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 Nicodemus McDermott

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Nicodemus McDermott
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Edinburgh

BeitragThema: Nicodemus McDermott   Sa 19 Nov 2016 - 7:20

Nicodemus McDermott


Name:

Mein Name ist Nicodemus McDermott.


Spitzname/Pseudonyme:

Manche Leute, die mir sehr vertraut sind, nennen mich Nick. Für alle Anderen bin ich Mister McDermott.


Wesens-/ Menschenart:

Ich bin ein Vampir.


Alter:

Ich wurde am Neujahrstag im Jahre 1014 geboren. Somit bin ich 1002 Jahre alt.


Aussehen:

Manche Leute bezeichnen mich als durchaus ansehnlich, und ich bin mir relativ sicher, dass das nicht - oder nicht nur - an meiner vampirischen Ausstrahlung liegt.
Vom Scheitel zur Sohle messe ich 191 Zentimeter. Meinen Körperbau kann man mit schlank und drahtig umschreiben. Ich war nie ein Freund von übermäßiger Muskelmasse, und das hat sich zum heutigen Tag nicht geändert. Meine Haare sind braun, meine Augen ebenfalls.
Bei meiner Kleidung passe ich mich den jeweiligen Gegebenheiten an. Im Beruf sind Anzug und Krawatte Pflicht. In meiner Freizeit bevorzuge ich bequeme Kleidung in sportlichem Schnitt. Manchmal reicht auch eine einfache Jeans und ein Schlabberpulli. Meine Schuhgröße liegt bei 49. Ich kann also mit Fug und Recht behaupten, auf großem Fuß zu leben. Allerdings hasse ich es, als Snob bezeichnet zu werden.


Besondere physische Merkmale:

keine


Charakter:

Ich bin ein erfolgreicher Geschäftsmann. Das mag einerseits an meiner angeborenen Sturheit liegen, andererseits aber sicher auch an meinem Verhandlungsgeschick und meinem sicheren Gespür für gute Geschäfte.. Ich lasse mir eben nicht leicht die Butter vom Brot nehmen, und wenn ich mich irgendwo festgebissen habe, lasse ich so leicht nicht mehr los.

Wenn ich will, kann ich sehr einfühlsam reagieren. Gleichzeitig wirft man mir jedoch auch vor, sehr nachtragend zu sein. Ich lasse selten etwas unvergolten, egal ob im positiven oder negativen Sinne. Außerdem bin ich ein Perfektionist. Ich möchte das, was ich tue, keinen Makel besitzt. Nicht zuletzt aus diesem Grund habe ich mir angewöhnt, möglichst viele Sprachen zu lernen. Ich möchte mit meinen Geschäftspartnern nach Möglichkeit in ihrer Muttersprache kommunizieren können. Mit meinem angeborenen Sprachtalent kann ich mittlerweile 9 Sprachen fließend sprechen und mich in drei weiteren halbwegs verständigen.

Ich bin ein sehr guter Menschenkenner, dem selten eine Gefühlsregung seiner Mitwesen verborgen bleibt. Nichtsdestoweniger lässt sich auch die beste Empathie täuschen, und so diktiert mir mein Vampirdasein eine gewisse Zurückhaltung auf, was neue Bekanntschaften angeht. Ich musste durch Christianes Tod unmittelbar erfahren, welche schrecklichen Folgen eine zu große Sorglosigkeit im Umgang mit der Außenwelt haben kann. Daher trifft auf mich das alte Sprichwort "Lieber vorsichtig sein als das Nachsehen haben." voll und ganz zu.


Besondere Fähigkeiten:

Als Vampir bin ich stärker und sehr viel schneller als ein normaler Mensch. Zwar schwächt mich das Sonnenlicht, und Silber tut mir wirklich weh. Aber das ist ein kleiner Preis für die Unsterblichkeit.


