleicht wollen…
… Denn ich habe kein Zuhaue…

Was nun geschehen würde, war mir noch nicht so ganz klar, aber dennoch ging ich vom schlimmsten aus. Fassungslos schaute ich zwischen denen, die mal meine Brüder waren und dem, der meinen Geliebten getötet hatte, hin und her. Die anderen Rebellen nahm ich schon gar nicht mehr wahr.
„Du hättest das Angebot des Königs annehmen sollen.“  Das Geräusch, wenn ein Schwert gezogen wurde, war deutlich zu hören und das auch gleich in dreifacher Ausführung. Auch ich zog mein Schwert, denn ich wusste genau was nun kam. Auch wenn mir klar wurde, dass mein Ende nahe war, so ergäbe ich mich nicht kampflos. Grade wollte ich noch was sagen, als ich schon angegriffen wurde. Es war aber nicht nur einer, der mich attackierte. Alle drei stürmten auf mich ein. Tapfer kämpfte ich mit dem Wissen, ihnen nicht entkommen zu können. Richard war der erste, der es schaffte, mich zu treffen. Sein Schwert zog einen langen Schnitt an mein Bein, wodurch ich es schwer hatte auf den Füßen zu bleiben.

Der Mann, der mir mein ein und alles nahm, zog sich zu den anderen zurück, beobachtete mit denen das weitere Geschehen. Michael konnte ich die ganze Zeit ja noch recht gut abwehren, aber Leo war dafür umso schwerer. Immer wieder versuchte er mich am Oberkörper zu erwischen und es war meistens nur Glück, das ich ihm ausweichen konnte, weil die drei um mich rum standen. Schließlich schaffte ich es doch Leo zu erwischen und bohrte mein Schwert tief in seine Seite. Er ließ sein Schwert fallen und ging zu Boden. Dabei wiche sein Blick nicht von meinem  und ich konnte in seinen Augen sehen wie das Leben aus ihm entwich.

Einen dumpfen Schlag spürte ich mit einmal. Michael hatte mir mit dem Griff seines Schwertes auf den Kopf geschlagen. Daran war ich selber schuld, weil ich unachtsam war. Es brauchte mich zu Fall und auf dem Weg nach unten, zog Richard mir sein Schwert quer über den Bauch. Ein unerträglicher Schmerz durchflutete mich, was ich meinen Widersachern aber nicht zeigte. Sie hatten mich da wo sie mich haben wollte, ich konnte mich weder schützen noch wehren. Richard stellte sich neben mich und schaute verächtlich auf mich hinunter
„ Dafür, dass du deinen König verraten und einen deiner Brüder getötet hast , wirst du sterben.“
Er nahm nicht sein Schwert, um es zu Ende zu bringen, sondern meins. Vielleicht dachte er, dass es für mich eine ganz besondere Schmach sein würde, durch mein eigenes Schwert zu sterben.
„ In dem Moment, wo ihr euren Bruder verraten habt, habt ihr aufgehört meine Brüder zu sein.“ Gebrochen war meine Stimme, aber dennoch so laut wie ich nur konnte. Mit dem Wissen, sogleich wieder bei meinem geliebten Fynn zu sein, schloss ich meine Augen und erwartete meinen Tod. Das erwartete trat aber nicht ein und ein lautes Scheppern drang in meine Ohren. Einen Mann sah ich neben mir stehen, als ich die Augen wieder öffnete.


… Und in deiner dunkelsten Stunde…
… In deiner dunkelsten Nacht…
… Was immer das Leben dir tut…
… Ich bin für dich da…


[Eric]

Eric beobachtete den Kampf zwischen der Frau und den drei Männern. Auch wenn sie sich sehr tapfer schlug, so wusste er, gegen die drei käme sie nicht an.. Einmischen würde er sich noch nicht, da er der Meinung war, ihr die Ehre zu nehmen, wenn er es tat. Als er jedoch sah, wie sie zu Boden ging und einer der Soldaten sie töten wollte, war für ihn der Moment gekommen, dem ein Ende zu setzen. Zumal wegsehen eh keine Option für ihn war. So schnell  Eric konnte, rannte er zu der Frau, stellte sich mit gezogenem Schwert neben sie. Der Soldat wollte seines nieder gehen lassen, verhinderte das, indem er seinerseits sein Schwert dazwischen legte. Ein lautes Scheppern ertönte, als Stahl auf Stahl traf, der Soldat wich zurück. Eric machte einen Schritt auf ihn zu, stand schon mal so, dass der Soldat nicht mehr einfach an sie ran kam.

