StartseiteSuchenAnmeldenLogin
Shortfacts
Willkommen in Dallas bei Nacht, der Stadt der Reichen und Schönen, der Ölbosse aber auch der Neider, der Rachsüchtigen und der Intriganten.

Wir sind ein deutschsprachiges Fantasy Real Life Rollenspielforum mit Crime-Einflüssen. Freigegeben ab 18 Jahren. Also, worauf wartest Du noch? Wähle eine der vielen spielbaren Rassen aus, erstelle Deinen Charakter und mische im Nachtleben von Dallas kräftig mit.
Hilfreiches auf einen Blick!
Neueste Themen
» The Winchester Family Business
von Gast Gestern um 9:35

» the two faces | 21+ RL-Erotik
von Gast Do 17 Mai 2018 - 11:40

» The Wolves are Coming
von Gast Mi 16 Mai 2018 - 19:45

» Einfach mal ausspannen...
von Alessio di Roya Di 15 Mai 2018 - 22:26

» Jobliste - Berufe unserer Einwohner
von Ace Carpenter Di 15 Mai 2018 - 22:09

» Forenschließung - Jalka RPG
von Gast Mi 2 Mai 2018 - 16:26

» Caribbean Passion
von Gast Fr 13 Apr 2018 - 21:53

» HunterxHunter RPG [Anfrage]
von Chiron Jung Mo 9 Apr 2018 - 11:24

» HunterxHunter RPG | FSK 16 | Ortstrennung
von Chiron Jung Mo 9 Apr 2018 - 11:23

» Mein Leben auf Hawaii (neu)
von Chiron Jung Mo 9 Apr 2018 - 7:34

Teilen | 
 

 Wohnzimmer

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : Zurück  1, 2
AutorNachricht
Bauamt
avatar

Profil
Anmeldedatum :
23.05.12
Anzahl der Beiträge :
1268

BeitragThema: Wohnzimmer   So 31 Jan 2016 - 17:11

das Eingangsposting lautete :



Das Wohnzimmer hat einen eher urigen Charme, ist aber dank grossen weichen Sofas und dem Kamin, der diesen Raum dominiert, äusserst gemütlich und lädt zum Verweilen ein.


Quelle: http://freshideen.com/wp-content/uploads/2013/05/interior-design-ideen-f%C3%BCr-m%C3%A4nner-feuerstelle-holz-wandbelag.jpg
Nach oben Nach unten

AutorNachricht
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do 18 Aug 2016 - 12:11

Er hatte nicht erwartet, dass sie sich so bereitwillig auf den Kuss einlassen würde - allerdings hatte er auch nichts dagegen ein zu wenden, während seine Hand wie schon Tage zuvor an ihre Hüfte wanderte, um sie leicht fest zu halten, und er sich mit der freien Hand an der Wand absützte, während sie ihn weiter zu sich herunter zog und ihre Finger in seinem Haar vergrub - und keinen Zweifel daran liess, dass sie ihn begehrte. Als er den Kuss löste, musste sich der Geschäftsmann ebenfalls eingestehen, dass sie ihn nicht ganz kalt liess, selbst wenn man seiner beherrschten, neutralen Miene nichts davon ansah. Aber Damien war letztendlich auch nur ein Mann - und Vivienne eine faszinierende und auch attraktive Frau, selbst, wenn es einige Punkte gab, die gegen sie sprachen.
Erneut machte sich ein pulsierender, unangenehmer Kopfschmerz bemerkbar, doch Damien ignorierte ihn - er hatte erst eine Migräneattacke hinter sich und gerade erst angefangen, die liegen gebliebene Arbeit nach zu holen. Er konnte es sich nicht erlauben, seine Pflichten weiter zu vernachlässigen. Allerdings galt es zuerst, diese Sache zu klären. Nicht nur, weil er Vivienne persönlich mochte und sie weder verletzen noch beleidigen wollte, sondern, weil er sich ziemlich sicher war, dass sie tatsächlich dazu in der Lage wäre, seinen Ruf zu ruinieren. Etwas, was er vermeiden wollte, besonders, da es sich hierbei um ein Missverständnis handelte - zumindest seiner Ansicht nach.

"Wirst du mir nun zuhören?" Seine Stimme war ruhig und nüchtern, seine Miene so still, als hätte es den Kuss nie gegeben, obwohl er ihr noch immer so nahe stand, dass er sie förmlich spüren konnte. Als sie mit unterdrücktem, aber beherrschtem Zorn antwortete, sah er zumindest eine Chance, sich zu erklären. Nun galt es nur, diese auch zu nutzen. Vorsichtig nahm er etwas Abstand, während er sich kurz durch das dichte braune Haar fuhr. "Ich möchte erneut betonen, dass ich zwischen Dir und deinem Club unterscheide. Ich halte dich für eine intelligente, faszinierende Frau und, sofern du es nach diesem Abend noch wünschst, würde ich gerne weiter in den Genuss deiner Gesellschaft kommen. Allerdings persönlich. Deine Bar hingegen widersprach im Grunde von Anfang an meinen Prinzipien, wie sich vermutlich bereits frühzeitig in unseren ersten Gesprächen - Diskussionen - gezeigt hat. Nun, da ich zufällig mediales Interesse erlangt habe, würde ich es bevorzugen, zu vermeiden, privat dort gesehen zu werden, auch um entsprechenden Spekulationen zu entgehen.
"Zumal ich ohnehin nur wenig zeitliche Kapazitäten besitze, Vater hat mich darauf hingewiesen, dass ich zukünftig darauf achten soll, entsprechend meiner hohen Positionen meinen Verpflichtungen nach zu kommen, statt mich in Dallas lediglich meinen persönlichen Vergnügungen hin zu geben. Sollte ich nicht dazu in der Lage sein, werde ich meine Positionen in den beiden Firmen verlieren, und vermutlich auch sämtliche Unterstützung für Vanguard Fonds. Es geht mir in diesem Fall nicht darum, ob ein Klatschblatt sich das Maul darüber zerreist, was ich wohl im Dashing Venue mit meiner Zeit anfange. Die Auswirkungen, die es womöglich für mich haben könnte, übersteigen die von dir genannten Faktoren bei weitem."