Vorgeschichte:

Guten Abend, werter Leser. Erlaube mir, dass ich mich Dir vorstelle. Mein Name ist Nicodemus McDermott, und ich wurde in der Neujahrsnacht des Jahres 1014 Anno Domini geboren. Meine Kindheit und meine Jugendtage verbrachte ich auf dem Landgut meiner Eltern, das in der Nähe von Edinburgh in Schottland lag. Ich durchlebte die typische Kindheit eines Jungen im Frühmittelalter, nur dass meine Eltern tagsüber so gut wie nie zu sehen waren, sondern hauptsächlich nachts das sichere Gebäude verließen.
Als ich 14 Jahre alt war, wurde ich zu einer Freundin meiner Eltern geschickt, die im römisch-deutschen Reich lebte und dort künftig meine Erziehung in die Hand nehmen sollte. Christiane von Hildenesheim war eine mächtige Frau. Drei Klöster und sieben Dörfer unterstanden ihrer Jurisdiktion, und ich sollte von ihr lernen, wie man Menschen führte, Güter verwaltete und als Vampir in einer Welt, die einem unsichtbaren Gott mehr Vertrauen schenkte als sichtbaren Herrschern, überleben konnte.

Der Tod meiner Eltern zwei Jahre später stellte mein gesamtes Leben auf den Kopf. Nach einem Blitzschlag wurde das Gehöft meiner Eltern ein Raub der Flammen. Meine Eltern starben einen qualvollen Tod, und für mich brach eine Welt zusammen. Nachdem mein Erbe quasi nicht mehr existiere, verband mich nichts mehr mit Schottland. So blieb ich bei meiner Mentorin. Christiane von Hildenesheim behandelte mich wie ihren eigenen Sohn und machte mich zu ihrem Adlatus. Ich war durch den erst kurz vorher erlittenen Verlust nahezu gebrochen und froh, dass es überhaupt jemanden gab, der sich um mich kümmerte. Ich fungierte für sie als Schreiber und Bote, lernte neue Länder kennen und reiste mit ihr und ihrem Gefolge auch ins Heilige Land. Einige Jahre vergingen so, und als mich die Transformation ereilte, war meine Herrin diejenige, die mich auf meinem Weg in ein neues Leben als Vampir begleitete.
In meiner Torheit und durch die Geschichten, welche ich manchmal von Sterblichen über Vampire gehört hatte, war ich mir sicher, meine unsterbliche Seele damit eingebüßt zu haben. Immerhin war ich eine Kreatur der Nacht, ernährte mich vom Blut der Kinder Adams, und ich glaubte, mit jedem Tag meines "Lebens" ein Sakrileg zu begehen. Ich hatte daran gedacht, mich in mein Schwert zu stürzen und dieser erbärmlichen Existenz ein Ende zu machen. Doch Christiane erlaubte mir nicht, mich selbst zu töten. Stattdessen gab sie mir Arbeit und sorgte dafür, dass ich nicht viel Zeit hatte, darüber nachzusinnen, wer und was ich nun war.

Die Jahre und Jahrzehnte vergingen. Ich erfuhr viel über die Politik der Vampire und der Sterblichen und bemerkte irgendwann, dass es mir leichter fiel, mich mit meinem Dasein abzufinden. Ich konnte aus der Sicht eines unsterblichen Wesens den Gang der Welt beobachten, als wären der Kosmos und die Erde quasi nur ein Ameisenhaufen, den von außen zu beobachten ich das Privileg hatte. Ich sah Menschen geboren werden, aufwachsen, heiraten, Kinder bekommen, sterben, sah ihre Kinder und Enkel denselben ewigen Kreislauf durchwandern, nur ich selbst blieb immer der Gleiche. Im Jahre 1221 bekam Christianes Heimatstadt den Namen, den sie heute noch trägt: Hildesheim. Und mir kam es vor, als wäre ich erst wenige Tage zuvor durch die Tore der Stadt geritten. Die Jahre flogen förmlich vorbei. Das Karussell der Zeit schien sich schneller und schneller zu drehen, und es war mir nicht möglich, es zu stoppen oder zumindest ein wenig zu verlangsamen.