„Schützt sie!“ rief er seinen Brüdern zu und sie folgten ihm. Rund um die Frau stellten sie sich und  merkten alle, dass sie versuchte aufzustehen.
„ Bleib liegen!“ sagte er so ernst zu ihr, dass deutlich wurde, einen Widerspruch duldete er nicht. Allerdings schien sie auch zu erkennen, dass sie nicht aufstehen konnte und kurz darauf schlossen sich auch ihre Augen und gingen auch vorerst nicht mehr auf. Es schien ein tiefer Schlaf gewesen zu sein, in den sie gefallen war. Eric erkannte, Liv atmete noch, reagierte aber nicht mehr. Er und seine Brüder hatten einen Kreis um sie gebildet, keiner der beiden Soldaten kam da durch. Mutig wehrten die Brüder sie ab. Einer von den beiden Soldaten erkannte, sie schafften es nicht, konnten an die Frau heran kommen, um ihr Werk zu vollenden. Daher befahl er den Rückzug, wobei sie noch den Leichnam des toten Soldaten nahmen, dann verschwanden sie.

Eric kniete sich neben die Frau. Er wollte wissen was für Verletzungen sie hatte. Es waren nicht viele. Er erkannte, die wenigen sehr schwere Verletzungen waren. Tiefe Schnittwunden waren es. Er wusste genau, dass es eine lange dauerte, ehe sie vollkommen genesen war, wenn sie es denn überhaupt überleben würde.
„ Was machen wir nun mit ihr?“ Jano fragte ihn das. Deutlich merkte man seine Nervosität an. Er war Erics Vertrauter und Blutsbruder. Sie kannten sich von klein auf, allerdings war er aber auch derjenige, der Fynn getötet hatte. Eric wusste das und er wusste somit auch um das Risiko, welches bestand, wenn sie Liv mitnähmen. Einfach so hier liegen lassen konnte er sie auch nicht.
„Sie kommt mit uns.“
Vorsichtig schob er seine Arme unter die Frau und siehe da sie gab Reaktionen von sich, auch wenn es nicht die waren, die er wollte. Sie krümmte sich vor Schmerzen. Nur mit Jano‘s Hilfe schaffte er es, sie so in seine Arme zu betten, so dass sie nicht mehr aus ihnen entgleiten konnte.

Erst jetzt, wo ihr Kopf an seiner Brust lag, erkannte er, wie sich ihre Augen doch noch einmal öffneten. Also schien seine vorhergehende Vermutung wohl falsch gewesen zu sein. Eric sah wiederum aber auch, dass die Augen sich auch immer wieder schlossen. Sie wollte wohl mit aller Kraft wach bleiben, aber dennoch umschloss sie der Schleier eines tiefen Schlafes immer mehr und es brauchte nicht mehr lange, bis ihre Augen erneut geschlossen blieben.
Ob sie lebte oder nicht, darüber brauchte er nicht spekulieren. Eric spürte ihren warmen Atem auf seinem Oberkörper. Daher konnte er auch mit seinen Brüdern, die sich um ihn und die Frau verteilten, um einen eventuellen Hinterhalt zu vereiteln, zurück ins Dorf gehen, welches nicht weit entfernt war.
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BeitragThema: Re: There the road begins...   There the road begins... EmptyFr 11 Dez 2015 - 21:09

Verwendete Songelemente aus den Songs:

1. Master oft the Wind
2. God or Man
3. I Belive
4. Nessun Dorma ( Eigentlich aus der Oper Turandot von  Giacomo Puccini, aber Manowar haben das auch mal gesungen und auf einer ihrer CDs drauf, daher auch von mir mit hier verwendet)

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Part 2


... Wenn der Wind den Himmel erfüllt...
... Und die Wolken weichen ...
... Wird sich ein Weg zu all deinen Träumen öffnen ...
... Für einen schlechten Tag ...
... Werden dir zwei schöne geschenkt ...
... Nichts ist so schlimm wie es scheint ...