Da es nicht nur um andere Politiker oder Wirtschaftler ging, die wohl alle - zumindest Viviennes Meinung nach - irgendwelche krummen Dinger am laufen hatten, sondern auch sehr viel von seinem Vater abhängig war. Und diesem war es egal, welcher Politiker in Dallas welche Skandale auslöste. Ihn interessierte lediglich, was sein Sohn tat. Noch immer war seine Miene unbewegt, seine Augen, grau wie ein Himmel, ehe es zu regnen begann, verrieten nicht die leiseste Emotion. Alles an ihm war still, während er sie leise fragte: "Konntest du mir folgen? Kannst du meine Gründe verstehen, oder zumindest respektieren?" Oh er hoffte es, während er noch immer ihren Geschmack auf den Lippen, ihren Geruch in der Nase hatte und der Gedanke, dass sie ihn wegen dieses Missverständnisses aus ihrem Leben warf, ihm nicht gefiel.
Andererseits wäre sie nicht die erste Person, welche aufgrund seiner strikten Prioritäten den Kontakt zu ihm abbrach. Und wenn sie es tat, würde sie auch nicht die letzte bleiben. Es war eben der Preis, den er für seinen Erfolg zahlte, und seine Ambitionen waren noch lange nicht erfüllt. Gerade in Dallas hatte er erst angefangen, und noch so viel größere Pläne. Und für diese Pläne, diese Ambitionen, wäre er bereit, noch bedeutend mehr zu opfern.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do 18 Aug 2016 - 19:02

Die Miene der Hexe blieb unbewegt, neutral, geschäftsmäßig, als sie sich bemühte, ihre Wut im Zaum zu halten und Damiens Worten Gehör zu schenken. Allein der finstere Ausdruck in den graublauen Augen, deren Farbe eher einem Gewittersturm glich denn der üblichen Farbe von Saphiren, verriet zumindest teilweise, wie sie sich wirklich fühlte - und wie wütend sie noch immer war. Auf ihn. Auf seine Unverfrorenheit. Auf sich. Darauf, dass sie so naiv gewesen war, ihm das, was ‘Vertrauen’ wohl noch am nächsten kam, entgegenzubringen. Erst, als Damien sie wieder direkt ansprach und fragte, ob sie ihm hatte folgen können, hob sie den Blick, um ihn anzusehen - ihm direkt in die Augen zu sehen.
"Ich hielt dich für alt und groß genug, nicht mehr unter dem Pantoffel deines Vaters zu stehen", entgegnete sie, noch immer eine Spur zu ruhig. "Ich finde, es sollte ihn einen Dreck interessieren, wann du dir wo mit wem die Zeit vertreibst. Außerdem halte ich dich für intelligent genug, nicht zu ihm zu spazieren und unter die Nase zu reiben, dass du 'dich um deine persönlichen Interessen kümmerst.'" Der Ablauf des Familientreffens in New York interessierte sie nun doch brennender, als sie bereit war zuzugeben. Sie kannte nur wenige Menschen, die ihrer Arbeit derart akribisch und mit solcher Hingabe nachgingen. Da war ihrer Meinung nach ein wenig Entspannung wirklich das Mindeste, das man sich nach der harten Arbeit erlauben konnte.

"Verständnis kann ich ehrlich gesagt nur wenig aufbringen. Was verlangt dein Vater denn bitte noch von dir? Dein Blut, deine Seele, dein Erstgeborenes? Ich kenne kaum Menschen, die derart mit ihrem Job verheiratet sind und auch noch so gewissenhaft und akribisch darin sind. Das Leben besteht aus so viel mehr als Arbeit und der Befriedigung von Grundbedürfnissen wie Essen, Trinken und Schlaf. Zwischen all dem Schwarz und Weiß gibt es noch eine ganze Menge Grautöne. Ich verstehe sein verdammtes Problem nicht. Ich finde, ein wenig mehr Wertschätzung" oder überhaupt mal ein wenig Wertschätzung "würden nicht schaden. Abgesehen davon, ist von einem Abend, den man ganz egoistisch für sich selbst nutzt, bislang weder jemals ein Unternehmen in die Pleite gerutscht noch die Welt untergegangen. Naja, vorausgesetzt, man hat seine Gesellschaftsanteile nicht gerade am Pokertisch im Casino verzockt." Sie verschränkte die Arme vor der Brust, die Lippen geschürzt, während sie sich mit dem Rücken an die Wand lehnte, an die Damien sie vor wenigen Momenten noch gedrückt hatte. Der herbe, männliche Duft, den er verströmte, lag noch immer in der Luft, sein Geschmack noch immer auf ihrer Zunge, was es ihr nicht gerade leichter machte, sich wieder wirklich zu beruhigen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Fr 19 Aug 2016 - 11:31

Damien verfolgte die Worte der Barbesitzerin mit ausdrucksloser Miene. Immerhin, zumindest brüllte sie ihn nicht an - die Art und Weise, wie sie über seinen Vater sprach, war dennoch nicht unbedingt dazu angetan, seine Stimmung zu verbessern. "Ich stehe nicht 'unter der Pantoffel meines Vaters'. Es geht um wirtschaftliche und finanzielle Aspekte, da ich ich derzeit noch zwei hohe Positionen in Unternehmen meines Vaters belege. Seit ich nach Dallas gezogen bin, um meine eigenes Projekt auf zu bauen, habe ich diese Pflichten womöglich etwas schleifen lassen. Allerdings hege ich kein Interesse daran, die Posten zu verlieren - und noch weniger, die finanzielle Unterstützung der Delacroix-Corporation für unnötige Abende in Bars wie dem Dark Temptation oder dem Dashing Venue zu riskieren. Es geht um Gelder, welche dahinter stehen. Ich bin mit Vanguard Fonds prinzipiell unabhängig, dennoch erleichtert mir die finanzielle Unterstützung des Großkonzerns die Etablierung meines Investementfonds." Damien trug diese Dinge mit unveränderter, ruhiger und geschäftsmäßiger Stimme vor, während er hoffte, dass sie es nachvollziehen oder zumindest verstehen würde. Weil es nicht darum ging, was ein Vater von seinem Sohn hielt, sondern auch um die Faktoren, welche dahinter standen.

"Zumal ich durchaus wirtschaftliche und politische Ambitionen habe, für welche es dienlich ist, wenn die Öffentlichkeit mein Gesicht kennt. Und idealerweise mit positiven Schlagzeilen assoziiert, nicht mit irgendwelchen Gerüchten über Affären oder Korruption. Ich habe vor, die Aufmerksamkeit der Medien für mich zu nutzen. Du magst recht damit haben, dass es nur um 'Torres Tochter' geht und ich den Medien - noch - vollkommen gleichgültig bin. Aber ich werde sie dennoch für mich nutzen. Ebenso, wie ich dazu in der Lage bin, die entsprechenden politischen Kontakte, die sich durch diese Verbindung ergeben, für mich zu nutzen." Immerhin war das der eigentliche Ausgangspunkt gewesen, ab welchem Ash für ihn interessant geworden war - als Tochter eines wichtigen Politikers, der ihm, wenn er sich gut mit ihm stellte, in politische und wirtschaftliche Kreise einführen würde, die seinen Ambitionen und Plänen mehr als nur dienen würden.