Nachdem im Jahr 1367 die Stadt Hildesheim der Hanse beitrat, erweiterte sich mein Arbeitsbereich sehr. Ich war nun nicht mehr der stille Schreiber und Diener an Christianes Hof, ich war ihr Handelsvertreter. Durch meine Hände flossen Silber und Gold in solchen Mengen, dass ich manchmal glaubte, meine Hände in flüssiges Edelmetall zu tauchen. Waren und Geld in alle Länder Europas zu leiten war mir, der ich früh mit der Verwaltung eines Lehens betraut worden war, bereits in Fleisch und Blut übergegangen. Die Welt drehte sich weiter. Kreuzzüge wurden begonnen und beendet, Reiche begründet und zerstört, Städte erbaut und geschliffen... ich weiß nicht, wie viele Menschen ich auf den Schlachtfeldern habe tot in den Staub sinken sehen, während ich meiner Arbeit als Chronist nachkam. Es waren mehr, als ich zählen konnte.

Fast zweihundert Jahre konnte ich Christianes Reichtum mehren und ausweiten. Dann verlor sie durch die Hildesheimer Stiftsfehde große Teile ihrer Besitztümer und erhielt sie erst sehr viel später zurück. Die Reformation griff nach dem Heiligen Römischen Reich, und in all den daraus erwachsenden Unruhen war es überaus schwierig, sich überhaupt noch als Vampir zu bewegen. Luther hatte das Land quasi in einen Bürgerkrieg gestürzt, die Bauern lehnten sich gegen den Klerus auf, und es dauerte einige Jahre, bis wieder Ruhe einkehrte.

Das siebzehnte Jahrhundert war noch relativ jung, als Christiane mich mit einem besonderen Auftrag losschickte. Ich solle über das große Meer in die Neue Welt reisen und dort Handelsbeziehungen knüpfen. Also schiffte ich mich auf einem holländischen Kauffahrer ein, der mich drei Monate später in Nieuw Amsterdam, das heute New York heißt, an Land setzte. Es war nicht leicht für mich, auf diesem Schiff zu überleben. Ich durfte schließlich nicht von der Sonne getroffen werden, aber verhungern wollte ich auch nicht. Die Holländer schrieben die kränkliche Konstitution ihrer Matrosen vermutlich der miserablen Verpflegung zu. Dass sich viele Seefahrer an ihre abendlichen Trunkorgien, nach denen sie verkatert und müde erwachten, nicht erinnerten, hat nie jemanden stutzig gemacht.

Ich blieb länger in Amerika, als ich angenommen hatte. Der Handel mit der neuen Welt lief gut, doch als ich im Frühjahr 1830 keine Nachrichten mehr von Christiane erhielt, ahnte ich, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Ich begab mich auf das nächstbeste Schiff, das New York in Richtung Europa verließ, und fand meine Herrin tot vor. Sie war einen schändlichen Tod gestorben, weil ein übereifriger Hexenjäger geglaubt hatte, meine Herrin sei ein gewissenloses, blutrünstiges Monster. Dass dies nicht der Wahrheit entsprach, hatte den Mörder offenbar nicht interessiert. Aus seinem fanatischen Glauben heraus hatte er meine Herrin angegriffen und ihr Dasein beendet. Dies berichtete mir ein Diener Christianes, der offenbar ein Augenzeuge des Angriffes geworden war.
Drei Nächte lang trauerte ich trauerte um meine Herrin. Nicht, wie ich um eine Herrscherin und Despotin getrauert hätte, sondern wie ich um ein Familienmitglied und eine teure Freundin trauerte. Christiane war achthundert Jahre lang meine Mentorin gewesen. Sie hatte mir geholfen, als meine Eltern nicht mehr gelebt hatten, hatte mir einen einträglichen Beruf verschafft und ihr ganzes Vertrauen in mich gesetzt. Ich wusste nicht, wie ich ihr dies jemals hätte vergelten können. Und nun konnte ich ihr nicht einmal mehr danken.