[Eric]

Eric saß neben seinem Bett. Er hatte es der jungen Frau überlassen, damit sie genesen konnte. Der Heiler versorgte sie, nachdem eine Frau sie ausgezogen hatte. Er meinte, dass er nicht sagen könnte, ob sie es überleben würde oder nicht. Es würde auf die nächsten Nächte ankommen. Als der Heiler das Haus verliess, kam Jano rein. Er begrüße Eric wie immer mit einem kräftigen Handschlag. Eric merkte, dass sein Bruder nervös wirkte.
„Was ist los?“ fragte er ihn. Jano schwieg den ersten Moment, doch dann machte er sich seiner Sorge Luft.
„Sag Eric … was ist wenn sie wieder genesen ist? Wird sie dann erneut versuchen mich zu töten?“ sprach er das an, was ihn so bewegten.
„Ehrlich gesagt könnte ich es verstehen. Dennoch werden wir versuchen ihr alles zu erklären. Du wolltest deine gefangene Familie schützen und sahst keinen anderen Weg.“ sprach Eric leise und legte seine Hand auf die Schulter von Jano. Jano nickte und legte seine Hand wiederum auf die Schulter von Eric.
„Danke Bruder.“ meinte er still und wollte wieder gehen. Doch dann wandte er sich noch mal Eric zu.
„Ich besorg dir eben was zu essen.“ meinte er, worauf Eric nickte und mit einem „ Danke“ antwortete.

Als Jano gegangen war wandte Eric sich wieder seinem Gast zu. Er betrachtete sie sehr genau. Sie sah so friedlich aus. Ihre schulterlangen, blonden Haare lagen ganz glatt auf dem Kissen. Als er in ihr Gesicht sah, erinnerte er sich an ihre Augen und wie sie ihn das eine Mal auf dem Feld ansah, bevor sie in den tiefen Schlaf fiel. Diese Augen waren so schön blau. Er hatte auf dem Feld das Gefühl, dass ihr Blick ihn durchdringen würde. Nun lag sie hier … schlafend und man wusste nicht, ob sie noch mal erwachte. Eric setzte sich neben das Bett auf einen Stuhl und strich ihr sanft über die Wange. Für einen kurzen Moment hatte er das Gefühl, dass sie darauf reagiert, doch dem war nicht so.

Die Tage vergingen und es sah mehr und mehr danach aus, dass sie nicht erwachen würde. Still saß Eric jeden Tag bei ihr und wachte über sie. Doch dann kamen Probleme auf die Rebellen zu, wo sie nicht wussten, wie sie die lösen sollten. Soldaten kamen in die Dörfer uns suchten nach einer Frau. Es waren immer die gleichen Soldaten und Eric überlegte angestrengt wie er seinen Gast am besten verstecken konnte. Schlussendlich beschloss er sie in eine Höhle in den Wald zu bringen, bis die Soldaten wieder weg waren. Eric bat seine Schwester die Frau vorsichtig anzuziehen, was sie auch tat. Derweilen machte er sein Pferd fertig und packte Proviant ein. Bevor er jedoch los ritt mit ihr, ließ er den Heiler noch einmal sehen, ob sie das überstehen würde.

„Wenn du aufpasst und nicht zu schnell reitest könnte es klappen.“ meinte der Heiler.
„Aber Eric … warum ist es dir so wichtig sie zu retten und zu schützen?“
„Sie verdient Erklärung und ihre Chance auf Rache. Außerdem …“ Eric beendete den Satz nicht. Er war sich nicht sicher ob das was er dachte oder fühlte richtig war. Dessen ungeachtet wollte er das auch nicht ausschließen, aber darum war es wichtig, dass sie lebte. Jano kam zu Eric um ihm Bescheid zu sagen, dass alles bereit war. Vorsichtig hob Eric die Frau aus seinem Bett. Er trug sie nach draußen, wo sein Pferd bereit stand. Kurz übergab er sie an Juno um aufzusitzen. Danach ließ er sie sich hoch geben, legte sie in seinen Arm. Mit der anderen Hand nahm er die Zügel und ritt langsam los.

Nach einer guten Stunde kam Eric bei der Höhle an. Tief lag sie im Wald und war nicht einsehbar. Er wusste, für ein paar Tage musste er hier bleiben. Die Soldaten kamen immer wieder ins Dorf. Langsam und vorsichtig stieg er mit ihr von dem Pferd ab, brachte sie in die Höhle, wo er sie auf den Boden legte. Nun begab er sich noch einmal zu seinem Pferd, holte die Felle und den Proviant. Dann schickte er das Pferd fort. Eric wusste genau, dass es nach Hause lief, wo Jano es in Empfang nahmen. Somit konnte er sich beruhigt um seine Begleiterin kümmern.