"Ansonsten gedenke ich durchaus, meine Freizeit zu nutzen und sie mit Dingen zu verbringen, welche mir Spaß machen. So zum Beispiel die Tanzveranstaltung. Zumindest, sofern du noch Interesse daran hast, mit mir dort hin zu gehen. Sollte ich dich jedoch zu sehr beleidigt oder gekränkt haben, bitte ich dafür um Entschuldigung." Damien hielt inne und musterte die Frau, die ihm noch immer gegenüber stand, an der Wand, und so verletzlich und zierlich wirkte im Vergleich zu ihren ersten Begegnungen. Und das ungeachtet ihres Zorns. "Wünschst du noch immer, dass ich gehe?"
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Fr 19 Aug 2016 - 17:59

Kurz schüttelte sie den Kopf, kaum merklich zwar, jedoch reichte diese kurze Bewegung aus, um diese eine lästige Haarsträhne, mit der sie immer zu kämpfen hatte, dazu zu bewegen, ihr ins Gesicht zu fallen. Oh, er stand also nicht unter dem Pantoffel seines Vaters? Auf dessen Gelder angewiesen zu sein und immer jedes Spiel mitzuspielen, das er von seinem Sohn verlangte, ganz gleich, was es ihm dafür abverlangte, klang für sie aber genau nach ebendem. Aber sie würde nicht weiter mit ihm darüber streiten. Sie hatten beide ihren Standpunkt und Vivienne war sich ziemlich sicher, dass keiner von ihnen von seinem eigenen abrücken würde. “Du fürchtest, Schlagzeilen über eine Affäre schädigen deinen Ruf. Aber fängst was mit Torres’ Tochter an. Toller Schachzug, Schätzchen.” Sie stieß ein schnaubendes Geräusch aus, das am ehesten noch einem sterbenden Lächeln glich. “Aber gut. Ist dein Ruf, nicht meiner”, fügte sie schließlich hinzu. Eigentlich sollte es ihr egal sein, was die Aasgeier der Presse über ihn oder sein Liebchen schrieben. Es sollte ihr egal sein, was er von ihr hielt. Oder was andere von ihr hielten. Sie war alleine groß und das nicht erst seit gestern. Mit Mitleid war sie schließlich nicht dorthin gekommen, wo sie nun war.

Bei seinen weiteren Worten atmete sie erneut kurz durch, während sich ihre Züge ein wenig zu entspannen schienen und sie mit einem Mal jünger - und zerbrechlicher - aussehen ließen, als vor einem Moment noch. “Ja. Nein. Du hast meine Pläne für diesen Abend ziemlich durcheinander gebracht.” Allmählich gelang es ihr, wieder ruhiger zu sprechen, ohne dass ihre Stimme noch derart belegt klang. Ihr Blick, tiefgründig und scharf wie Rasierklingen, ruhte unverwandt auf ihm. Ihr brannten noch immer so viele weniger charmante Dinge auf der Zunge, die sie ihm entgegenspeien, ihm entgegenschreien wollte, doch eigentlich wollte sie nicht streiten. Nicht mit ihm. Nicht heute. Vor allem nicht heute. “Ich würde gerne mit dir tanzen gehen. Ich neige nämlich dazu, meine Versprechen zu halten.” Sie stieß sich von der Wand ab und blieb in der Mitte des Raumes vor ihm kurz stehen. “Ich hätte jetzt nichts gegen ein Glas oder eine Flasche Wein einzuwenden. Wie sieht es mit dir aus?” Ohne eine Antwort abzuwarten, ging sie in die Küche, holte eine Flasche Wein aus dem Kühlschrank und zwei Weingläser aus dem Geschirrschrank. Wenn er nicht wollte, hatte sie auch keine Hemmungen, die Flasche alleine zu vernichten. Allerdings schmeckte es bekanntlich besser, wenn man teilte. Leise fluchend drehte sie die Flasche in ihren Händen und mühte sich mit Korkenzieher und dem Korken, der sich ungünstig verhakt hatte, ab.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Sa 20 Aug 2016 - 12:23

"Ich fürchte, Schlagzeilen über angebliche Affären oder Vergnügungen würden meinen Ruf schädigen, so lange die Öffentlichkeit denkt, dass ich etwas mit Ash habe", erklärte Damien nüchtern. "Da es implizieren würde, ich wäre ihr untreu. Immerhin werden wir als das Promy-Paar schlechthin gehyped. Oder wurden, ehe ich nach New York geflogen bin." Seine Erwiderung war vollkommen ruhig und emotionslos, während er sich erneut unbeeindruckt von ihren scharfen, wütenden Blicken zeigte. Viel mehr traf es ihn, als sie die Augen schloss und die Anspannung scheinbar von ihr abfiel - und sie plötzlich erneut so viel fragiler und verletzlicher wirkte, als je zuvor und er ganz instinktiv mit jenen Beschützerinstinkten reagierte, die tief in ihm vergraben, aber zweifellos vorhanden waren. Dennoch unterdrückte er den Impuls, ihr in einer zärtlichen Geste die wirre Haarsträhne aus dem Gesicht zu streichen, und folgte ihr stattdessen - um sich hinter sie zu stellen und sanft, aber bestimmt, Weinflasche und Korkenzieher aus ihren viel zierlicheren Händen zu entwenden.

Er öffnete die Flasche, ohne auf etwaige Proteste zu achten, dass sie es selbst gekonnt hätte, und befüllte stattdessen zwei Weingläser, von welchen er ihr eines reichte. "Womit wolltest du heute ursprünglich deinen Abend verbringen? Ich muss gestehen, ich war beinahe etwas überrascht, dich tatsächlich hier an zu treffen, da ich fast das Gefühl habe, dass du noch mehr Zeit in deinem Club verbringst, als ich in meinem Büro. Hattest du etwas besonderes vor?" Er fragte beiläufig, doch der aufmerksame Ausdruck in seinen Augen verriet sein aufrichtiges Interesse. Immerhin war er vollkommen unangekündigt einfach bei ihr vorbei gekommen, ohne Garantie dafür, sie tatsächlich hier zu finden. Natürlich, nächste Anlaufstelle wäre ihr Club gewesen, da sie bisher immer dort gewesen war. Danach? Er hatte keine Ahnung, womit oder wo sie ansonsten ihre Zeit verbrachte… oder ob sie sich, was die Arbeitshaltung betraf, tatsächlich so sehr von ihm unterschied. Mit dem einen Unterschied, dass sie sich alles selbst aufgebaut hatte, während er doch zumindest grundlegende finanzielle Unterstützung und bedeutend bessere Grundvoraussetzungen hatte.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Sa 20 Aug 2016 - 20:35