Dieser Dank hätte noch viel größer ausfallen müssen, denn ich erfuhr von einem Vertrauten meiner Herrin, dass sie mir einen Großteil ihres Vermögens hinterlassen hatte. Mit diesem Geld wollte sie, die vielleicht geahnt hatte, dass sie über kurz oder lang der Tod ereilen würde, mir eine buchstäblich goldene Zukunft sichern. Ich wollte jedoch nicht riskieren, ebenfalls ein Opfer eines übereifrigen Möchtegerninquisitors zu werden. So veräußerte ich alle Immobilien, auf die ich Zugriff hatte, machte einen Großteil meiner eigenen Besitztümer ebenfalls zu Geld und reiste zwei Jahre später per Schiff wieder nach Amerika zurück.

Ich kam gerade zu der Zeit in Amerika an, als die Industrialisierung und der Eisenbahnbau seinen Anfang nahm. Ich erkannte, dass hier einerseits viel Geld investiert, aber auch umso mehr Geld gewonnen werden konnte. Mit dem Strom der Siedler ließ ich mich nach Westen treiben, bis ich die Pazifikküste erreichte. Hier baute ich mir eine Existenz auf, und als der kalifornische Goldrausch seinen Anfang nahm, verdiente ich mir, salopp gesagt, eine goldene Nase mit meinen Geschäften und Handelshäusern.
Doch ich wollte mehr! Die technologische Entwicklung hatte starke Fortschritte gemacht, und so investierte ich einen nicht gerade geringen Teil meines Vermögens in die rasche Fortentwicklung des neuen Transportmittels namens Eisenbahn. Das eiserne Pferd war DAS neue Fortbewegungsmittel in Amerika, und obwohl die Strecken sich sicher nicht von allein bauten, sondern Zigtausende von Arbeitern das Gleisbett verlegten, Brücken entstehen ließen, Tunnel sprengten, und der Eisenbahn über Berge und Täler, durch Wüsten und Ebenen ihren stählernen Weg bahnten.

Inzwischen hatte auch der Sezessionskrieg das Land gepackt und gebeutelt, als wäre es eine Ratte im Maul eines tollwütigen Hundes. Viele Leute verloren durch den Krieg ihr Leben, viele andere verloren "nur" Geld. Ich gehörte zu keiner der beiden Kategorien. Zwar gingen die Geschäfte nicht mehr so gut wie früher, aber sie hielten mich nicht nur über Wasser, sondern bescherten mir sogar ganz ordentliche Gewinne.
Nach dem Frieden zwischen Nord und Süd erregte eine junge, aufstrebende Gesellschaft mein geschäftliches Interesse. Es handelte sich um die in Omaha, Nebraska gegründete "Union Pacific Railroad Company". Ihren Gründer hatte ich bei einem Empfang kennengelernt, und er schien es wert zu sein, dass ich mein Geld in seine Vision investierte. Nur kurze Zeit später wurde die Union Pacific zusammen mit der Central Pacific ausgewählt, um die erste transkontinentale Eisenbahnlinie in Amerika zu bauen. Anfangs hielt man ein solches Vorhaben bestenfalls für nicht realisierbar, schlimmstenfalls für völligen Irrwitz. Doch die Planer und Architekten waren guten Mutes. Und das Wunder geschah: In nur vier Jahren war die transkontinentale Eisenbahn Wirklichkeit geworden, und ich war mit 99,9% der Aktien der Hauptaktionär des Unternehmens. Dieses Unternehmen sollte von diesem Zeitpunkt an mein Standbein in Amerika sein, auf dessen sicheren Fels ich mein finanzielles Fortkommen und meine Existenz aufbauen konnte.