Eric verwendete alle Felle, bis auf eins, um das Lager für sie zu machen. Achtsam legte er sie dort hin und deckte sie zu. Er hoffte, dass sie bald erwachte, denn lange hielte sie diesen Zustand nicht mehr durch. Nachdem er sie versorgt hatte machte Eric sich auf um Feuerholz zu sammeln. Dabei bewegte er sich nie weit von der Höhle weg und war sehr wachsam. Genau schaute er sich um, um sicher zu gehen, dass keine Soldaten in der Nähe waren.

Tag um Tag verging und sie kamen Eric endlos vor. Die vorherrschende Stille war für ihn kaum erträglich und er sehnte sich danach bei seinen Brüdern zu sein. Ab und an wurde die Stille durch vorbei reitende Soldaten gestört. Jedes Mal wenn sie in der Nähe waren stand Eric mit gezogenem Schwert am Eingang der Höhle. Einerseits hoffte er auf eine kleinen Kampf, aber andererseits war er stets froh, wenn sie vorbei ritten und ihn nicht bemerkten.

Eine große Erleichterung empfand Eric, als die Frau langsam ihre Augen öffnete. Er kniete sich neben ihr um zu sehen wie es ihr ging. Sie versuchte etwas zu sagen, doch war ihre Stimme sehr leise. Erst als er näher an sie ran kam konnte er hören was sie sagte.
„Wie … wie lange?“ war es was sie wissen wollte.
„Fünf Tage.“ meinte Eric ruhig. Er hörte draußen Pferdegetrampel und sah wie sie aufstehen wollte.
„Ich schau nach.“ sprach er, drückte sie vorsichtig wieder runter. Eric empfand es noch als zu früh zum aufstehen für sie. Er hingegen erhob sich auf und nahm sein Schwert. Als er an den Eingang der Höhle ging sah er, hierbei handelte es sich nicht um Soldaten, sondern um Jano.
„Hallo mein Bruder“, begrüßte. Jano und reichte ihm die Hand, die Jano nahm.
„Wie geht es ihr?“ fragte er und Eric sagte ihm, Liv sei wach geworden. Jano machte diese Nachricht nervös und so wollte er gleich wieder los.
„Du kannst es nicht ewig aufschieben.“ meinte Eric ernst und zog ihn in die Höhle.


… Ich bin lebendig …
… Und ich weiß warum …
… Wegen Lügen …
… Für die du sterben wirst …

[Liv]

Langsam und ein wenig mühsam öffnete ich meine Augen. Mein Blick war im ersten Augenblick noch sehr verschwommen, wage erkannte ich die Person neben mir. Diese Person kniete sich zu mir runter. Ich versuchte etwas zu sagen, doch wollte meine Stimme nicht so wie ich wollte. Somit war das, was ich sagte sehr leise. Der Mann erkannte dieses und kam näher an mich ran.
„Wie lange“, flüsterte ich, und schaute ihn an. Mittlerweilen konnte ich ein bisschen besser sehen und erkannte in dem Mann denjenigen, der mir gegen meine Wiedersacher geholfen hatte.
„Fünf Tage“, antwortete er auf meine Frage und reagierte im nächsten Moment auf das Pferdegetrampel vor der Höhle. Ich versuchte aufzustehen, der Mann jedoch ließ das nicht zu.
„Ich schau nach“, meinte er zu mir, drückte mich vorsichtig wieder runter. Ich denke mal, dass ich es eh nicht geschafft hätte aufzustehen. Er lief zum Eingang der Höhle und kurz darauf verließ er sie. Aus dem, was ich von draußen hörte, handelte es sich nicht um etwas gefährliches. Kurz darauf kam er wieder rein, zog einen Mann mit sich.

„Komm … du musst es ihr erklären“, meinte er ernst zu dem anderen und kam zu mir. Neben mir nahm er wieder Platz, während der andere in sich mit etwas Abstand zu mir setzte. Wieder versuchte ich hochzukommen und dieses Mal half mir der neben mir, jedoch nur soweit dass ich an der Wand gelehnt sitzen konnte.
„Du wagst es dich einen Platz mir gegenüber einzunehmen“, sagte ich und spürte wie Wut in mir aufstieg. Wieder versuchte ich aufzustehen, der Mann neben mir hielt der Mann mich aber fest.
„Lass mich los du …“ fing ich an, doch ich beendete den Satz nicht, weil ich es nicht konnte. Der Mann hatte mir geholfen, mich versorgt und beschützt. Also ließ ich es zu, dass er dafür sorgte, dass ich sitzen blieb.
„Hör ihm zu … dann lasse ich dich los.“ meinte er streng zu mir und ich ergab mich seinen Worten.
„Wie heißt du?“ fragte ich ihn, denn ich wollte wissen wer mich zum zuhören zwang.
„Ich bin Eric und das da ist Jano.“ meinte er ruhig und zeigte auf den Mann mir gegenüber. Natürlich wollte er auch meinen Namen wissen.
„Ich heiße Liv und nun würde ich gerne wissen was hier los ist!“ sprach ich für den Moment friedlich.
„Ich muss dir was erklären.“ ergriff Jano das Wort und bevor ich oder Eric reagieren konnten redete er weiter.  
„Das du wegen mir leidest tut mir unglaublich leid. Ich hatte keine Wahl.“