Vivienne stieß einen weniger damenhaften Fluch aus und funkelte Damien an, als er hinter sie trat und ihr die Flasche aus der Hand entwendete. Aber immerhin war der Korken nun draußen und das Innere der Flasche nun in zwei Gläser befüllt. “Ich hatte heute einen freien Abend geplant”, antwortete sie, während sie das Glas an ihre Lippen führte. “Nein, nichts besonderes. Badewanne, Musik und Buch - oder im heutigen Fall, Sofa und Buch.” Sie führte ihn aus der Küche zurück in das Wohnzimmer, auf dessen Tisch einsam und allein ein Buch mit der Rückseite nach oben lag, offensichtlich in Eile darauf geschmissen. “Ich hatte eigentlich die Tür nicht öffnen wollen, als du geklingelt hast, weil ich befürchten musste, dass meine Mädchen auf die dumme Idee gekommen sind, sowas wie eine Überraschungsparty in meiner Wohnung zu schmeißen und diese in einen Hühnerstall voller gackernder Hühner zu verwandeln. Ich weiß auch so, dass ich älter werde. Sie müssen mich nicht jedes Jahr daran erinnern.” Erneut nippte sie an ihrem Glas, während sie auf dem Sofa, auf dem sie zuvor gelegen und gelesen hatte, Platz nahm und Damien deutete, sich zu ihr zu setzen.

“Ich wage zu behaupten, dass wir wohl eine sehr ähnliche Einstellung zu unseren jeweiligen Berufen haben.” Sie wusste nicht, wie es um das Verhältnis zwischen Damien und seinen Angestellten bestellt war, aber zumindest sie konnte sich immer blind auf Aya verlassen. Wenn sie selbst verhindert oder aus sonstigen Gründen nicht persönlich anwesend sein konnte, vertrat Aya die Hexe ungemein gut. Und Vivienne konnte sich stets sicher sein, dass ihr über alle Vorkommnisse eines Abends Bericht erstattet wurde, sodass sie selbst während Abwesenheiten stets wusste, wie die Lage war. “Dann und wann kann ich die Mädchen auch ohne Aufsicht alleine lassen, ohne befürchten zu müssen, dass am nächsten Tag alles im Chaos versunken ist. Ich weiß recht gut, was ich ihnen zumuten kann und in welchem Umfang.”
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mo 22 Aug 2016 - 17:46

Badewanne, Musik, Buch… oder eben Sofa und Buch. Er folgte ihr in das Wohnzimmer zurück, und bemerkte nun auch das Buch, welches ganz unschuldig auf dem Tisch lag. Ein wenig neugierig war er schon, jedoch zu gut erzogen, um einfach nach zu sehen, worum es ging. Er folgte ihren Worten nur beiläufig, runzelte dann aber die Stirn. Überraschungsparty? Älter werden? Kurz betrachtete er ihr Profil. Meinte sie damit etwa, dass heute ihr Geburtstag war? Nun, zu diesem Timing konnte er sich dann ja wohl nur selbst gratulieren. Er liess sich ihr gegenüber nieder, unschlüssig, ob er ihr wohl gratulieren sollte oder befürchten musste, erst recht vor die Tür gesetzt zu werden, als sich das Gespräch bereits wieder sicheren Fahrwassern zuwandte - der Arbeit.

"Nein, ich kann meinen Leuten auch vollkommen vertrauen. Während ich in New York war, musste ich mir keine Gedanken um Vanguard Fonds machen, da sie mich über alle wichtigen Dinge auf dem Laufenden hielten und besonders Don sämtliche Kompetenzen besitzt, die notwendig sind, um mich für einen begrenzten Zeitraum in vollem Maße zu vertreten. Er weiß ganz genau, welche Entscheidungen er auch ohne mich treffen kann, in welchen Entscheidungen er mich besser fragen sollte - und wie er sich in zeitkritischen Situationen, welche nicht zulassen, mich zu kontaktieren, verhält. Ich kann nicht nur einen Tag, sondern auch ein oder zwei Wochen verreisen und weiß, dass Vanguard Fonds in guten Händen ist." Don war nicht umsonst sein Stellvertreter. Er mochte zwar aussehen - und auch klingen - wie ein leichtlebiger Surferboy aus Miami, Jemand der viel flirtete und auch gerne Unsinn machte und mehr nach einem Sportstudenten aussah, als nach einem Wirtschaftler - aber er besaß einen scharfen, analytischen Verstand und war ein hervorragender Stratege. Und er war damals der erste Kontakt gewesen, den Damien in Amerika geknüpft hatte - an ihrem ersten Studientag. Auch das restliche Team - der innere Kreis - bestand aus kompetenten Personen, die er durchweg während seines Studium kennen und auch schätzen gelernt hatte.

"Ich möchte mich im Übrigen dafür entschuldigen, dass ich deine Planung für einen friedlichen, einsamen Geburtstag ruiniert habe. Ich kann noch immer gehen, wenn du lieber weiter deine Ruhe möchtest. Ansonsten…" Sein Blick wanderte zu dem Buch, welches ganz unschuldig und unscheinbar auf dem Wohnzimmertisch lag. "Ist es gut? Ein Thriller?" Immerhin hatten sie bereits fest gestellt, dass sie zumindest in dieser Richtung eine Gemeinsamkeit hatten, auch wenn Damien üblicherweise zu wenig Zeit hatte, wirklich viel zu lesen. Selbst wenn er wirklich Freizeit hatte, so nutzte er diese doch häufig, um sich über Politik und Wirtschaft zu informieren - oder für seltene Treffen mit seinen wenigen Freunden… oder einen noch selteneren Abend in einer Bar. Wann er sich das letzte Mal einfach hin gesetzt und etwas gelesen hatte, das nichts mit seiner Arbeit zu tun hatte, konnte Damien überhaupt nicht sagen. Zumindest nicht, seit er nach Dallas gekommen hatte. Und davor… war es sicher auch schon etwas her.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mo 22 Aug 2016 - 20:23

Aufmerksam und interessiert hörte Vivienne Damien zu, als er von seinem Mitarbeiter Don erzählte. Ein Name, den sie zum ersten Mal hörte. Doch so wie Damien es schilderte, schien es eine ähnliche berufliche Beziehung zwischen ihm und diesem ominösen Don zu sein, wie die zwischen Aya und der Hexe. “Ich denke, ich weiß, was du meinst”, antwortete sie leicht nickend, um ihm auch nonverbal zu verstehen zu geben, dass sie ihm zugehört und ihn verstanden hatte. “Die gleichen Dinge könnte ich wohl auch über Aya erwähnen. Sie kennt die Abläufe und Dienstpläne auswendig, ist immer überaus pünktlich und erledigt ihre Arbeit mit beneidenswerter Akribie. Sie weiß, welche Vorstellungen ich habe, in welchen Punkten Spielraum für Verhandlungen ist, in welchen Punkten ich keineswegs mit mir diskutieren lasse und vor allem ist sie autoritär genug, mich würdig zu vertreten, wenn ich mal nicht in der Nähe bin.” Ohja. Autorität besaß die hübsche Blondine zuhauf! Es war eine Sache, Chefin eines Betriebes zu sein, in dem - von den Türstehern einmal abgesehen - nur Frauen beschäftigt waren, jedoch eine ganz andere, wenn ein Großteil dieser Frauen ein elendes Leben auf der Straße hinter sich hatten und dementsprechend wenig bis nichts zu verlieren hatten und wesentlich kampfbereiter waren, als es andere Mädchen sein mochten. Allerdings gehörte dieses Kriterium zu den Grundvoraussetzungen, die sie von ihren Angestellten verlangte. In ihrem Gewerbe mussten die Frauen ihren Mann stehen können, ohne bei dem geringsten Widerstand sofort in Tränen auszubrechen. Zwar benahm sich die Kundschaft meistens friedlich, jedoch gab es aber auch genügend Gäste, die glaubten, nur weil sie mit ein paar Scheinchen um sich warfen, könnten sie sich alles erlauben. Und solchen Großmäulern galt es das Maul zu stopfen, wie einer Weihnachtsgans.