Während des ersten Weltkriegs transportierten meine Züge Waren und Personen quer durch das Land, und die Industrie, auf die ich gleichermaßen meine Hoffnungen setzte, legte an Produktivität zu. Man mag mir nachsagen, ich sei einer der Leute gewesen, die aus den Konflikten Geld schlagen konnten. Das bestreite ich nicht. Aber letzten Endes war es meine Ideen, meine Pläne, mein Geld und auch mein Risiko, die mir ein angenehmes Leben ermöglichten. Und dies werde ich mir von niemandem schlecht reden lassen.
Die Weltwirtschaftskrise traf Amerika wie ein Paukenschlag. Aber auch hier erwies sich meine Investition in die Eisenbahn als sinnvoll. Transportmittel wurden immer gebraucht, und kein Verkehrsmittel war effektiver, die Waren und Personen quer durch das Land zu schaffen.

Auch der Zweite Weltkrieg ging vorbei, wenn auch mit riesigen Verlusten. Dass man Länder auf diese Weise wirtschaftlich ebenso wie menschlich zugrunde richten muss, habe ich seit der Zeit der Kreuzzüge nie verstanden und werde es auch wohl nie verstehen. Europa weinte unter der Last von Millionen von Toten. Ich blieb in Amerika und hatte keine Lust, Europa schnell wiederzusehen. Weder Schottland, das Land meiner Geburt, noch Deutschland, wo ich so viele Jahre meines zweiten Daseins verbracht hatte, reizten mich noch. Stattdessen zog ich von Kalifornien aus nach Texas, genauer gesagt nach Dallas. Dort trafen sich viele verschiedene Eisenbahnlinien, und dort bewohne ich mittlerweile ein Penthouse auf dem Wolkenkratzer, in dem meine Firmenzentrale liegt. Ich werde von einigen Bediensteten königlich umsorgt und im Übrigen weitestgehend in Ruhe gelassen. Meine Untergebenen kümmern sich um meine Finanzen, und ich selbst widme mich der Kunst, dem Sammeln von Artefakten, historischen Autos und altem Spielzeug, dem Schachspiel, der Modelleisenbahn und dem Spiel auf der Harfe. Die Harfe ist ein Instrument, das auch dann schön klingt, wenn man selbst kein Talent für die Musik hat. Darum habe ich mich dafür entschieden. Auch das Bogenschießen und den Waffengang mit dem Schwert übe ich noch immer aus, wenn auch nur noch als Hobby.

Der Ausbau des Interstate-Highway-Systems sowie der Fortschritt bei der zivilen Luftfahrt ließen die Fahrgastzahlen auf der Schiene schwinden. Die Union Pacific betrieb nur noch Personenverkehr, weil sie dazu verpflichtet war. Als 1971 die Amtrak gegründet wurde, stellte meine Firma komplett auf Güterverkehr um, wenn wir auch einige historische Fahrzeuge behielten, um damit unsere Tradition zu ehren und den Eisenbahnenthusiasten die Möglichkeit zu geben, die Historie der nordamerikanischen Eisenbahn nachzuvollziehen. Derzeit haben wir insgesamt 15 Dampflokomotiven im Einsatz, eine weitere Lokomotive aus meiner alten Heimat Großbritannien wird wieder aufgearbeitet und demnächst der Öffentlichkeit präsentiert.