„Was bringt dich in die Lage den Auftrag anzunehmen einen Mann zu töten?“ fragte ich ihn ohne Umschweife. Eric sah erst zu mir, dann zu Jano.
„Nun sag‘s ihr schon.“ meinte er, doch Jano zögerte. Es schien Eric ein bisschen zu lange zu dauern und so ergriff er das Wort.
„Der König hält seine Frau und seine beiden Kinder gefangen. Er meinte zu ihm, dass er sie erst wieder frei lässt, wenn er diesen Auftrag erfüllt.“ sagte Eric und schaute mich an. Sein Blick, diese blaugrauen Augen, beruhigten mich irgendwie. Jano wirkte hingegen immer unruhiger. Er schien sich sorgen zu machen über meine Reaktion.
„Also hast du das nur getan, weil du deine Familie schützen wolltest?“ meinte ich und Jano nickte.
„Hat er sie frei gelassen?“ fragte ich. Darauf sagte Jano nichts, er schüttelte nur den Kopf.

Schlagartig wurde mir so einiges klar. Der König hatte alles von Anfang an geplant. Die Gefangennahme Janos Familie. Fynns Tod um mich zu bekommen. Meinen Tod, weil ich mich ihm verweigerte. In meinem Kopf drehte sich alles. In mir stieg auf einmal eine starke Wut und Hass auf. Ein unbändiger Wunsch nach Rache keimte in mir auf und ich bekäme sie … da war ich mir sicher. Eric und Jano schienen es zu merken, dass sich in mir etliches anstaute. Fast gleichzeitig standen sie auf.
„Sag Jano … sind die Soldaten fort?“, fragte Eric, denn so langsam wollte er wieder nach Hause.
„Nein Bruder. Ihr müsst noch ein bisschen durchhalten.“ meinte Jano und verabschiedete sich von mir … immer noch mit Abstand. Die beiden verließen die Höhle, kurz darauf hörte ich wie Jano weg ritt. Eric kam wieder rein und verschwand mit einem „ Ich geh Feuerholz holen“ kurz darauf wieder.

Er brauchte eine Weile und die nutzte ich um nachzudenken. Gerade als ich mal wieder Versuchte aufzustehen kam er zurück. Eric ließ das Holz fallen und kam zu mir rüber. Ich konnte gar nicht so schnell reagieren wie mich dieser große, recht kräftig gebaute Mann vorsichtig wieder auf das Lager legte.
„Es ist zu früh zum aufstehen. Außerdem wird es so langsam dunkel.“ sagte er, wandte sich dem Feuerholz zu, welches er aufsammelte und zur Feuerstelle brachte. Er brauchte nicht lange um das Feuer zu entfachen. Das Feuer strahlte eine angenehme Wärme auch, aber dennoch froh ich.
„ Du fierst.“ bemerkte Eric, worauf ich nur leicht nickte. Kurzentschlossen stand Eric vom Feuer auf und kam zu mir rüber. Was er dann tat verwirrte mich sehr. Er legte sich neben mich, hob meinen Kopf an. Als er seinen Arm unter meinen Kopf geschoben hatte, ließ er ihn wieder runter, so dass ich in seinem Arm lag. Vorsichtig drückte er mich ein wenig an sich, so dass ich seine warme Haut an meiner spüren konnte. Als ich meine Augen schloss begann Eric mir immer wieder sanft durch die Haare zu streichen. In mir kam ganz leicht das Gefühl von Geborgenheit auf. Dieses hatte ich schon sehr lange nicht mehr gefühlt … das letzte Mal in der Nacht vor Fynns Tod. In diesem Moment wurde mir das erste Mal klar, wie viel Zeit schon vergangen war, doch tat es immer noch so verdammt weh. Würde es für immer so weh tun?
Hatte ich mein Recht auf Glück mit Fynn verloren?