Damiens Entschuldigung ließ die Hexe zu ihm aufschauen. Es war durchaus ein löblicher Charakterzug, den der Geschäftsmann bereits zum wiederholten Male bewies. Nicht jeder - oder eher fast niemand - besaß die Stärke, einen Fehler einzugestehen, dazu zu stehen und sich ordentlich dafür zu entschuldigen. Vivienne schenkte ihm ein versöhnliches Lächeln. “Entschuldigung angenommen”, antwortete sie, nun deutlich versöhnlicher gestimmt. “Ich will dich nicht von deinem wichtigen… Wasauchimmer abhalten…” Auch wenn sie es durchaus begrüßte, wenn er sich dazu entscheiden sollte, zu bleiben. Ihr Blick folgte seinem, der interessiert das Buch auf dem Tisch fixierte. Einen kurzen Moment lang huschte ein amüsierter Ausdruck über ihre feinen Züge. “Ja und nein”, antwortete sie knapp, mit einem nahezu verschwörerischen Ausdruck in den saphirblauen Augen. Aya hatte der Hexe einen Satz originaler Tarotkarten von Aleister Crowley geschenkt, sowie ein dazugehöriges Buch - natürlich eine Erstausgabe - welches die Hexe nun verschlang. Sie wollte lieber nicht wissen, wie Aya an dieses Kartendeck gekommen war, allerdings hatte sie da so ein paar Vermutungen. “Ein Geschenk.” Ein Geschenk, über das sie sich wirklich zutiefst gefreut hatte und mit dem sie tatsächlich etwas anfangen konnte.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di 23 Aug 2016 - 6:46

Aya. Damien machte sich eine gedankliche Notiz bezüglich des Namens, da es klang, als handelte es sich bei ihr um Viviennes Stellvertreterin. Allerdings musste Damien für sich fest stellen, dass er sicherlich nicht diegleichen Dinge über Don behaupten konnte, wie Vivienne über ihre Stellvertreterin. Autoritär ging schon, aber Akribie klang dann doch nicht ganz so passend für den Surferboy aus Florida. Allerdings interessierte er sich in diesem Augenblick tatsächlich mehr für die Frau, welche ihm gegenüber saß, und weder für ihre Stellvertreterin noch für seine eigenen Mitarbeiter. Bei ihrer Aussage, dass sie ihn ebenfalls nicht von was auch immer abhalten wolle, schüttelte er nur leicht den Kopf. "Du hältst mich nicht ab. Es gibt nichts, das nicht auch noch etwas warten könnte." Natürlich, die Dinge, welches es auf zu arbeiten galt, waren noch immer zahlreich, allerdings erinnerte ihn der unangenehme Schmerz hinter seinen Schläfen daran, dass es ohnehin sinnvoller wäre, ein wenig Pause zu machen, statt weiter zu arbeiten. So gerne er seinen Pflichten nachkommen wollte, so wenig nutzte es Irgendjemanden, wenn seine Konzentrationsfähigkeit litt und er womöglich vermeidbare Fehler machte - dann lieber ausgeruht am nächsten Tag weiter arbeiten. Zumal es auch spät genug war, die anderen hatten bereits Stunden vor ihm Feierabend gemacht.

Also widmete er seine Aufmerksamkeit lieber seiner Gesellschaft - und dem Buch. Interessant, aber kein Thriller. "Darf ich?", fragte er höflich nach, da er seinem Interesse zum Trotz doch zu höflich war, um einfach danach zu greifen. Womöglich war es ihr ja unangenehm, besonders, wenn es ein Geschenk war. Vivienne stimmte zu, und so griff er danach - und zog die Augenbraue nach oben. The book of Thoth, eine gebundene Ausgabe, herausgegeben von einem Aleister Crowley. Schnell überflog Damien ein paar Seiten, und es benötigte nicht viel, um fest zu stellen, dass sich das Buch mit Tarot-Karten beschäftigte, und scheinbar auch mit anderen Dingen, die spirituell oder okkult oder irgendetwas in dieser Richtung waren. "Du interessierst dich für solche Dinge?" Sein Tonfall war neutral wie immer, seine Miene ebenfalls, so dass man ihm nicht anmerkte, dass er doch etwas überrascht war von diesem Fund. Seine Großmutter beschäftigte sich manchmal mit solchen Dingen… er selbst konnte dem ganzen Zeug jedoch nichts abgewinnen. Seiner Meinung nach war das alles Unsinn, Geldmacherei und Aberglaube. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Vivienne sich mit solchen Dingen auseinander setzte, da er sie eigentlich für eine intelligente und bodenständige Frau hielt.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di 23 Aug 2016 - 19:36

“Sicher?” Er war doch sonst immer so darauf bedacht, zeitig zu verschwinden, damit er zumindest ansatzweise genügend Schlaf bekam und sich wieder den ganzen Tag - und vermutlich auch den darauffolgenden Abend - über seiner Arbeit widmen konnte. Doch lag in diesem einen Wort, dieser einfachen Frage wesentlich mehr. Es war nicht der Geburtstag an sich, der die Hexe ein wenig lethargisch stimmte. Sie war noch blutjung und würde es noch für eine ganze Weile bleiben. Immerhin war sie mit ihren Flüchen bislang sehr sparsam gewesen und hatte bislang kaum Einbußen in ihrer Lebenserwartung zu verzeichnen. Diese Lethargie war viel mehr der Tatsache geschuldet, dass sie keine wirklichen Vertrauten, geschweigedenn Verwandten, besaß, in deren Kreis sie ihren Geburtstag angemessen feiern konnte. Sicher, ihre Mädchen hatten nichts gegen eine ordentliche Party einzuwenden, aber es war dennoch nicht dasselbe. Weswegen sie es schon seit Jahren vorzog, ihren Geburtstag in einsamer Abgeschiedenheit zu verbringen. Und normalerweise störte es sie auch nicht. Menschen waren Gewohnheitstiere und man gewöhnte sich doch recht schnell an gewisse Umstände. Allerdings musste sie sich zähneknirschend eingestehen, dass sie wohl auch nichts dagegen hatte, den Abend in nicht ganz so abgeschiedener Einsamkeit mit einer netten Gesellschaft zu verbringen - selbst wenn sie dieser vor kurzem noch gerne die Augen ausgekratzt hätte. Umso schwächer und verletzlicher fühlte sie sich bei dieser kleinen, kurzen Frage. Auch wenn sie es nicht wahrhaben wollte: Sie wäre wohl gekränkt, wenn er nun einfach gehen würde. Sie wollte, dass er blieb, war sich jedoch zu stolz, ihn auch darum zu bitten.