In den Achtzigern und frühen Neunzigern konnte ich mein Firmenimperium - ebenso wie das Streckennetz - erheblich erweitern, indem mehrere andere Eisenbahngesellschaften (so z.B. die Western Pacific und die Southern Pacific) sich der UP anschlossen. Außerdem konnte ich weitere Class-1-Eisenbahngesellschaften in Nordamerika aufkaufen, so dass ich inzwischen der alleinige Eigentümer der neun größten Eisenbahnunternehmen in Nordamerika bin. Unter dem Logo der "North American Railroad Company" - der N.A.R.C. - laufen die einzelnen Gesellschaften - aus steuerrechtlichen Vorteilen - weiter unter ihrem alten Namen. Östlich des Mississippi fahren in den USA die CSX Transportation und die Norfolk Southern Railway unter meiner Flagge, westlich davon die Burlington Northern and Santa Fe Railway und - als Flaggschiff - die Union Pacific Railroad. Im Mittelwesten vertritt die Kansas City Southern meine Interessen. Darüber hinaus gehören noch in Kanada die Canadian National Railway und die Canadian Pacific Railroad dazu, sowie ihre beiden Tochtergesellschaften in den Vereinigten Staaten, die Grand Trunk Corporation und die SOO Line Railroad. Überdies habe ich mir auch die Alaska Railroad angeeignet, da dieser Teil der USA seinen ganz besonderen Reiz birgt und ich hier ebenfalls vertreten sein wollte. Damit umfasst das Streckennetz (Bahnhöfe und Rangieranlagen nicht eingerechnet) eine Gesamtlänge von über 250.000 Kilometern und spannt sich vom Polarkreis bis an den Golf von Mexiko, von den sonnigen Ebenen Kaliforniens bis an die schäumende Küste des Nordatlantik, vom Sunshine State Florida bis zu den kalten Fluten der Beringsee. Und darauf bin ich verdammt stolz.

Inzwischen leben wir in einem neuen Jahrtausend, die Welt ist durch Telefon, Internet und andere Erfindungen so klein geworden, dass man schon beinahe aus seiner eigenen Haustür treten und auf der anderen Seite des Erdballes den Fuß aufsetzen kann. Und dafür, dass dies so bleibt, werde ich sorgen. Komme da, was wolle.



Kenntnis von anderen Wesen/Bezug zu ihnen:

Ich bin ein Vampir, der schon seine tausend Jahre auf dem Buckel hat. Insofern ist es verständlich, dass mir meine Eltern von den anderen Wesenheiten unserer Welt erzählt haben.
Solange ein Mensch - oder auch ein anderes Wesen - mir keine Schwierigkeiten machen will, handle ich nach einem einfachen "Ich bin okay, Du bist okay"-Grundsatz. Problematisch wird es, wenn von der Gegenseite der Wunsch nach Konflikten besteht. Dann gebe ich meine Zurückhaltung auf, und es ist sehr schwierig, meinen Zorn wieder von sich abzuwenden.


Schreibprobe:

"Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend, Sir."
Der Wachmann verbeugte sich vor seinem Chef, als Nicodemus McDermott den Railroad-Tower verließ. Ein Angestellter hatte bereits den Maybach aus der Tiefgarage vor das Hauptportal gefahren. Der Eisenbahnmogul bedankte sich bei seinem Mitarbeiter, stieg dann in den Fond des Wagens, schloss die Tür und machte es sich in weichen Velourssitzen bequem, während das Luxusauto mit ihm in Richtung Ritz-Carlton Hotel rollte.

Während der Fahrt lauschte Nicodemus den Klängen von Wolfgang Amadeus Mozarts kleiner Nachtmusik. Die zarten Klänge beruhigten ihn und ließen die Anspannung der Besprechung von ihm abfallen, die er bis vor kurzem noch geführt hatte. Es war nicht ganz einfach gewesen, seine Geschäftspartner von der Idee zu überzeugen, einen transkontinentalen Expressverkehr mit Schnellgüterzügen einzurichten, welche regelmäßig pendelten und deren Frachtraum man online reservieren konnte, als würde man eine Bestellung bei einem Internetshop tätigen. Aber Nick hatte sich durchgesetzt. Kunststück! Immerhin gehörte ihm die N.A.R.C. bis zum letzten Schwellennagel in Privatbesitz. Wenn er heute auf die Idee kam, alle Züge violett mit rosa Punkten zu lackieren, dann würde ihm niemand dies verbieten können - abgesehen von seinem eigenen guten Geschmack. Aber es war trotzdem gut, auf die Mithilfe seiner Partner bauen zu können.