… Für die Schwachen …
… Werde ich stark sein …
… Zu den Verteidigern des Glaubens …
… Werde ich gehören …

Fast eine Woche mussten wir noch im Wald bleiben, bis Jano kam um uns zu holen. In der Zeit hatten Eric und ich viel geredet. Ich erfuhr, warum die Rebellen so vehement gegen den König kämpften. Sie machte das, weil der König ihnen kaum genug zu leben ließ. Er ließ es zu, dass die Soldaten immer wieder in die Dorfer einfielen. Sie töteten die kampffähigen Männer und schändeten die Frauen. Mehr und mehr kam in mir die Frage auf, warum ich davon nie was mitbekam. Allerdings wusste ich auch, dass der König seine ganz speziellen Leute unter den Soldaten hatte. Dazu gehörten auch Leo und Michael. Sie waren ständig weg und wenn sie denn mal da waren verloren sie kein Wort darüber, wo sie waren oder was sie getan hatten. Zu der Zeit kam mir das noch nicht so seltsam vor, umso unfassbarer war es jetzt für mich. Mir machte es sehr deutlich,  gegen den König dringend was getan werden musste und das kam meinem Wunsch nach Rache sehr gelegen.

In der Woche half Eric mir sehr dabei wieder auf die Beine zu kommen. Anfangs hatte ich, durch das lange liegen, Probleme zu stehen, doch mit seiner Hilfe klappte das mit jedem Tag besser. An dem Tag wo Jano kam, war ich schon sehr früh wach. Ich stand auf und nahm mir Erics Schwert um zu trainieren. Da ich früher immer mit denen ‚Brüdern‘ trainierte, war ich mittlerweile recht gut und kam auch gegen sie an. Ich kannte ihre Kampftechniken, was mir später bestimmt zugutekommen würde. Nach einer Weile bemerkte ich, dass ich beobachtet wurde. Instinktiv drehte ich mich um, sah Eric, wie er mich anlächelte. In mir kam ein Gefühl auf, welches ich schon lange nicht mehr gefühlt hatte. Doch ich schob es beiseite, denn mir kam es vor als würde ich Fynn untreu sein.

Gegen Mittag kam Jano zu uns. Ich stand gerade draußen, als er auf seinem Pferd mit zwei anderen Pferden ankam. In dem Moment wo er abstieg ging ich einen Schritt auf ihn zu. Jano wiederum lief direkt einen Schritt zurück.
„ Hallo Jano“, sagte ich und reichte ihm meine Hand, die Jano nur zögerlich nahm.
„Hallo Liv.“ kam es von ihm nun ein bisschen ruhiger. Kurz darauf kam Eric zu uns raus. Erfreut sah er dass wir uns normal begrüßt hatten und auch ruhig miteinander redeten. Als ich mich von Jano zu Eric wandte sah ich wieder dieses Lächeln. Schnell schaute ich wieder weg.
„Wir müssen seine Familie befreien.“ meinte ich und sah zu Jano. Ihm schienen meine Worte ein wenig Erleichterung zu verschaffen. Eric stimmte mir zu und bat Jano in die Höhle zu kommen. Er wollte zum einen mit ihm die Sachen zusammen räumen und zum anderen auch mit ihm reden. Mich hingegen bat er bei den Pferden zu warten. Ich nickte, sah den beiden hinterher. Innerlich verspürte ich den Drang, mich auf ein Pferd zu setzen und direkt zur Burg zu reiten um das alles ein für allemal zu beenden. Doch wusste ich sehr genau, dass ich es alleine nie schaffen würde.

Mit der Zeit hatte ich keine Lust mehr draußen zu warten. Womöglich lag es daran, dass ich noch nie geduldig war und immer alles sofort sein musste. Also machte ich mich auf in die Höhle zu gehen um Jano und Eric zu helfen. Je näher ich kam um so mehr erkannte ich, wie sich die beiden unterhielten. Für einen Moment überlegte ich wieder raus zu gehen und doch zu warten. Gehört hatte ich auf meinen Kopf wiederum noch nie, sondern vielmehr nach dem Gefühl gehandelt. Das wurde meine Gefühlslage dieses Mal jedoch zum Verhängnis.