Interessiert - oder eher neugierig? - betrachtete Damien das Buch, das sie in aller Eile, als er geklingelt hatte, auf den Tisch geworfen hatte, um sich etwas überzuziehen. Auf seine Frage hin, ob er es sich ansehen dürfe, nickte sie schließlich und betrachtete ihn aufmerksam, wie seine Blicke über den Klappentext flogen. Kartenlegen war gewiss nichts für jeden Hexer oder jede Hexe, manche bevorzugten Pendel, andere Ouijabretter und wieder andere beherrschten das Lesen aus der Hand, andere wiederum nichts von alledem. Doch er zeigte keinerlei Reaktion darauf. Zumindest keine, mit der sie in irgendeiner Weise gerechnet hatte. Solche Dinge? Was heißt “solche Dinge”? Aus irgendeinem Grund hatten diese Worte einen abwertenden Beigeschmack. Man konnte ja von Crowley halten, was man wollte - er war sicherlich ein Exzentriker gewesen, vielleicht auch wahnsinnig, doch Wahnsinn und Genie lagen bekanntlich sehr nah beieinander, was sich in diesem Buch und den äußerst kunstvoll gestalteten Tarotkarten sehr deutlich widerspiegelte. Ihre Antwort hielt sie allerdings eher weniger ausschweifend. “Ja, tue ich.” Abwartend lehnte sie sich zurück, nippte an ihrem Wein und betrachtete Damien, versuchte, irgendetwas in seiner stillen, neutralen Miene, in den steingrauen Augen deuten zu können.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di 23 Aug 2016 - 20:34

Damien nickte nur ziemlich bestimmt, ehe ein kurzes, seltenes Lächeln um seine Mundwinkel spielte. "Ja, sicher." Natürlich, es war bereits später, sein Tag würde am nächsten Morgen wieder früh beginnen und erwartete ihn bereits jetzt mit einem Berg voller Arbeit - allerdings war das geringste was er tun konnte, nachdem er sich ungebeten bei ihr eingeladen und ihre Abendplanung ruiniert hatte, ihr wenigstens ein wenig Gesellschaft zu leisten und ein angenehmer Gesellschafter zu sein. Besonders nachdem er sie zuvor derart verärgert hatte. Und, weil ihr Geburtstag war. Er selbst machte sich nicht viel aus Geburtstagen, für ihn war es eigentlich ein Tag wie jeder andere auch, da sie in seiner Familie nie groß gefeiert worden waren und das höchste der Gefühle - neben den Gratulationen im Internat - üblicherweise aus einem Anruf, einer Geburtstagskarte und etwas Geld bestanden hatte. Inzwischen nur noch ein Anruf oder eine Karte, wenn überhaupt. Vivienne schien ihm nun auch nicht wirklich so, als läge sie gesonderten Wert darauf, ihren Geburtstag groß zu feiern, aber das musste ja nicht bedeuten, dass sie ihn nicht dennoch schön gestalten wollte.

Auf die Frage bezüglich des Buches, blickte sie ihn einen Augenblick lang unergründlich an, ehe sie sich zurück lehnte und erklärte, dass sie genau das tat. Sich für solche Dinge zu interessieren. Gut, damit hatte der Geschäftsmann definitiv nicht gerechnet, aber jeder hatte wohl so seine Eigenarten. "Großmutter interessiert sich auch dafür. Tarot, Astrologie oder zumindest Mondphasen, solche Dinge. Sie hat mir früher manchmal davon erzählt, allerdings konnte ich mich nie wirklich dafür erwärmen." Mit einer der Gründe, aus welchen man seine Großeltern mütterlicherseits wohl noch am ehesten als Schwarze Schafe bezeichnen konnte. Dunkel erinnerte Damien sich daran, dass sie sich sogar ausgesprochen viel für solche Dinge interessiert hatte, doch die genauen Details waren zu verschwommen, die Ereignisse bereits zu lange her, um sich noch daran zu erinnern, zumal er noch immer Kopfschmerzen hatte, welche im Moment dazu neigten, eher wieder stärker statt weniger zu werden. Vielleicht hätte er doch Wasser statt Wein nehmen sollen. Aber da er noch fahren wollte, würde es ohnehin bei dem einen Glas bleiben.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Di 23 Aug 2016 - 21:57

Für einen kurzen Moment huschte ein schmales, zufriedenes Lächeln über ihre Gesichtszüge. Sie schätzte Damiens Gesellschaft, ungeachtet der Tatsache, dass sie vor kurzem noch verflucht wütend auf ihn gewesen war und ihm am liebsten die Pest an den Hals gewünscht hätte. Dass er bleiben wollte, freiwillig und von sich aus, freute sie tatsächlich. Vielleicht auch ein wenig mehr, als sie bereit war, sich einzugestehen. Damien hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er ein äußerst angenehmer Gesellschafter war und bei ihm brauchte sie sich, so wie sie ihn einschätzte, zumindest keine Gedanken darum machen, dass er ihr Domizil in eine Partymeile verwandelte. Mit ihm ließ sich ein Abend tatsächlich ruhig, gefüllt mit amüsanten und interessanten Gesprächen oder auch Momenten des Schweigens, verbringen.