Der Maybach hielt vor dem Hotel. Der Chauffeur öffnete seinem Boss die Tür, und dieser stieg aus. Durch das Foyer des Hotels begab er sich in die Bar des Hotels. Ein überaus verschwiegener und beinahe schon intimer Ort, an dem man für ein Gespräch zusammenkommen konnte. Nicodemus war von einer jungen Frau namens Annabelle zu einem Interview gebeten worden, und er hatte sich - entgegen seiner sonstigen Gewohnheit - dazu bereit erklärt, dieses Gespräch zu führen.
Als der Eisenbahntycoon die Bar betrat, warf er kurz einen Blick auf seine Uhr: Fünf Minuten vor dem Termin. Sehr gut. Er setzte sich in eine sehr private Nische des Gastraumes und wartete auf seine Gesprächspartnerin.

Während dieser Zeit ließ er den Blick durch den Raum schweifen. Obwohl es in der Bar relativ schummrig war, konnte er durch seine Vampirsinne sehen wie ein sterblicher Mensch bei normalem Tageslicht. So entdeckte er amüsiert, dass eine junge Frau an einem Nebentisch ihren Partner mit dem Fuß zwischen den Beinen streichelte, obwohl sie sich unter dem Tisch und im Zwielicht der Barbeleuchtung gewiss unbeobachtet wähnte. Ein anderes Paar unterhielt sich leise, und der Eisenbahnunternehmer konnte belauschen, dass es dabei um die jeweiligen Ehepartner ging: Live dabei beim Seitensprung!
Wäre Nick ein Reporter gewesen, so hätte er vermutlich die eine oder andere pikante Story aufschnappen können. Da er aber seine Brötchen auf andere Weise verdiente, war ihm die "schmutzige Wäsche" seiner Mitwesen egal.

In diesem Moment trat eine Frau in die Bar, die Nicodemus' Aufmerksamkeit erregte. Sie war sehr gutaussehend, besaß einen hinreißenden Hüftschwung und bewegte sich wie fließendes Quecksilber. Eine wundervolle Person, die sich in Richtung seines Tisches bewegte und sich ihm dann als Annabelle Lacroix vorstellte.
"Enchanté, Mademoiselle Lacroix.", erwiderte Nicodemus, während er sich erhob und seiner Gesprächspartnerin einen Handkuss auf den Handrücken hauchte, "Ich freue mich, Ihre Bekanntschaft zu machen. Bitte, setzen Sie sich doch." Nick machte eine einladende Handbewegung, wartete, bis Annabelle sich gesetzt hatte und winkte dann auch noch den Kellner herbei, welcher die Getränkebestellung aufnahm und dann sofort wieder in Richtung Tresen verschwand. McDermott indes setzte sich Miss Lacroix gegenüber und lächelte sie an: "Ich gebe zu, dass ich eher selten eine Dame treffe, die sich allen Ernstes für die Eisenbahn interessiert. Noch dazu eine so junge und überaus attraktive, wenn Sie mir die Bemerkung erlauben."

Das war nicht gelogen. Die meisten Menschen, die sich mit der Eisenbahn befassten, waren entweder Männer oder aber ältere Frauen, die die Liebe zur Eisenbahn aus Nostalgie pflegten. Es war auch eine ganz besondere Romantik, welche den Schienenstrang umgab. Das eiserne Ross hatte wesentlich zur Kolonisierung des amerikanischen Kontinents beigetragen. Inzwischen jedoch fiel der Personenbeförderung per Schiene außerhalb von Ballungsräumen eine eher stiefmütterliche Rolle zu. Das Flugzeug und das Auto waren in dieser Hinsicht die bedeutenderen Verkehrsmittel. Allerdings rollte der Großteil des Güterverkehrs in den USA über die Schiene. Und die N.A.R.C., welche die neun größten amerikanischen Eisenbahngesellschaften unter ihrem Banner vereinte, war der unangefochtene Spitzenreiter, was diese Form des Transports betraf.


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Zuletzt von Nicodemus McDermott am Sa 19 Nov 2016 - 11:45 bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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