„ Eric … du kennst sie doch kaum.“ sagte Jano zu seinem Blutsbruder, der darauf nur nickte. Beide merkten nicht, dass ich die Höhle betreten hatte.
„Sicher, aber was soll ich machen? Meine Gefühle für sie sind eindeutig“, erwiderte Eric auf Janos Einwand, legte die Felle übereinander.
„Außerdem hast du deine Frau auch kaum gekannt, als du sie geheiratet hast.“
„Das ist was anderes. Talida ist eine von uns!“, sprach Jano und sorgte dafür, dass man die Feuerstelle nicht mehr erkennen konnte.
„Es ist mir egal ob sie eine von uns ist oder nicht. Ich werde es ihr heute Abend sagen.“ Ein leises Knacken ließ Eric aufhorchen. Es war ein kleiner Ast, den ich zertrat, als ich die Höhle wieder verlassen wollte. Langsam lief Eric auf mich zu. Für jeden Schritt den er machte, machte ich einen zurück. Ich hatte erfahren was er empfand und wenn ich es zugeben würde müsste ich zugeben, dass ich auch für ihn Empfindungen hatte. Doch das wollte ich nicht. Tränen liefen mir über die Wangen, als ich mich umdrehte und hinaus ging. Draußen schnappte ich mir ein Pferd und saß auf. In dem Moment wo Eric fast vor mir stand ritt ich los. Eric hingegen wurde von Jano aufgehalten.
„ Gib ihr Zeit.“ hörte ich nur noch leise von Jano.

Planlos ritt ich immer tiefer in den Wald. Keinen klaren Gedanken konnte ich fassen. Auch war es mir nicht möglich mich zu beruhigen. Leiste schluchzte ich immer wieder auf, während die Tränen immer weiter meine Wangen hinab glitten. Was sollte ich bloß tun? Sollte ich mich meinen und seinen Gefühlen ergeben? Einfach alles auf mich zukommen lassen?
Egal wie ich hin und her überlegte … eins war klar. Ich musste ehrlich zu ihm sein, aber sollte ich auch ehrlich zu mir sein? Sollte ich mir eingestehen dass ich stärker werdende Gefühle für Eric hegte?
In meinem Kopf drehte sich alles und es machte sich eine große Unsicherheit in mir breit. Man könnte fast meinen, dass ich Angst hatte … Angst vor dem was geschehen könnte.
Langsam wurde es dunkel. Es war zu spät um zurück zureiten, so dass ich mir einen sicheren Platz suchen musste.  Da ich mich in diesem Wald ziemlich gut auskannte war das für mich kein Problem, auch wenn ich gerade nicht klar denken konnte.

… Doch mein Geheimnis wahrt mein Mund …
… Den Namen tu' ich keinem kund …
… Nein, nur auf deinen Lippen sag' ich ihn …
… Sobald die Sonne aufgeht …
… Der Kuss allein soll dieses Schweigen lösen …
… Durch den du mein wirst …

[Eric]

So langsam machte Eric sich sorgen um Liv. Sie war schon sehr lange weg und es wurde auch schon dunkel.
„Ich muss sie suchen.“ sagte er zu Jano, der neben ihm stand.
„O.k. dann komme ich mit dir“, entgegnete Jano und wollte gerade die Pferde holen, doch Eric hielt ihn zurück.
„So sehr ich deine Gesellschaft schätze Jano, aber das muss ich alleine machen“, sprach Eric ernst, wandte sich von seinem Bruder ab. Mit schnellem Schritt lief er zu seinem Pferd und saß auf. Kurz darauf ritt er aus dem Dorf raus in den Wald rein. Jano bleib nichts anderes übrig als ihm nachzusehen.

[Liv]

Nachdem ich das Pferd sicher fest gemacht hatte, machte ich mich daran mir ein Lager aufzuschlagen. In meiner Ausbildung zur Soldatin wurde mir beigebracht wie man das machen sollte, wenn keine Hilfsmittel vorhanden waren. Nach kurzer Zeit hatte ich alles soweit fertig. Es würde nicht gemütlich sein, aber Schutz und ein bisschen Wärme geben. Gerad als ich mich hingelegte, hörte ich ein Geräusch. Es war das Galoppieren von einem Pferd was ich hörte. Es kam immer näher und so beschloss ich aufzustehen, achtete dabei darauf, dabei in Deckung zu bleiben. Der Reiter war mit seinem Pferd nun genau vor meinem Lager und ich erkannte ihn. Es war Eric der dort auf dem Pferd saß und Ausschau hielt.  Sollte ich mich zu erkenne geben, oder doch besser nicht?

Letztendlich hörte ich dieses eine Mal seit langem auf mein Herz, verließ meine Deckung.  
„Da bist du ja!“ sagte Eric und stieg ab. Er kam auf mich zu und dieses Mal blieb ich stehen.
„Geh bitte“, flehte ich unsicher, denn irgendwo wollte ich schon, dass er da blieb.
„Nein … wir müssen reden“, sprach er und stand mit einmal direkt vor mir. Er wollte seine Arme um mich legen, doch ich entzog mich ihm. Kopfschüttelnd nahm ich doch ein bisschen Abstand von Eric.
„Du brauchst nichts sagen. Ich hab euch gehört“, sagte ich kaum hörbar, aus irgendeinem Grund wusste ich, dass er es gehört hatte.
„Ich weiß dass du uns gehört hast. Sonst wärst du nicht so schnell weg gewesen.“ Wieder stand er vor mir. Nervös schaute ich mich um, doch es gab keinen Ausweg mehr. Mir blieb nichts anderes übrig als mich der Situation zu stellen, was aber eigentlich das letzte war, was ich wollte.
„Eric das … das kann ich nicht zulassen“, versuchte ich zu beginnen.
„Ich … ich will dir einfach nicht weh tun.“ Meine Bemühungen, mich von Eric abzuwenden gelang nur bedingt. Für einen kurzen Augenblick ließ er mich, dann drehte er mich zu sich und zog mich in seine Arme.
„Ich weiß um deinen Verlust. Doch wirst du ihn in Walhall wiedersehen und mit ihm glücklich sein. Doch wenn auch nur ein kleines bisschen in deinem Herz für mich da ist, dann möchte ich mein Leben mit dir verbringen", flüsterte er und strich mit seiner Hand sanft über meine Wange zu meinem Nacken. Dort ließ er sie verharren, schaute mir einen Augenblick tief in die Augen. Sein Blick … diese wunderschönen Augen nahmen mich gefangen. Es war mir nicht möglich auch nur ein Wort zu sagen. In meinem Kopf hallte immer noch das nach was er sagte.

Langsam zog Eric meinen Kopf zu seinem. Stets näher kam sein Gesicht dem meinen bis unsere Lippen sich sanft berührten. Innerlich fühlte ich mich zerrissen, doch kam ich nicht umhin den entstehenden Kuss, der so voller Gefühl war zu erwidern. Langsam, nach einem mir schier endlos erscheinenden Moment, löste ich mich von ihm und sah ihn an. Eric wirkte auf mich im Schein des Mondlichts so anders als vorher. Oder sah ich ihn einfach nur mit anderen Augen?
Ich fühlte mich so verwirrt, überfordert und er stand einfach ruhig da. Eric schien meine nächste Reaktion abzuwarten … ganz voller Geduld. Wie sollte ich mich entscheiden?
„Eric … geh bitte. Gib mir die Nacht um mir über meine Gefühle im Klaren zu werden“, bat ich ihn und strich ihn sachte durch die Haare. Eric sah ein wenig traurig aus als er sich von mir abwandte. Ich hielt ihn auf und drehte ihn zu mir.
„ Holst du mich morgen früh hier ab?“ fragte ich Eric und gab ihn einen Kuss auf die Wange. Leicht lächelnd nickte er, lief zu seinem Pferd. Ich folgte ihm und sah wie er auf stieg.

„Morgen bin ich hier und nehme dich mit mir.“ meinte er lächelnd und ließ mir keine Chance auf eine Reaktion. Als Eric los ritt, scheute ich noch einen Moment hinterher, bevor ich mich zu meinem Lager begab. Ich sah zwei Felle, die dort lagen. Eric musste sie hingelegt haben, als ich einen Augenblick nicht hinsah. Irgendwie war es schön zu wissen, dass sich jemand um mich sorgte. Ein wenig musste ich auch lächeln. Nachdem ich mir die Felle so gelegt hatte, dass ich auf einem Liegen konnte und mich mit dem zweiten zudecken konnte, legte ich mich hin und schloss die Augen. Tief atmete ich durch und merkte, dass es Erics Felle waren, denn sie rochen nach ihm. Wieder kam dieses Gefühl von Geborgenheit in mir auf und irgendwie hatte ich es im Gespür, dass er nicht ins Dorf zurück ist, sondern irgendwo hier in der Nähe war und über mich wachte. Der Gedanke wirkte irgendwie angenehm auf mich, doch beruhigte er mich nicht. Lange überlegte ich noch bevor ich der Müdigkeit nachgab und einschlief.
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