Auf seine Erklärungen hin nickte sie schließlich kurz. Daher wehte also der Wind. Damien hatte bereits erwähnt, dass seine Großeltern ein wenig anders waren. Und nun war bei der Hexe der Groschen gefallen und sie verstand, welche Form der Andersartigkeit seine Großeltern betraf - und woher das Hexerblut stammte, das durch seine Venen floss. Dass er mit Tarot, Astrologie und Ähnlichem nicht viel anfangen konnte, nahm sie ebenfalls mit einem leichten Kopfnicken zur Kenntnis. “Es ist nicht jedermanns Sache”, gestand sie mit einem angedeuteten Schulterzucken ein. Es hatte eben jeder seine Stärken und Schwächen. Ihre eigene lag darin, effektive Heilzauber zu wirken, Tränke und Gifte zu brauen und im Kartenlegen. Sie konnte zwar auch mit einem ordentlichen Pendel umgehen, jedoch nicht so sicher wie mit den Karten. Nach einer  unliebsamen Auseinandersetzung mit einem weniger freundlich gesinnten Geist in der Vergangenheit, hatte sie Ouijabrettern völlig entsagt und vermisste sie auch kein Stück.
“Sind die Kopfschmerzen schlimmer geworden?”, erkundigte sie sich mit ehrlichem Interesse und ernster Sorge. “Sicher, dass du kein Mittel dagegen nehmen willst?” Sie konnte es immerhin mit einem Trank versuchen. Schlimmstenfalls passierte eben einfach… nichts. “Ich hätte da etwas für dich. Vielleicht hilft es.”
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mi 24 Aug 2016 - 10:50

"Das stimmt allerdings", stimmte Damien zu als Vivienne erwähnte, dass es wohl nicht Jedermanns Sache war. Tatsächlich schätzte er sogar, dass nur ein ziemlich geringer Bevölkerungsteil Interesse für solche Sachen hegte… Okkultismus, Magie und dergleichen. Astrologie war nochmal etwas anderes, immerhin fand man überall irgendwelche Sternzeichen-Horoskope, aber die waren allenfalls gutes Marketing, gerade wage genug ausgedrückt, dass sich jeder irgendwie darin wieder finden konnte, wenn er nur wollte. Wobei es ihn trotzdem verwunderte, dass eigentlich intelligente, gebildete Personen sich mit solchen Dingen auseinander setzten. Aber es war ein ziemlich privates Thema, und er hatte nicht vor Vivienne an ihrem Geburtstag erneut zu kränken.

Als sie ihn mit aufrichtiger Sorge fragte, ob die Kopfschmerzen schlimmer geworden waren, war er einen Moment überrascht. "Verzeihung, mir war nicht bewusst, dass mein Kopfschmerz derzeit derart offensichtlich ist. Vielen Dank, aber es ist erträglich. Wie erwähnt ist meine Migräneattacke vorbei, im Vergleich dazu ist der Schmerz allenfalls lästig, jedoch zu vernachlässigen. Aber danke für das Angebot. Ich trinke am besten einfach noch ein Glas Wasser." So lange er keine erneute Aura bekam, würde er von weiteren Schmerzmitteln absehen. Als Jugendlicher hatte er einmal Schmerzmittelinduzierte Kopfschmerzen gehabt - die man natürlich nicht mehr hatte mit weiteren Schmerzmitteln behandeln dürfen - und es war die Hölle gewesen. Seitdem achtete er stark darauf, die Medikamente nur dann zu nehmen, wenn sie wirklich notwendig waren. Und gerade waren sie es nicht.

Sein Blick glitt erneut über das stilvolle Wohnzimmer, das gemütlich und wohnlich war - und so ganz anders, als seine eigenen Räume. Alles an diesem Raum sprach von der Frau, welche diese Räume bewohnte - die Bücher, die Dekorationen, die Kleinigkeiten, die sich in den Regalen fanden, die Bilder an der Wand, die Pflanzen und generell die gesamte Einrichtung. Es war ihm bereits bei seinem ersten Besuch aufgefallen, doch der Unterschied zu seinen persönlichen Räumen war derart gewaltig, dass er kaum umhin konnte, es erneut für sich zu bemerken. Und für sich fest zu stellen, wie sehr ihm ihre Wohnung gefiel, weil sie so persönlich, so gemütlich und so lebendig war.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Mi 24 Aug 2016 - 21:08

Ein schmales, aber ruhiges, verständnisvolles - man konnte es beinahe sanft nennen - Lächeln schlich sich über die Züge der Hexe. “Nun… Ich habe eine ausgesprochen gute Menschenkenntnis. Und ein ebenso ausgesprochen gutes Gedächtnis. Und ich meine mich daran zu erinnern, dass du bei unserem letzten Treffen weitaus gesünder ausgesehen hast. Abgesehen davon, warst du bei unserem letzten Treffen nicht im Ansatz so verspannt, wie du es jetzt bist. Da sich deine Anspannung bislang nicht gelegt hat, sondern im Gegenteil meines Erachtens sogar stärker wurde, ging ich davon aus, dass die Kopfschmerzen daran maßgeblich beteiligt sind.” Außerdem konnte sie es in seiner Aura sehen, dass etwas nicht stimmte, dass er ziemlich offensichtlich Schmerzen hatte. “Falls du es dir anders überlegst, lass es mich wissen.” Wenn er nicht wollte, war das ganz allein seine eigene Schuld. Zwingen würde sie ihn zu nichts - zumal sie sich sehr sicher war, dass ein Mann wie Damien sich zu nichts zwingen lassen würde - zumindest nicht von ihr…

Aufmerksam folgte ihr Blick dem seinen, wie er fast unauffällig das Mobiliar und die Dekoration des Wohnzimmers begutachtete. “Da fällt mir ein”, durchschnitt die dunkle Stimme der Hexe das aufgekommene Schweigen, “ich meine mich zu erinnern, dass ich dir eine Wohnungsführung versprochen habe.” Nicht, dass es allzu viel zu sehen gab. Viviennes Wohnung bestand eigentlich aus dem Notwendigsten, wenngleich sie es durchaus zu schätzen wusste, dieses Domizil ihr Eigen nennen zu können und sich nicht wie viele andere Stadtmenschen in ein Ein-Zimmer-Apartment quetschen musste. Die Wohnung war keineswegs protzig, jedoch war sie mit durchweg hochwertigem Mobiliar ausgestattet - ein Luxus, den die eitle Hexe sich nur allzu gerne geleistet hatte. Sie leerte ihr Glas und erhob sich. “Was hältst du von jetzt?”
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do 25 Aug 2016 - 11:53

Damien bekam nur ein sanftes, verständnisvolles Lächeln, das allerdings zumindest kein Mitleid enthielt. Auf ihre Worte nickte er. Gute Menschenkenntnis… und auch eine gute Beobachtungsgabe, sicherlich beides Eigenschaften, die in ihrem Gebiet sogar überlebensnotwendig sein konnten, im wahrsten Sinne des Wortes. Zumal es stimmte; er war noch immer deutlich angespannter, als vor seinem Flug nach New York, allerdings würde sich das geben, sobald er seine Arbeiten nachgeholt hatte und der Kopfschmerz gänzlich verschwunden war. "Vielen Dank, ich werde mich melden, sollte es stärker werden." Er war wirklich dankbar um das Angebot, allerdings kannte er seine Grenzen dennoch sehr gut und derzeit war es tatsächlich erträglich. Zumindest noch. Aber so lange er keine erneute Aura bekam, war es nicht so wild. Und wenn er eine bekam… musste er sich ohnehin ernsthaft Gedanken machen, wie er weiter verfahren sollte, das er dann sicherlich nicht dazu in der Lage wäre, die nächsten Tage zu arbeiten.

Statt ihn weiter zu bedrängen, folgte sie seinem Blick und deutete ihn richtig als Interesse. Tatsächlich hatte er ebenfalls kurz zuvor an die versprochene Wohnungsführung gedacht. "Ich denke, dass jetzt ein ausgezeichneter Zeitpunkt für eine Wohnungsführung ist", war seine charmante Erwiderung, ehe er noch einen Schluck aus seinem Glas nahm und aufstand. Er war tatsächlich interessiert, wie der Rest ihrer Wohnung aussah, was sie zu den einzelnen Räumen zu sagen hatte, und welche anderen Räume sie ihm überhaupt zeigen würde. Es gab vielleicht das ein oder andere private Zimmer, welches tatsächlich nur ihr oder engen Freunden vorbehalten war, ähnlich seinem Arbeitszimmer. Viele Menschen waren eigen mit ihren Schlafzimmern. Damien hatte hingegen kein Problem damit, wenn fremde Personen sein Schlafzimmer sahen… er war nur ein wenig eigen mit seinem Bett.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar

Profil

BeitragThema: Re: Wohnzimmer   Do 25 Aug 2016 - 19:36

“Sehr gut.” Immerhin hatte sie ihm beim letzten Mal versprochen, dass sie ihm den Rest der Wohnung zeigen würde, wenn sie sich wieder trafen. Gut, streng genommen, wenn sie ihn erneut zu sich einlud - was Damien an diesem Abend ja sehr erfolgreich selbst getan hatte. “Fangen wir hier an. Mein Wohnzimmer, welches du ja bereits kennst. Gemütliche Sofas, Bücherregale und ein momentan ungenutzter Kamin. Falls ich vorhaben sollte, mich in sengende Hitze zu begeben, kann ich auch auf die Straße gehen. Im Winter heizt er allerdings optimal.” Sie gab ihm einen Moment, sich erneut in dem Zimmer umzusehen, wobei sie sich relativ sicher war, dass er das Interieur bereits sehr ausgiebig begutachtet hatte. Dann verließ sie, mit Damien im Schlepptau, das Wohnzimmer in Richtung Küche.
Der Raum war sauber und ordentlich, die glatten, schwarzen Oberflächen der Schränke glänzten, als hätte noch nie jemand auch nur mit dem Gedanken gespielt, sie je zu berühren. “Meine Küche”, stellte sie mit einem amüsierten Funkeln in den saphirblauen Augen und nicht ganz ohne Stolz in der Stimme vor. “Was ich hier tue, weißt du ja bereits.” Sie erinnerte sich nur zu gut an den Abend, den sie gemeinsam hier verbracht hatten, als sie ihn zum Essen eingeladen und für sie beide gekocht hatte.

Vivienne machte auf dem Absatz kehrt und ging ein paar Schritte durch den Flur. Selbst in diesem eher unpersönlicheren Teil der Wohnung sprach alles von der Hexe. Der edle Schuhschrank, die Jacken und Mäntel an der Garderobe und nicht zuletzt ein Bild, dem man das Alter zwar bereits ansah, das jedoch sonst noch gut in Schuss war und dem man anmerkte, dass es gut gepflegt wurde. Der Rahmen, in den es eingelassen war, war schlicht und dunkel. Das Bild zeigte eine junge Frau mit weichen Gesichtszügen, blasser Haut, rotem Haar und strahlend blauen Augen, die ein kleines Mädchen in ihren Armen hielt. Die Wand gegenüber des eingerahmten Fotos war frei, ein geschultes Auge konnte die kleinen Unebenheiten in der Wand erkennen, die darauf schließen ließen, dass sich dahinter wohl etwas verbarg. Hinter dieser versteckten Tür befand sich Viviennes Hexenküche, ihr selbsternanntes Allerheiligstes. Doch sie führte Damien wortlos weiter, ehe sie am Bad angekommen waren. Im Gegensatz zum eher rustikalen Wohnzimmer und der dunklen Küche, besaß das Badezimmer viele Fenster, helle, steinerne Fliesen und wirkte insgesamt eher transparent, aber edel. Unter der schrägen Glasfront wurde das Bad von einer großen Badewanne dominiert, wohingegen die gläserne Dusche sich eher dem Blick des Betrachters entzog. Im gesamten Badezimmer herrschte nur indirekte Beleuchtung, die einzige Ausnahme bildete der große Spiegel, vor dem sich allerhand Wellness- und Makeuputensilien stapelten. “Oh, da fällt mir ein… Vielleicht hätte ich dir das Bad bereits beim letzten Mal zeigen sollen.” Andererseits war Damien bereits ein großer Junge und hätte ganz gewiss nach dem Badezimmer gefragt, falls er es benötigt hätte.

Interessiert beobachtete Vivienne ihn verstohlen dabei, wie er sich umsah, wie sein Blick an manchen Dingen länger hängen blieb, als an anderen, wie sich in seinem Kopf ein Puzzleteil nach dem nächsten in das Gesamtbild zu fügen schien. “Damit wären wir auch eigentlich schon fast fertig.” Fast. Erneut ging sie vor ihm her, deutete ihm, ihr zu folgen und öffnete die Tür am Ende des Flures. Zunächst wirkte es, wie ein kleines Arbeitszimmer, ein Büroraum, ein Schreibtisch aus dunklem, edlem Holz, auf dem sich verschiedene Papiere stapelten, dahinter jedoch, fast schon versteckt, verbarg sich Viviennes Schlafzimmer. Die schweren Vorhänge verhängten die großen Fenster. Dominiert wurde das Schlafzimmer von dem großen Bett, das wie der Rest des Mobiliars in der Wohnung, aus ein und demselben Handwerksbetrieb stammte. Auftragsarbeiten, aufeinander abgestimmt, die sich im Stil teilweise sehr zu widersprechen schienen, jedoch am Ende fügte sich alles in ein stimmiges Gesamtbild, das sehr viel über den Geschmack der Hexe verriet. Schweigend ließ sie Damien den Raum betreten, die schwere, süße Dunkelheit, die das Schlafzimmer beherrschte, auf ihn wirken, während sie sich in den Türrahmen lehnte.

TBC: Tabledance Bar 'Dashing Venue' - Privaträume Vivienne Labeth - Schlafzimmer (+Damien Delacroix)
Nach oben Nach unten
 
Wohnzimmer
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 2 von 2Gehe zu Seite : Zurück  1, 2
 Ähnliche Themen
-
» Wohnzimmer
» Wohnzimmer

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
Dallas bei Nacht :: Wo bist du jetzt, kannst du mich sehen? :: Archiv des RPG :: InGame :: Nightlife-
Gehe zu: